Devildog am 26.03.2008 um 14:43 Uhr
Habe gerade den Bericht über den neuen Lidl-Skandal gelesen, unter http://wirtschaft.t-online.de. Ich finde es unverschämt, was sich die Discounter erlauben. Jegliche Persönlichkeitsrechte werden mit Füßen getreten. Man hat ja schon einiges gehört wie diese Discounter vorgehen sollen - Mitarbeitertechnisch. Aber diese Überwachungen und Bespizelungen, erinnern doch sehr an "Zeiten" die wir vor nicht allzulanger Zeit mal hatten. Hat man als Verbraucher/Konsument/Bürger die Möglichkeit, durch Boykott dieser Läden, eine Veränderung in deren Denkweise zu erzielen, was meint Ihr?

Stellungnahme von Lidl

Ein Boykott wäre völliger Quatsch, denn auf lange Sicht würde ein solcher nur zum Personalabbau wegen Umsatzeinbuße führen. Abgesehen davon ist ein Boykott wirkungslos.
sahara am 26. März 2008 14:54 DH ,das personal müsste es ausbaden.

es momentan ein Zeichen setzen könnte, da es dem Ereignis (das ja überall in den Medien ist) zugeordnet wird.

Hier ist der Gesetzgeber gefragt. Aber leider unternehmen die viel zuwenig. Man denke nur an den Gammelfleisch - Skandal! Leider wird der Gesetzgeber wenn überhaupt immer erst Aktiv wenn es bereits zuspäht ist.Oder wieder irgendwelche Wahlen anstehen.
durch einen Boykott die lieben ausgebeuteten Angestellten Ihren heißgeliebten Arbeitsplatz verlieren.

Erstmal würde es den Verursachern schon zu denken geben, wenn der Umsatz einbricht. Die Probleme bei Lidl sind schon des Längeren bekannt (wie auch bei Schlecker - da ist man genauso hart).
Von Aldi hingegen hörte man eher Gutes. Wenn ich die Wahl habe, weiß ich, wen ich bevorzuge...
Katzentatze am 26. März 2008 14:53 Dann arbeite mal bei Aldi. ;-)
Maienblume am 26. März 2008 14:55 Katzentatze... weißt Du es besser? Täte mich wirklich interessieren!
... sie dann merken, dass Ihnen der schlechte Umgang mit ihrem Personal mehr Geld kostet, als sie vielleicht durch diesen Kontrollfimmel sparen. Aber ehrlich gesagt die Politik der Firma Lidl war mir auch vorher schon ein Graus, daher habe ich eh nicht dort eingekauft. BTW: Lidl mußte im vergangenen Jahr sich aus der Beteiligung bei einer Bio-Supermarktkette zurückziehen, weil Kunden und Lieferanten in diesem Fall erfolgreich mit Boykott gedroht haben. Es sollte aber auch keiner sagen, dass alte Discounter ähnlich krass drauf sind, Lidl fällt mit seiner Politik besonders negativ aus.
Ich denke schon, dass ein Boykott etwas bringt. Weniger Gewinn, weil die Käufer mit den Praktiken nicht einverstanden sind: da muss die Geschäftsleitung doch handeln.
Ich muss sagen, ich meide Lidl schon seit längerem deswegen.
alle sagen ja, hinterher tut es keiner. Dabei hat das Volk alle Macht der Welt, kriegt sowas aber nicht fertig. Alle meckern z.B. über Politik und trotzdem gehen 60% noch wählen. Alle schimpfen über Benzinpreise, aber kaum einer läßt sein Auto stehen usw. Beispiele dafür gibt dutzendweise.

Es passiert ist und durch einen Boykott nicht ungeschehen wird. Würden durch Boykott die Umsätze drastisch sinken, würden das zuerst auch wieder die Mitarbeiter zu spüren bekommen! Also zusätzlich noch bestraft werden! Die Datenschützer sind ja hellhörig geworden und werden sich der Sache annehmen!
Falls alle größere Firmen überwachen ihre Mitarbeiter mehr oder weniger stark, schon im Rahmen der Personalentwicklung. Allerdings kommt das recht selten ans Tageslicht.

