Liebe Asperger, wie erinnert ihr euch an vergangene, beendete Beziehungen, habt ihr diesem Mensch noch irgendein Gefühl gegenüber z.b."es war eine schöne Zeit"?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Kommt darauf an, warum und wodurch die Beziehung scheiterte... man kann das nicht pauschalisieren!

Ich habe AS.

Aber da ich sprechen kann wie vom Prinzip her jeder Asperger, könnte ich das sagen ("es tut mir leid, ..."), was Du fragst. ;oD OK- Scherz beiseite, ich werde ernst:

Ich lebe seit fast 5 Jahren in einer glücklichen Beziehung mit einem Nichtautisten. Gemessen an dem, was in dieser Zeit passierte bis jetzt würde ich schon traurig sein, wenn diese Beziehung scheitern würde... aber danach sieht es nicht aus.

Davor hatte ich eine kurze Beziehung und bin froh, dass diese vorbei ist (Missbrauch, Manipulation, usw.). Ich habe keine Gefühle mehr für diesen Menschen. Nach der Trennung hatte ich Angstzustände und Panikattacken- aber das ist lange vorbei. Gefühle wie Hass habe und hatte ich nicht. Ich lernte diesen Mann kennen, da hatte ich die Diagnose noch nicht so lange.

Davor wurde ausgenutzt, dass ich verliebt war, aber Beziehungen entstanden nicht daraus- obwohl mir ein Typ mach 7 Monaten (!) sagte, ich hätte mir eingebildet, dass es eine Beziehung war. Klassischer Fall von verarscht nennt man das wohl. Eine Diagnose hatte ich da noch nicht. Diesen "Beziehungen" trauere ich auch nicht nach und bin auch froh, dass daraus nicht mehr wurde.

Ich habe persönlich also nichts erlebt, also habe kein Positivbeispiel einer gescheiterten Beziehung, wo ich im Nachhinein sagen könnte, dass es mir persönlich leid tut, dass es mit dem Mann nichts wurde.

Ich denke, es tut meist dem leid, dass die Beziehung scheiterte, der verlassen wurde... Dieser Mensch hofft vielleicht darauf, noch von Bedeutung zu sein und dass der andere ihm/ihr nachtrauert... Es gibt auch Menschen, die viele Beziehungen hatten und daher auch vergleichen können, bei welchem Ex-Partner sie es besser hatten... ich denke, dass hierbei die Diagnose bzw. nicht-vorhandene Diagnose keine Rolle spielt.

Aber, mal im ernst- wer sagt denn bitte zu seinem Expartner, dass es ihm/ihr leid tut, dass es nicht geklappt hat- das ist ein Schuldeingeständnis... wenn diese Person nicht gerade fremd gegangen ist oder gewalttätig wurde und dies nach einer Therapie als Entschuldigung sagte, sagt das kein Mensch zu seinem EX... außer, er erhofft sich, dass der andere ihn aus Mitleid wieder zurücknimmt um es nochmal zu versuchen.

In der Regel trennt man sich, weil man erkannt hat, dass es "so" nicht weitergeht. Um Schuld geht es aber selten... auch wenn manche im Trennungskrieg sich eben diese gegenseitig zuschieben wollen...

Man trennt sich, weil die Gefühle nicht mehr da sind oder weil man erkennt, dass die eigenen Bedürfnisse zu kurz kommen- was manchmal Jahre dauern kann. Man trennt sich, weil man sich neu verliebt hat oder hat andere Gründe... Aber das tut einem ja auch nicht leid, weil man ja die Beziehung beendet und somit ehrlich ist. Leid müsste es einem tun, wenn man die Beziehung fortführt- aber den anderen nicht mehr liebt.

Manche Beziehungen scheitern eben... ich kenne Menschen, die sich nach außen stark geben und all jenen sagten, denen sie nicht vertrauen, dass der Ex keine Rolle mehr in ihrem Leben spielt- manchmal auch glaubwürdig- egal ob Autist oder nicht. Den engsten Vertrauten aber sagen sie, was sie tatsächlich fühlen... aber bisher hat mir noch keiner gesagt, der sich getrennt hat, dass es ihm leid tut, dass aus ihnen nichts wurde- sowas habe ich bisher nur von denen gehört, die verlassen wurden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von RhabarberHerrje
17.11.2016, 18:57

hallo lea, ich danke dir für deine antwort von herzen. nun die dinge sind ein wenig komplizierter. ich bin adhslerin, dh 200% emotion nach außen, ich werte aussagen sofort emotional, auch passe ich mich zwangsläufig einem chamäleon gleich den gefühlsschwingungen des gegenübers an. er ist asperger, ein herzensguter mensch, den ich nach wie vor liebe und ihn auch schmerzlich vermisse. wie oft habe ich im schlafen beobachtet und vor rührung geweint, weil ich ihn so sehr liebe. aber diese aspergertypische nicht nach außen getragene emotionalität konnte ich nicht lesen und fühlen, für mich war es, als wäre ich von lebendigkeit auf null gestellt. ich kann mich über alles mögliche freuen wie ein schneekönig, während er auf fast nichts wirklich reagiert. und da es insgesamt eine große stressituation war, beide selbständig usw sind mir regelmäßig die nerven durchgegangen, die adhs typische impulskontrollschwäche, wo ich dann nicht unbedingt freundliche sachen sage, um irgendeine reaktion zu provozieren, wobei provozieren das falsche wort ist. ich habe oft gesagt, du brauchst eine andere frau, eine die ruhiger ist, die umsorgender ist. nicht weil ich mich für schlecht halte, aber das sind meine schwachstellen. ich habe immer nur das beste für ihn gewollt, ständig mit dem gefühl, ihn jederzeit beschützen zu wollen, fühlte mich aber gleichzeitig unbeschützt. im endeffekt bin ich gegangen, weil ich ihm nicht weh tun wollte mit meinen reaktionen auf seine aktionen..... deshalb hätte ich gern gehört: es ist ok, ich hab dich lieb, aber schaffen es nicht zusammen....weil ich aus liebe und in liebe gegangen bin, nur natürlich wieder adhstypisch affektgeladen, weil ich rein emotional nicht verstehen kann, wie man menschen so ein egalgefühl geben kann, auch wenn es der kopf längst begriffen hat....

0

Absolut genau so - erzählt mir gerade jemand, der Asperger hat. Aus und Vorbei und vergessen. Derjenige leidet nie lange - hat auch was gutes.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung