Frage von qraaanq, 56

LKW Schaden, letztendlich aber nichts davon mitbekommen, wer haftet im Zweifel... oder wie ist die Lage?

Hallo, unsere Tochterfirma rief mich heute an, dass ein "massiver" Kratzer im LKW vorhanden ist... Letztendlich habe ich den LKW gestern ausgeliehen, um ein paar Möbel von IKEA nach Hause zu transportieren. Keine weite Strecke und mir ist dabei auch nichts weiter aufgefallen... Der LKW sieht verhältnismäßig auch schon sehr "gebraucht" und zerschrammt aus... wie all unsere LKWs. Für das Ausleihen habe ich nichts weiter unterschrieben, geschweige denn wurde irgendetwas in dieser Richtung besprochen oder habe ich irgendwelche Informationen bezüglich Versicherungen etc. bekommen. Es wurde nur der Schlüssel übergeben und das Auto wurde wie besprochen Abends wieder abgegeben. Wie schaut es bei diesem Fall aus? Auf was kann man sich hierbei einstellen? Gestern Abend war beim Ausladen auch nichts weiter ersichtlich... Nun wartet man auf das Foto vom Auto und danach erhalte ich eine Rückmeldung. Das Auto ist von einer Tochterfirma sozusagen geliehen von uns...

Antwort
von schleudermaxe, 11

Das kennt der Staatsanwalt schon und wird das Verfahren gegen Zahlung einer Summe von meist so 300 EUR einstellen. Die Versicherung wird ordnen/regulieren und zurückstufen und den VN in Regreß nehmen. Somit gleich zwingend ohne Versicherung gleich selber bezahlen und die Rückstufung vermeiden. Viel Glück.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 18

"Den letzten beißen die Hunde". Wenn du bei der Übergabe des Fahrzeugs keine Besichtigung vorgenommen hast, hast du den wagen so akzeptiert wie er zu diesem Zeitpunkt war.

Ein KFZ-Sachverständigen kann relativ genau sagen, wann diese Schramme entstanden ist. Wenn der betreffende Zeitraum annähernd übereinstimmend ist, wirst du zahlen müssen.

Kommentar von Loroth ,

Oh bitte! Genau SO ist es eben nicht!

Hierzulande ist immer noch der Geschädigte in der Beweislast. Er muss nachweisen, dass der Schaden vom Gegner - im vorliegenden Fall dem Fahrzeugmieter - verursacht wurde.

Und ein Sachverständiger kann eben nicht TAGGENAU feststellen, wann ein Schaden entstanden ist. Wir sind doch hier nicht in der Pathologie!

Und wenn die Vermietfirma keinen anderen Nachweis hat (z.B. letztes Rückgabeprotokoll mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass da noch KEINE Beschädigung bestand), dann besteht auch keine Haftungsgrundlage gegen den Mieter und der LKW-Vermieter "schaut mit dem Ofenrohr ins Gebirge".

Insofern ist Ihre Argumentation - mit Verlaub - abenteuerlich!

Antwort
von Bleistein, 22

Liest sich etwas kompliziert. Es müsste ein "Geschädigter" ja offiziell einen Schaden gegen einen "Verusacher" geltend machen. Scheint aber, als wäre nicht so ganz klar, wer jetzt was ist.

Vom Ablauf her könnte wohl niemand belegen, dass der Schaden während des Möbeltransportes passiert ist, da es keine Abnahme vor oder nach der Leihe gab. Rechtlich gibt es also eher nichts zu befürchten.

Wenn aber für Dich klar ist, dass der Schaden in Deinem Verantwortungsbereich passiert ist, dann kannst Du natürlich mit Deinen Kollegen eine Vereinbarung treffen. Den allgemeinen Zustand des Autos müsste man natürlich in Betracht ziehen. Und so könnte es sein, dass der neue Kratzer keine spürbare Wertminderung im Vergleich zum Zustand vor der Leihe verursacht (Auch eine Versicherung zahlt keinen neuen Kratzer auf einem schon beschädigten Bauteil eines Autos = Das Teil hätte auch so gewechselt/repariert werden müssen). Kurzum: Das ist dann Verhandlungssache.

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