justika am 26.03.2008 um 12:40 Uhr
Lidl lässt seine Mitarbeiter überwachen. Solche Methoden waren schon in anderen Demokratien Mode. Wie findet Ihr das?

Jetzt fehlte nur noch, dass Lidl Blockwarte in den Märkten einführte. Aber du wirst sehen: Jetzt kommen wider die Pauschal-Freisprechungen: "Wer nichts zu verbergen hat...". Arme Menschheit!

Die Firmen"politik" des Konzerns Schwarz, zu dem Lidl gehört, schließt katastrophale Arbeitsbedingungen ein. Dazu gehört nicht nur Videoüberwachung, sondern auch unbezahlte Überstunden, Taschenkontrollen, Durchsuchung von Spinden und sogar Privatautos der Mitarbeiter. Die Gewerkschaft Verdi arbeitet sich seit Jahren an diesen Machenschaften ab - erschwert wird die Arbeit durch das Splitting der Unternehmen in kleinste Unternehmenskonstrukte, um so die Gründung von Betriebsräten zu verhindern.
Weitere Infos gibt's hier: http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/eh/lidl.html

Überwachung gegen Diebstahl usw. ist ja ok. Aber es wurden ja Protokolle geführt, wie oft und wann jemand auf die Toilette geht. Das ist schon krank
justika am 26. März 2008 12:43 Nicht nur das, sie können sogar sehen, was Angestellte so unter-/miteinander tun. Egal was, die Kontrolletis sehen alles.


Folgender Text per Newsletter von Lidl:
Neckarsulm, 26.03.2008. "Die im Stern skizzierten Vorwürfe und Feststellungen haben uns sehr betroffen gemacht. Insbesondere der damit vermittelte Eindruck, wir würden unsere Mitarbeiter "bespitzeln", entspricht in gar keinem Fall unseren Führungsgrundsätzen und dem praktizierten fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern", sagt Jürgen Kisseberth, Geschäftsleitungsmitglied Mitarbeiter und Soziales der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG.
Um durch Diebstahl verursachte Inventurverluste zu vermeiden, arbeitet auch Lidl - wie im gesamten Handel üblich - mit Kameraanlagen, um Diebstähle aufzuklären. Im Jahr 2007 gab es in 8 Prozent der deutschen Filialen aber besonders auffällige Inventurdifferenzen. Deshalb wurde in diesen Filialen zusätzlich für einen begrenzten Zeitraum mit Detekteien zusammengearbeitet.
Die Aufgabe der Detekteien war es, in den Filialen zusätzliche Erkenntnisse zur Aufklärung von Diebstählen zu gewinnen. Die in diesem Zusammenhang über diesen Aufgabenbereich hinaus festgehaltenen weiteren Informationen wurden zu keiner Zeit in irgendeiner Weise weiterverwertet.
Die Hinweise und Beobachtungen, die vom Stern veröffentlicht wurden, entsprechen weder im Umgangston noch im Stil unserem Verständnis von einem fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern. Deshalb hat Lidl die Zusammenarbeit mit einem der betroffenen Dienstleister schon vor längerer Zeit beendet. Wir haben uns zudem entschieden, unser Eigentum zukünftig ausschließlich mit sichtbar angebrachten Kamerasystemen und gemeinsam mit unseren Mitarbeitern zu schützen.
"Die in diesem Zusammenhang über diesen Aufgabenbereich hinaus festgehaltenen weiteren Informationen wurden zu keiner Zeit in irgendeiner Weise weiterverwertet."
Die Daten dürften nichtmal erhoben werden. Und wenn dann hätten sie unverzüglich gelöscht werden müssen.



Davon wusste ich nichts, aber wenn das Lidl macht, machen das andere sicher auch. Gut finde ich das allerdings nicht.

Ich hatte, bevor meine Tochter kam, bei Lidl gearbeitet. Hatte nicht den Anschein, das man beobachtet oder ähnliches wird. Aber soetwas ist echt schlimm.

ich bin aber auch der meinung, dass lidl damit nicht allein steht.

Finde ich unmöglich, und solche oder ähnliche Kontrollen werden mit Sicherheit auch in anderen Märkten durchgeführt. Unsere Gesellschaft ist so krank.
justika am 26. März 2008 13:40 Es gab schon mal eine so kranke Demokratie. Sie war dem Untergang geweiht, sind wir jetzt wieder soweit?

Ich habe schon einiges von der respektlosen Personalpolitik von LIDL gehört.
Falls sich diese Art der Bespitzleung bewahrheitet, werde ich nichts mehr bei LIDL einkaufen.

Finde ich voll daneben!

In Anbetracht dessen, dass viele ihre Finger nicht bei sich beahlten können und jede Chance zum rumsitzen nutzen, würde ich es als Chef auch so machen. Es ist traurig aber in vielen Fällen leider nicht mehr anders machbar.
sahara am 26. März 2008 13:25 das ist ja wohl das allerletzte!
Katzentatze am 26. März 2008 14:08 Ein bekannter von mir hat einen kleinen Laden mit 4 Angestellten. Seit er sie mit kameras überwacht, wird wesentlich mehr geschafft und seltsamerweise hat er seit dem auch mehr in der kasse und die Kassenberichte stimmen mit dem Wareneingang immer überein. Das zeigt doch ganz klar, dass die Angestellten nicht so gearbeitet haben wie sie sollten und dass sie offensichtlich geklaut haben. Ein Chef hat nichts zu verschenken und ist schon gar kein Selbstbedienungsladen für Angestellte. und leider schaut man den Angestellten immer nur vor den Kopf. Du hast recht, von den Angestellten war es das allerletzte.
Der Chef kann froh sein das seine Mitarbeiter ihn nicht vors Arbeisgericht zerren. kopfschüttel

Finde ich unmöglich, WENN die Mitarbeiter NICHT Informiert sind. Gut selbst wenn Sie darüber Informiert sind finde ich es nicht toll. Aber wenn es nicht in die Privatsphäre geht ist das doch legitim oder?


einfach voll daneben!



Die Verantwortlichen sollte man anklagen. Nichts gegen Mitarbeiterkontrolle, aber das geht zu weit!

justika am 26. März 2008 12:41 Oha, dann möchte ich bei Dir kein Geldnehmer sein.

Kommt auch n bisschen drauf an, was für eine Art der Überwachung. Dass Mitarbeiter sich oft auch nicht korrekt verhalten, ist ja bekannt. Ich denke, als Chef würde ich das wohl auch machen.
HobbeleBW am 26. März 2008 17:08 Lidl hat soeben eine Stellungnahme veröffentlicht: http://www.lidl.de/cps/rde/xchg/lidlde/hs.xsl/1153039699.htm
.....aber, wenn ich Angestellte/r wäre, würde ich die Toilette erst einmal nach installierten Kameras absuchen, und wenn dann eine da ist, die Linse zukleben!

Stasi Methoden sind das.

Lidl war bestimmt nur der Anfang. Dazu finde ich es natürlich,unmöglich!

elmara am 29. März 2008 10:30 ..Und der Oberhammer:
Kameras filmen Eingabe der EC-Geheimzahl Von der Bespitzelung bei Lidl sind neben den Mitarbeitern auch die Kunden des Lebensmitteldiscounters betroffen: Die Kameras im Kassenbereich können das Bezahlen mit der EC-Karte erfassen und unter Umständen die Geheimzahl erkennen – ein Sicherheitsrisiko für den Kunden.
Mehr: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Unternehmen-Lidl-Ueberwachung;art129,2502391
Daher kauf ich bei bei denen schon seit Jahren nicht.

Ist die Frage, wo und wie sie überwacht werden.
Wo ein Mensch mit einem anderen Menschen zusammen trifft, wird es so sein.
Wie bei den Tieren.
Von Grund auf war der Mensch nicht so.
Er wurde vom Umfeld, von seinen Gedanken und von harten Realitäten so gemacht.
Die kleinste Menge von Vertrauen ist 1 %, die Grösste Menge ist 100%, bei Misstrauen aber auch ?
Dazwischen liegt viel ?
Das füllen die Erfahrungen, kritiklose Hörigkeit, Erfordernisse in Verantwortung und die Vorurteile aus.
Nur geradlinige Offenheit ohne Egoismus hilft ab.
Als ein gesunder Humus für Vertrauen.

Die werden schon ihre Gründe dafür gehabt haben! Aber jetzt kümmern sich ja die Datenschützer drum!

sahara am 26. März 2008 13:30 was ich selber tu,trau ich auch den anderen zu !!!

Ich hätte nichts zu verbergen.
Ich habe kürzlich gelesen, dass mehr als 50% der Verluste durch Diebstahl im Einzelhandel vom eigenen Personal verursacht werden. Deshalb wundert mich nicht, dass die Unternehmen etwas dagegen tun.
stört mich selbst nicht!


Die meisten der an Stasi-Methoden erinnernden Protokolle stammen laut Stern aus Lidl-Filialen in Niedersachsen, hinzu kämen einzelne Abhörberichte aus Rheinland-Pfalz, Berlin und Schleswig-Holstein. (...)
Bereits im Jahr 2004 war Lidl wegen menschenunwürdiger Behandlung der Mitarbeiter angeprangert worden. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di veröffentlichte am Tag der Menschenrechte ein Schwarzbuch über Lidl, in dem zahlreiche Negativbeispiele der Schwarz-Unternehmenskultur aufgeführt wurden, darunter Aktionen zur Verhinderung von Betriebsratsbildungen, unbezahlte Mehrarbeit oder das Überwachen von Mitarbeitern per Video ohne deren Wissen. Im gleichen Jahr erhielt Lidl den Big Brother Award in der Kategorie Arbeitswelt für den "nahezu sklavenhalterischen Umgang mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern". (pmz/c't)

Die grösste Schweinerei seit langen...

Um die Klaurate zu senken, würde ich das auch machen. Aber nur in den Verkaufsräumen und nicht in den Umkleidekabinen... da hat soetwas nichts zu suchen... Zudem müssen die Mitarbeiter Kenntnis darüber haben!
