Liegt es an mir oder an ihnen?

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5 Antworten

Hallo, meine Liebe,

ich (ebenfalls weiblich, 17 Jahre alt) erkenne mich - allerdings nur teilweise - in deinen Beschreibungen wieder. Ich habe das Glück, eine beste Freundin zu haben und ich verbringe viel Zeit mit ihr. Allerdings kann ich zum Beispiel keine Beziehung führen, weil ich sehr große Angst vor zu viel körperlicher Nähe habe (auch wenn ich Umarmungen liebe). 

Ich bin selbst Perfektionistin. Noten, bei denen andere sagen "da wäre ich stolz drauf!", sage ich eher "ja, da ist aber nur Luft nach oben" - nur in wenigen Ausnahmen bin ich da nicht so.

Vielleicht bist du zu sehr ficiert daruaf, diese eine beste Freundin zu finden. Du musst aufhören, danach zu suchen, viele Kontakte ergeben sich einfach! Meine beste Freundin ist so ziemlich die Einzige, der ich nicht hinterherlaufen muss, sie meldet sich auch selbst bei mir und ich bin auch in ihren schlimmsten Zeiten bei ihr - genau so ist das umgedreht. Die Freundschaft entstand ziemlich am Anfang der fünften Klasse - ich weiß nicht mehr wie - und nun sind wir seit 7 Jahren befreundet. Meinen besten Freund kenne ich seit der 2. Klasse, also seit etwa 10 Jahren. Diese fing an, als wir am selben Tag in das gleiche Haus zogen und wir uns per Zufall im Fahrstuhl begegnet sind - ich war damals 8 Jahre alt.

Diese Freundschaften kommen durch Zufall, das ist wirklich so. Ich habe das Gefühl, dass du andere Freundschaften nicht zulösst, weil du auf DIE eine Person passt, die wie ein Deckel auf dich als Topf passt. Ich weiß nicht, wie ich dir das erklären soll...

Du hast allerdings schon richtig erkannt, dass diese Freunde nicht das Wahre sind, weil sie nur dich belasten und dich als seelischen Mülleimer benutzen, du ihnen aber nicht das Gleiche abverlangen darfst. Das ist keine Freundschaft. Ich habe auch wenig Freunde, aber mit denen ist es immer lustig und es ist ein Geben und Nehmen. Das Lustige ist: Eine sehr gute Freundin von mir habe ich hier bei GF kennen gelernt - und das durch gemeinsame Interessen. Sowas gibt es auch und hier haben schon viele Leute Freunde gefunden, die sie auch persönlich kennen lernen durften. Die Leute zu finden, mit denen die Chemie stimmt, ist nicht leicht, aber irgendwann wird es auch für dich ein Licht am Ende des Tunnels geben - glaub mir.

Du musstest schon, wenn ich das richtig herausgelesen habe, viele negative Erfahrungen mit Freunden machen, oder? Vielleicht hat dich das auch beeinflusst und das könnte ebenfalls ein Grund für dein teilweise "abstßendes" Verhalten sein. Das kann ich dir aber nicht garantieren, das weßt du sicher selbst besser als ich.

Sag mal, machst du dein Abitur? Falls ja: Mit dem Beginn der Oberstufe ändert sich viel! Ich war davor in der Schule eher Einzelgängerin. Ich habe dann eingesehen, dass ich der Sache etwas offener gegenüber sein muss, da das soziale Miteinander in der Oberstufe eine große Rolle spielt. Es hat sich gelohnt: Das Mobbing hab aufgehört, ich habe Freunde gefunden! Wenn du das erleben darfst, dann ist das super. Es werden sich auch für dich Situationen ergeben, in denen du die Möglichkeit hast, Gleichgesinnte zu finden! :)

Nun gehe ich mal speziell auf deine Aussagen ein.

Ich mag es nicht zu eng mit meinen Freunden zu sein. Ich kann ihnen nichts erzählen, halte alles was mir auf´m Herzen liegt geheim. 

