Frage von georgiaaa, 49

Liest hier jemand klassische Literatur und habt ihr eine besondere Lebensphilosophie nach der ihr euch richtet?

Antwort
von berkersheim, 28

Oh je, das ist lange her. Mein Regal ist noch ziemlich gefüllt damit: Platon, Aristoteles, Epikur, Stoa (Seneca, Marc Aurel), später vor allem Karl R. Popper im Kontrast zu Feyerabend - Goethe, Schiller, Kleist usw. aber auch modernere "Klassik" wie Brecht, Frisch, Camus, Dürrenmatt usw.. Habe einige historische Werke von Safranski gelesen über Goethe, Romantik, Schopenhauer usw.. Jetzt willst Du wissen, was das gebracht hat?

Ich denke, es gibt Autoren, die liegen einem und welche, mit denen kann man nicht viel anfangen. Platon war so einer, den mochte ich nicht. Sokrates habe ich erst schätzen gelern, als ich den Xenophon gelesen habe um festzustellen, dass der Platon den guten Namen des Sokrates nur für seine aufgeblasenen Theorien missbraucht hat. Wirklich hängen geblieben bin ich an Epikur - und so grob würde ich mich auch heute noch als Neu-Epikureer bezeichnen. Wenn Goethe nicht seinen Genie-Fimmel gehabt hätte, wäre er mir sympathischer. Wirklich angesprochen haben mich die Sachen von Max Frisch, dem bissigen Dürrenmatt und die nüchterne Art von Camus.

Ich würde sagen, Epikur, Frisch, Dürrenmatt, Camus und eine Prise fröhlicher Goethe sind so die Wichtigsten, von denen ich meine Lebenseinstellung zusammengebastelt habe. Brecht war mir immer zu pädagogisch. Da ich persönlich Gedichte sehr mag, gibt es da einige, die bei mir im Regal rumstehen, Günter Eich z.B. oder die Kaschnitz oder Morgenstern, Roth und vor allem Heinz Erhardt. Ich denke, das fügt sich so. Ich für meinen Teil habe da nicht krampfhaft gesucht. Das hat sich so gefunden. Soll ich da jetzt ein Buch drüber schreiben? Quatsch, liest ja doch keiner und am Ende, siehe Nietzsche, weiß man nicht, was später draus gemacht wird.

Kommentar von berkersheim ,

Oh Gott jemand liest genau die gleichen alten verstaubten Bücher wie ich und ich bin nicht verrückt

Egal wie alt und verstaubt manche Bücher, evtl. ihre bereits ungewohnte Sprache sein mögen, es ist lebendige Erfahrung eingebettet und manche davon kann man heute gar nicht mehr machen, obwohl es für unsere Seeleformung gut wäre.

Kommentar von LiloB ,

es gibt viel mehr Menschen, die gute Literatur lesen - und sogar für ihr Leben verstehen -und versuchen, wenigstens teilweise, anzuwenden. Deine Auswahl ist, verständlicherweise, ziemlich männlich geprägt.  Letzten Endes muß wohl jeder für sich herausfinden, was Bedeutung für ihn und seine Lebensphilosophie hat. Da sind Bücher eine gute Hilfe, manchmal auch ein Hinweis darauf, welche "schwarzen Löcher" man für sich vermeiden könnte und sollte. zu denen gehört für mich leider (bei sicherlich aller Qualität) Kafka. Und zur Erheiterung, so merkwürdig das klingt,- Thomas Manns Zauberberg. Wegen der skurilen Personen , die er beschreibt. Allerdings soll die Schilderung seiner Personen von seiner Frau Katja stammen. Also , wem gehört die Ehre, dem, der das Buch schreibt, -oder dem/jener, die dazu inspiriert??. Beiden, - sicherlich. Übrigens; bei mir gehören die Gedichte von Mascha Kalenko und Eva Strittmatter auch zu den Texten, die mich manchmal stabilisieren,- manchmal aber nur nachdenklich oder traurig machen. Der Rest liegt in einem selbst. Also, erkennen wir uns selbst,- und beschäftigen uns mit den anderen Menschen. Auch den Autoren und/oder Dichtern und Philosophen. Und - glaub mir -
das ist eher das Gegenteil von verrückt,- nicht einmal schrullig - sondern einfach nur erfreulich.!!!

Antwort
von Flimmervielfalt, 24

Ja, ich habe viele klassische Abenteurliteratur gelesen, wie Dumas, Stevenson, Jules Verne, Cooper, Jack London und natürlich Karl May. Aber auch Tolstoi und Dostojewski sowie Śienkiewicz habe ich verschlungen.

Lebensphilosophien habe ich mehrere. Ein breites Potpourri aus weltlichem, medialem und religiösem: Kein Handy. Miteinander und nicht gegeneinander. Ein jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür. Lächle vor allem Deinen Feinden freundlich zu; nichts ärgert sie so. Liebe Deine Feinde. Kenne Deine Freunde, aber kenne vor allem deine Feinde. CGI in die Tonne. Sage nicht alles was du denkst, aber wisse immer was Du sagst und vor allem: Aus Hektik und Wut erwächst Hektik und Wut. Aus Ruhe u d Gelassenheit erwächst Ruhe und Gelassenheit.

Antwort
von Enzylexikon, 29

Meinst du mit "klassischer Literatur" ausschließlich Werke der Antike, etwa von Platon, oder auch Werke von Schiller. Goethe, Hesse usw., die man als einigermaßen gebildeter Bürger zumindest von der Schule her kennen sollte?

Was die Lebensphilosophie angeht...ich bin Buddhist.

Kommentar von georgiaaa ,

Auch die ''neueren'':)

Kommentar von Enzylexikon ,

In Ordnung, dann kannst du mich zu den Lesern zählen. ;-)

Antwort
von dermitdemball, 24

Grad nicht sehr philosophisch, aber mein Lebensmotto!

Was ich nicht will, dass man mir tut, das füge ich auch keinem Anderen zu!

-- Weisheit ist, in der Gegenwart zu leben, für die Zukunft zu planen, und aus der Vergangenheit zu lernen.....

 Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe.....

 Laufe nicht dem nach, der ohne dich glücklich ist, sondern finde jemanden, der ohne Dich nicht leben kann!

Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen
wir bei den Kindern anfangen!

Mahatma Gandhi

Kommentar von Enzylexikon ,

Laufe nicht dem nach, der ohne dich glücklich ist, sondern finde jemanden, der ohne Dich nicht leben kann!

Die Person würde ich dann allerdings liebevoll zum Psychiater begleiten. Ein solches Maß an psychologischer Abhängigkeit ist ja schon pathologisch - und man fragt sich unwillkürlich, wie diese Person leben konnte, bevor sie einem begegnete? ;-)

Kommentar von dermitdemball ,

Das ist aber auch nicht ganz wörtlich gemeint! "Ohne Dich nicht leben kann" - damit ist gemeint - der dich über alles liebt!

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Aber manche Menschen suchen halt nach solchen Klammeräffchen

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