Frage von Eirene2007, 47

Literaturempfehlungen Thema Biologie?

Guten Morgen,

habt ihr ein paar Literaturvorschläge für mich. Ich suche interessante Werke der wichtigsten Entdeckungen der bedeutendsten Biologen. Jemand wie Charles Darwin...

Ich würde mich über ein paar Anregungen freuen und wünsche euch noch einen angenehmen Tag

Liebe Grüße Eirene

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von matmatmat, 5

Einen guten Überblick über das Feld gibt "Geschichte der Biologie" (Jahn) und "Biologie" (Campell).

Wichtige Entdeckungen? Das Mikroskop, Keimbahntheorie, DNA, Epigenetik?

Geht es um Bahnbrechendes für den Alltag (alkoholische Gärung ;), Durchbrüche im Theoriegebäude (Evolution) und willst Du dazu "Originale" wie den mehrteiligen Schuber der "alles von Darwin" enthält oder eher Werke die das in einen Historischen Zusammenhang setzen und die wichtigen Entdeckungen schildern?

Antwort
von raimas, 17

Standardmässig kommt ja bei so einer Frage (zurecht!) meist der Hinweis auf Richard Dawkins, der sich aber immer sehr auf Beweise für die Evolutionstheorie fokussiert. Ich würde stattdessen einmal Sean B. Carroll: "Evo-Devo" empfehlen, oder auch vom selben Autor "Die Darwin-DNA". In beiden Büchern geht es um die Fortschritte der letzten 30 Jahre in der Entwicklungsbiologie.

Von David Quammen gibt es eine wunderbare Darwin-Biografie, "Charles Darwin, der große Forscher und seine Theorie der Evolution", die sich vor allem auf die Zeit zwischen seiner Weltreise und dem Erscheinen seines Buches konzentriert, und wie er in dieser Zeit langsam und allmählich seine Theorie entwickelt hat. Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich auch die anderen Bücher von Quammen empfehlen würde, obwohl ich sie (noch) nicht gelesen habe.

Mehrere sehr interessante Kapitel zu biologischen Entdeckungen gibt es in Bill Brysons "Eine kurze Geschichte von fast allem".

"Die Doppelhelix" von Nobelpreisträger James D.Watson habe ich noch nicht gelesen, aber wenn ich mal ein Buch zum Thema suchen sollte, wäre das meine erste Wahl. Watson schildert darin in sehr persönlicher Sicht die Geschichte der Forschungen, die zur Entschlüsselung der DNA-Struktur geführt haben. Das Buch hat einen eigenen Wikipedia-Eintrag und steht bei mehreren Rankings für Sachbücher ziemlich weit oben. Es ist wegen einiger persönlicher Bemerkungen ziemlich umstritten, aber inhaltlich sicher korrekt.

Ansonsten hab ich eher Fachliteratur im Regal stehen, z.B. Ernst Mayrs "Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt" - furztrocken, dick wie ein Ziegelstein und nur noch antiquarisch erhältlich, aber äusserst informativ was die Geschichte der Biologie bis etwa 1970 angeht. Eher was für Hardcore-Biologen.

Ich hoffe, da waren ein paar Anregungen dabei ;-)

Kommentar von matmatmat ,

Den Fokus auf Dawkins kann ich auch nicht verstehen. Er schlägt sich doch meist mit den wirren Theorien von Evolutionsleugnern rum, mit denen man sein Gehirn gar nicht belasten will...

Wenn es gezielt um Evolution gehen soll (was ja nun nicht die einzige Entdeckung ist) würde ich "Evolutionsbiologie" (Storch) empfehlen. Super Werk, das einen von den Historischen Ideen bis heute (2013) an die Hand nimmt und gut erklärt.

Kommentar von raimas ,

Nun ist der Storch aber ein klassisches Lehrbuch und nicht gerade das passende, wenn man sich in der Strassenbahn oder im Freibad mit interessanter Lektüre unterhalten und bilden will. Deshalb habe ich auch Mayrs Werk nur unter Vorbehalt genannt. 

Leider ist verständliches Schreiben kein fester Bestandteil der Ausbildung von Naturwissenschaftlern in Deutschland (anders als z.B. in den USA). Daher bringen manche deutschen Wissenschaftler zwar recht gute Lehrbücher hervor, überlassen die populärwissenschaftliche LIteratur aber den Journalisten, was man dann oft merkt. Die besten populärwissenschaftlichen Bücher kommen immer noch aus dem Angelsächsischen! (Leider!)

Antwort
von gerolsteiner06, 12

Nachdem Dawkins schon mehrfach genannt wurde (hier empfehle ich noch "Und es entsprang ein Fluß in Eden") schlage ich noch Bryan Sykes "Die sieben Töchter Evas" vor.

Ist nicht nur rein biologisch, sondern auch geschichtlich, aber man versteht sehr viel von Gen-Forschung und Historie der menschlichen Entwicklung. Alles sehr unterhaltsam, ja fast spannend geschrieben.

Kommentar von MeliS1998 ,

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher! :)

Antwort
von DoctorXI, 34

Also ich kann dir "Darwins Black Box" empfehlen.

Dieses Buch zeigt mit Hilfe vieler Biologen und Biochemikern auf, dass wahrscheinlich doch nicht so viel auf Darwins Evolutionstheorie zu setzen ist. Gut belegt und vor allem ist es nicht so ein Theologie Unsinn. Hat mich informiert und mir gute Einblicke in Ehen jene Aspekte gegeben. Nur zu empfehlen.

Kommentar von raimas ,

Von dem Buch kann ich nur dringend abraten. Behe ist einer der prominentesten Vertreter des Intelligent Design. Wichtige Elemente der Evolutionstheorie hat er selbst nicht verstanden, kann sie also auch anderen nicht vermitteln. Die Universität, an der er unterrichtet, hat sich geschlossen (!) von seinen Vorstellungen distanziert. Sein Gerede von Nichtreduzierbarer Komplexität ist längst widerlegt. Seit dem Gerichtsurteil im Kitzmiller vs. Dover School District, bei dem Behe als Gutachter ausgesagt hat, wird Intelligent Design in den USA als religiös motivierte Lehre eingestuft. 

Also lieber Finger weg!

Kommentar von DoctorXI ,

Uppps. Aber unterhalten hats mich trotzdem.

Kommentar von Eirene2007 ,

Danke für den Tipp. Vielleicht werde ich ihn in anderer Zeit noch beherzigen :)

Kommentar von gerolsteiner06 ,

Unterhalten, ja, aber wenn man die Zusammenhänge der Evolutionstheorie mal verstanden hat, dann erkennt man schnell, dass er ein Demagoge ist.

Er verdreht und "mißinterpretiert"  die Evolutionstheorie so gezielt, daß ich nicht glaube (wie raimes) dass er sie nicht verstanden hat. Ich denke eher, er will einfach (aus einer politischen & religiös-fanatischen Absicht heraus) diese diskretitieren. Seine Anhänger glauben ihm völlig unkritisch und die anderen lassen sich nur allzu leicht für dumm verkaufen.

Kommentar von matmatmat ,

Kann raimas nur zustimmen. Für Laien verwirrend, für Fachleute was zum schmunzeln auf der Weihnachtsfeier. Wenn man es kauft bitte in die Archive von "talkorigins" reinschauen oder das "counter Creationism Handbook" mit bestellen, da werden die zum Teil Jahrzehntealten Fehlschlüsse und gezielten Mißinterpretationen in Behes Buch wissenschaftlich fundiert widerlegt.

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