Du brauchst jemanden, dem du dich anvertrauen kannst, da das dich auf Dauer kaputt macht. Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe auch lange Zeit keiner Person vertraut, weil dieses Vertrauen missbraucht wurde. Inzwischen ist das komplett anders, da ich mir die Personen inzwischen eine Weile (mindestens 6 Monate) lang anschaue und dann entscheide, ob ich sie für vertrauenswürdig erachten kann. Mich befreit es zum Beispiel sehr, mit meiner Freundin oder sonst einer vertrauten Person zu reden, da ich so auch neue Sichtweisen aufgezeigt kriege, 

Obwohl ich doch nur diese eine beste Freundin finden will. Ich ersticke förmlich am Neid. Alle, wirklich alle haben jemanden. 

Der Neid ist auch ein Problem. Klar ist das schade, wenn man niemanden hat, mit dem man mal seine Gedanken austauschen kann, aber dieser Neid kann auch ein Hindernis darstellen. Du suchst nämlich gezwungen - und wie ich eben schon erklärt habe, läuft das meist auf erzwungene und letztendlich auch falsche Freundschaften hinaus.

Immer war und bin ich die Person die mal alleine in der Ecke sitzt. Nicht das ich keine Freunde habe, aber diese beachten mich nicht-besser: sie nutzen mich nur aus. 

Dann halte dich fern von denen! Diese Personen tun dir nicht gut! 

Wenn sie mal alleine sind, dann bin ich plötzlich die mit der man reden will. Sie beladen mich mit ihren Problemen, fragen nicht nach meinen. Es ist kompliziert. 

Das ist das, was ich eben mit dem "seelischen Mülleimer" beschrieb...du musst dich der Probleme deiner "Freunde" annehmen, weil die auch niemanden haben, dem sie sich wirklich anvertrauen können. Solch eine Person zu finden ist echt schwer. Sie wissen, dass du dich dazu bereit erklärst und dementsprechend missbrauchen sie deine Fürsorge. Das ist ziemlich traurig...das belastet dich nur zusätzlich! Sage ihnen klipp und klar, was DU davon hältst. Vermutlich sind sie dann eingeschnappt, aber dann weißt du sicher, dass dies keine wahren Freunde sind!

Einerseits will ich nicht zu eng mit jemanden sein, es scheint mir zu komisch. Andererseits brauche ich diesen jemanden. Manchmal fällt es mir schwer mich zu verstehen. Ich weiß nicht was ich will, oder ? Ist das vielleicht mein Problem? 

Nein. Dein Problem ist in meinen Augen, dass du dich zu sehr auf diese Sache fixierst, einen engen Vertrauten zu finden. Aber weißt du...eine richtig enge Freundschaft bildet sich oft erst mit den Jahren. Wenn man viele gute, aber auch schwierige Situationen gemeinsam überstanden hat! Wenn du dir selbst genau die Blockade baust, die solche Dinge verhindert, ist eine Freundschaft eher zum Scheitern verurteilt. Um solche Phasen gemeinsam durchstehen zu können, sollte man schon eng mit der anderen Person sein, da man die Person sonst eher fallen lässt, da man nicht weiß, was sie einem bedeutet. Verstehst du, was ich meine?

Mit meiner Familie habe ich keine Probleme. Sie schenken mir Zuneingung, doch etwas fehlt. Das einzige was mich glücklich macht sind meine schulischen Leistungen. Ich will immer mehr und mehr Erfolg und Karriere machen. Der Perfektionismus prägt teils mein Ich. Von diesem will ich mich auch nicht abwenden. 

Das kenne ich zu gut. Weißt du: Viele sind auf meine schulischen Leistungen neidisch, aber meine Freunde akzeptieren das und holen sich Hilfe von mir, die ich denen auch gern gebe! Ich kriege entsprechend Dank zurück - das macht mich sehr glücklich, da ich es liebe, mein Wissen an andere Leute weiter zu geben. Meine schulischen Leistungen machen mich auch glücklich, oft rutscht man schnell in die Arroganz (es wirkt zumindest auf andere so, selbst, wenn dieses Verhalten ungewollt ist) und man macht dann einen ziemlich abweisenden Eindruck. Das wirkt auch nicht gut uf andere Menschen, erst recht, wenn du eine Person suchst, der du dich anvertrauen kannst.

