Liebe Experten, Schimmel vor VK d.Hauses angezeigt,alter Bes. will verk.,neuer Eig.wird aufg. Eig.bedarf kündigen;Mietminderung ab sofort berechtigt?

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2 Antworten

Vor einer Mietkürzung steht immer die schriftliche Mängelrüge mit angemessener Fristsetzung. Verläuft diese fruchtlos, kann evtl. eine angemessene Mietkürzung durchgeführt werden. 

Allerdings erscheint mir die Sache irgendwie nicht schlüssig. Du schreibst, ihr wohnt seit 9 Jahren in dieser Wohnung, aber ihr habt erst seit einigen Monaten Schimmel im Bad und im Schlafzimmer. Schimmel aufgrund baulicher Mängel tritt in der Regel nicht nach Jahren plötzlich auf, sondern ist entweder von Anfang an da oder kommt nie. Daher könnte ich mir gut vorstellen, dass der Vermieter euch vorhält, der Schimmel sei durch falsches Heiz- und Lüftungsverhalten entstanden. Hier wäre erst zu klären, worin der Grund für den Schimmelbefall liegt. Dieser könnte evtl. auch bei euch liegen. 

Der Vermieter wäre zwar weiterhin in der Pflicht, den Schimmel zu beseitigen, könnte euch in diesem Fall aber die Kosten in Rechnung stellen. 

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Kommentar von Nailnail
25.04.2016, 23:42

Der Schimmel im Badezimmer resultiert aus einem Wasserrohrbruch.

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Kommentar von imager761
26.04.2016, 07:04

Falsch: Der Anspruch besteht ab Kenntnis des VM eines angezeigten Mietmangels bis zu dessen Behebung.

Eine MM ist kein Druckmittel, sondern kompensiert den überhöhten Mietzins für eine durch Mängel geminderte Tauglichkeit vertragsgemäßer Gebrauchsüberlassung.

Lediglich für eine angekündigte Ersatzvornahme, dessen Kosten mit der übernächsten Mietfälligkeit verrechnet werden dürfen, bedarf es einer fruchtlos verstrichenen, angemessenen Fristsetzung. Es sei denn, der VM hätte dies nicht zu vertreten.

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Nach beweislicher Kenntnis des Vermieters einer Mängelananzeige, etwa einer dokumentierten Zustellung eines Einwurfeinschreibens, besteht bei einem unverschuldeten Mietmangel Anspruch auf eine angemessenen Mietminderung.

Meint, der "vor einigen Monaten bereiets angezeigte wiederkehrende Schimmel im Badezimmer und Schlafzimmer" müsste erstens in die Verantwortung des Vermieters fallen und ihm zweitens unbestreitbar bekannt gewesen sein. Ab hier gilt ein taggenauer Minderungsanspruch bis zur Behebung.

Und die Mietminderung muss angemessen erfolgen.

Ist beides nicht gegeben, riskiert man seine Kündigung bereits bei einem  durch unberechtigte Kürzung aufgelaufenem Mietrückstand von 1 MM + 0,01 € :-O

G imager761

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