Frage von gimahani, 61

Liebe Community, darf Krankenhauspersonal Informationen an eine (nicht der Familie angehörigen) Person weitergeben, wenn eine Vollmacht vorgelegt wird?

Die Situation ist folgende:

Ein Mann (65 Jahre alt) liegt im Krankenhaus auf der Intensivstation. Er ist ansprechbar und bei klarem Verstand, kann sich jedoch kaum artikulieren. Die Aussichten sind nicht gut.

Der Patient hat keinerlei Familie. Kann ein Freund des Mannes eine Vollmacht mit in die Klinik nehmen und diese vom Patienten unterzeichnen lassen, um (im Ernstfall, bei Verlegung, über Diagnosen, etc.) informiert zu werden?

Wenn ja: Was genau müsste da drin stehen? Vielleicht hat jemand eine entsprechende Vorlage oder kennt eine Seite, auf der man eine findet, die dann auch ihre Richtigkeit hat.

Vielen Dank im Voraus ;)

Antwort
von Negreira, 19

Patientenverfügungen können so etwas regeln. Die werden in der Zeit getroffen, in der man in der Lage ist, Verfügungen zu treffen. Da der Mann dies doch offensichtlich ist, sehe ich da keine Schwierigkeiten. Da muß man weder zum Amt noch zum Notar.

google mal unter kanzlei@putz-medizinrecht.de oder bmg.bund.de/themen/patientenverfügung/patientenrechte.de.

Ich habe für meine Freundin, die auch niemanden hatte und auch inzwischen verstorben ist, eine solche Verfügung gehabt. Damit konnte ich damals die Geräte abstellen lassen, was sie von mir erwartet hat. Aber ich warne Dich: Es ist nicht leicht.

Kommentar von gimahani ,

Vielen Dank, aber so weit ist es zum Glück (noch) nicht. Im Moment geht es darum, eine Auskunft erteilt bekommen zu dürfen. Eine PV ist wahnsinnig wichtig, da gebe ich dir Recht. Allerdings ist das etwas, das man wenigstens besprechen sollte. 

Ich möchte dem Freund des Patienten ungern einfach ein Formular dafür in die Hand drücken und ihm sagen, dass er es mit dem Betroffenen zusammen ausfüllen soll.

Kommentar von Negreira ,

Gern. Aber diese Verfügung wird unumgänglich sein. KEIN Arzt wird eine Auskunft ohne Verfügung des Patienten geben. Er macht sich strafbar, da wird man sich hüten.

Laß doch vom Kranken eine handschriftliche Verfügung aufstellen, daß derjenige jederzeit über dies oder jenes zu informieren ist. Unterschrift, vielleicht Kopie des Personalausweises, und fertig. In den meisten Kliniken wird auch schon danach gefragt, wem man Auskunft erteilen darf und wem nicht. Da muß man einfach mal fragen, wie das dort gehandhabt wird. Gerade, wenn ein Patient keine Angehörigen hat, ist es doch wichtig, alles zu klären.

Ich habe so eine Verfügung im vergangenen Jahr zusammen mit meiner Ärztin aufgesetzt und habe sie in meiner Krankenhaustasche. Für den Notfall haben meine Kiinder jeweils eine Kopie. Ich habe mir aber sagen lassen, daß nicht alle Verfügungen auch anerkannt werden. Die Links, die ich Dir genannt habe, sind hier auf GF schon angegeben worden.

Antwort
von Januar07, 29

Google mal unter Patientenverfügung.

Kommentar von gimahani ,

Die gelten meines Erachtens nur für Entscheidungen, wenn der Patient selbst nicht mehr fähig ist, diese zu treffen.

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