Wahrscheinlich bin ich schlicht und weg eine Einzelgängerin. Ich weiß es nicht. Das einzige das ich weiß ist das ich eine Freundin haben will, auf die ich nicht eifersüchtig sein kann, die ich nicht hasse und der ich mich öffnen kann.

Das ist schwierig. Die einzige Person, bei der es mir so geht, ist meine beste Freundin. Das ist wirklich so. Uns verbindet so viel, dass Neid gar keine Rolle mehr spielt! Dazu solltet ihr auf einer Wellenlänge schwimmen. Denn guten Freunden gönnt man was und holt sich eventuell Hilfe, wenn man auch solche Sachen erreichen will (Beispiel schulische Leistungen - siehe oben).

In der Vergangenheit kam es oft dazu das ich immer 2 Freunde hatte mit denen ich mich besonders gut verstand. Diese beiden waren aber selber noch mal sehr gut miteinander. Sie schlossen mich förmlich aus. Immer musste ich ihnen hinterherlaufen(diese Freundschaft hat sich aber aufgelöst, durch mich- ich hatte mir neue Freunde gesucht). 

Ich finde es gut, dass du gemerkt hast, dass diese Leute nichts für dich sind und du deinen eigenen Weg gegangen bist! Super!

Doch so wie es das Schicksal will, hört dies nicht auf. Liegt es an mir ? Ich mag es nicht mich mit ihnen zu treffen oder zu telefonieren. Wie soll ich es ausdrücken? 

Hast du vielleicht Angst, falsch zu handeln oder Angst davor, dass du merkst, dass diese Freunde nicht echt sind? Meine beste Freundin ist die einzige Person, mit der ich oft telefoniere (sonst bin ich dem Telefonieren genauso abgeneigt wie du). Wenn du keine Lust hast, dich zu treffen, macht das die Situation nicht besser. Aber weißt du: Wenn du den richtigen Menschen gefunden hast, hast du eigentlich immer Lust, den zu sehen und gemeinsam was mit der Person zu unternehmen.

So, das war meine Sichtweise zu deiner Situation - Entschuldigung, dass ich so viel geschrieben habe. Ich hoffe, dass ich dir damit ein Stückchen die Augen öffnen oder anderweitig weiter helfen konnte. Wie du siehst, habe ich eine solche Person bereits, das war aber alles Zufall. Bei dem einen kommt diese Persom früher, bei dem anderen später - aber sie wird kommen; du darfst nur nicht krampfhaft suchen und du solltest auch offen gegenüber Neuem sein. Sonst verhinderst du, dass sich eine richtig gute Freundschaft erst entwickeln kann.

Wenn du noch reden möchtest oder weiteren Rat brauchst, kannst du dich gern jederzeit melden. Du schaffst das, okay? Lass' dich bitte nicht wegen sowas hängen, auch, wenn das vielleicht schwer sein mag. 

Ich wünsche dir noch einen schönen Abend! :)

LG

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Grüß Dich Nichts009!

Ich kann Deine Situation verstehen und manchmal befällt mich auch so ein Gefühl. Aber da ich dann nicht weiß, woran es liegt, möchte ich es gerne wissen. Und was mache ich? Ich frage andere.

Natürlich fragst Du hier, sicher, aber es ist ja irgendwie anonym weil keiner Dir gegenüber sitzt. Du müsstest aber in einer Gesellschaft Dich selbst mal zum Thema machen und andere frage, wie die Dich sehen und Du erzählst, wie Du Dich siehst.

 Das ist eine schwierige Übung, denn Dir wird heiß und kalt dabei werden und der Schweiß ausbrechen. Doch die Antworten werden Dir ein unerhörtes Aha-Erlebnis bescheren und Du solltest das, was andere sagen erstmal unkommentiert über Dich ergehen lassen. Allenfalls signalisierst Du, das Du zuhörst und aufnimmst. Und wenn es Dir zu viel wird, dann sagst Du freundlich, dass Du das jetzt erstmal verdauen musst und darüber nachdenken möchtest. 

In einer gewissen Weise macht Du Dich zwar verletzlich, aber Du zeigst damit auch Stärke, weil Du die Bereitschaft signalisierst, etwas über Dich lernen zu wollen! Und das wiederum bewundern wieder andere, weil sie es wohl auch mal gerne so tun wollten, sich aber nicht trauen. Und Du wirst merken, dass sich da was ändern wird im Verhalten Deinerseits und Dir gegenüber, besonders dann, wenn Du unsicher bist und immer wieder mal in Gemeinschaft offen um Rat bittest. Eigentlich braucht ja jeder mal Rat, nur geben die meisten ihre Unsicherheit nicht zu. Du aber bist der letzte Entscheider etwas anzunehmen oder nicht. Doch den Mut zu fragen, den musst Du schon aufbringen. Diese Zeilen können dabei helfen:

Möge mir das Leben den Mut geben, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, wenn ich es kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Herzlichen Gruß

Rüdiger


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Ich denke du hast Probleme damit Vertrauen aufzubauen, das ist normal vielleicht wurde dein Vertrauen früher mal gebrochen. Mach nicht den selben Fehler wie ich und erzähle deine Probleme jemand den du nicht einschätzen kannst. Wenn dich deine Probleme belasten rede doch mal mit deiner Familie oder such einen Psychologen auf. Hab es nicht eilig gute Freunde zu finden, die findest du in schlechten Zeiten. Deine jetzigen "Freunde" solltest du meiner Meinung nach aber nicht verlassen, damit du nicht alleine bist. Lass dich aber nicht ausnutzen oder es dir anmerken lassen, dass du sie nicht magst. Wenn du dich in ihrer Nähe nicht wohl fühlst oder kein Spaß mit ihnen hast, zeigt das nur, dass du Sie nicht magst. Wird sich bei anderen Leuten vielleicht noch ändern, wenn nicht ist das auch ok. Mach dir keine Sorgen und konzentrier dich weiter auf Schule, für die Zukunft wünsche ich dir alles Gute! :)

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Doch, ich verstehe dich.
Ich bin auch ein Mensch, der nicht gerne oder selten über die eigenen Probleme redet, sie kaum beachtet oder andere einfach nicht damit belasten möchte. Ich hatte früher auch keine Person, mit der ich ' über alles ' reden konnte. Ich kenne diese Leere, aber einen speziellen Tipp kann ich dir nicht direkt geben. Ich hatte ' das Glück ' und habe per Zufall eine Person gefunden, die mich versteht. Ich würde es auf mich zu kommen lassen.
Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, wie z.B. anonym im Internet ' Freunde ' zu finden, mit denen du dann größten Teils über dich redest bzw schreibst. Ich meine jz nicht Facebook oder so..
Es gibt auch kostenlose Beratungsstellen, die Ehrenamtlich mit dir über Dich reden und immer ein offenes Ohr für dich haben.

Wenn du genauere Fragen hast, kannst du mich ja privat anschreiben, will hier jz nicht alles zu stark ausführen :)

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Hi.

Also ich verstehe das was du sagst, denn ich war in genau so einer Situation.

Ich bin ein Junge und war schon immer alleine. Anfangs ungewollt doch dann immer mehr und dann auch schon von allein....Ich hatte nie ein Problem damit...

Mir ist das gleiche bei nem "guten" "Freund" passiert. Hat mich nur vollgelabert und musste ihm immer helfen. Als ich ihm eine Antwort gegeben habe ist er aufgestanden, hat sich nur manchmal bedankt und ist dann zu seinen "Saufkumpels" gegangen. Ich wurde nie gefragt.

Dass du nicht viel zu erzählen hast glaube ich dir nicht. Liegt daran, dass ich genau so gedacht habe...Doch vor kurzem habe in ein Mädchen kennengelernt...Recht nett und konnte mit ihr über lustige Dinge reden, sie unterhalten. In jedem steckt etwas.

Ob du ein Einzelgänger (so wie ich) bist weiß ich nicht, musst du selber wissen. :)

Dass sind keine gute "Freunde" die du grade hast. Die richtigen kommen noch. (Hobby, Ausbildung, Freizeit, Arbeit,etc.)

Melde dich wenn du was brauchst, Grüße :)

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