ich habe noch nie bei lidl gekauft und ich habe es auch nicht vor.
aber schau mal bei den alten fragen: eine ähnliche umfrage gab es vor zwei stunden schon mal.
lg bengi
Diese Praktiken gibt es überall. Nur viele Sachen werden nicht bemerkt. Aldi, Schlecker, KiK, überall unmenschliche Bedingungen.
Z.B. Lauthals im Laden, wenn der Geschäftsführer anwesend ist, sich über die Methoden beschweren Ich habe mal zu einem Aldi- und Tchibotypen, mit schön gegeeltem Haar und schnieken Anzug meinen Protest über die Ausbeutung des Personals lauthals zum Ausdruck gebracht. Es war ihm sichtlich unangehm. Gewiß, verändert habe ich damit nichts, aber die Typen sollen wissen, dass die Kundschaft nicht blöd ist.

Ich verweise auf meine Frage "LIDL-Überwachung" von heute Vormittag. Wenn alle hier oder irgendwo anders (Zeitungen etc.) rummotzen, lesen und hören es auch entsprechende Leute, die sich damit befassen müssen. Nur wer sich nicht ändert (d.h. zu allem schweigt), der wird nichts verändern.

Da ein Boykott nur auf Kosten der Angestellten laufen würde (Entlasungen, evtl. Fillialschließungen, Billiglohnkräfte etc.) Andererseits müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, ob das aber übers Gesetz immer so läuft, wie man es gerne hätte wage ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich bekommt der verantwortliche Manager ne 6-stellige Abfindung und darf woanders sein Unwesen treiben.....

nach ein paar wochen wieder alles seinen weg geht
gammelfleisch
eierskandale
vogelgrippe
usw
DH

Dann müste man aber sehr, sehr viel boykottieren. Auch Läden und Firmen, die Zulieferfirmen haben, die ebenfalls nicht gut mit ihren Mitarbeitern umgehen.
Hier können nur die Arbeitnehmer gemeinsam etwas unternehmen. Sie müßten gemeinsam auf die Strasse gehen und darauf aufmerksam machen, dann würde auch etwas passieren. Alles andere bringt nichts.

Darum muss sich der Gesetzgeber kümmern.

Ich stell es mir schwierig vor, alle Kunden (oder zumindest genug) dazu zu bringen, denn schließlich entscheidet Preis und Qualität was ich wo einkaufe.
Darum soll sich mal schön das Gesetz kümmern.
Ich sehe das genau so wie elsni
Ich sehe das genauso wie elsni.

Es wird leider immer mehr zu Normalität.

Ich habe soeben eine Mail von Lidl bekommen:
Stellungnahme zum "Stern" Bericht über Lidl: Wir pflegen einen fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern Neckarsulm, 26.03.2008. "Die im Stern skizzierten Vorwürfe und Feststellungen haben uns sehr betroffen gemacht. Insbesondere der damit vermittelte Eindruck, wir würden unsere Mitarbeiter "bespitzeln", entspricht in gar keinem Fall unseren Führungsgrundsätzen und dem praktizierten fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern", sagt Jürgen Kisseberth, Geschäftsleitungsmitglied Mitarbeiter und Soziales der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG.
Um durch Diebstahl verursachte Inventurverluste zu vermeiden, arbeitet auch Lidl - wie im gesamten Handel üblich - mit Kameraanlagen, um Diebstähle aufzuklären. Im Jahr 2007 gab es in 8 Prozent der deutschen Filialen aber besonders auffällige Inventurdifferenzen. Deshalb wurde in diesen Filialen zusätzlich für einen begrenzten Zeitraum mit Detekteien zusammengearbeitet.
Die Aufgabe der Detekteien war es, in den Filialen zusätzliche Erkenntnisse zur Aufklärung von Diebstählen zu gewinnen. Die in diesem Zusammenhang über diesen Aufgabenbereich hinaus festgehaltenen weiteren Informationen wurden zu keiner Zeit in irgendeiner Weise weiterverwertet.
Die Hinweise und Beobachtungen, die vom Stern veröffentlicht wurden, entsprechen weder im Umgangston noch im Stil unserem Verständnis von einem fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern. Deshalb hat Lidl die Zusammenarbeit mit einem der betroffenen Dienstleister schon vor längerer Zeit beendet. Wir haben uns zudem entschieden, unser Eigentum zukünftig ausschließlich mit sichtbar angebrachten Kamerasystemen und gemeinsam mit unseren Mitarbeitern zu schützen.
der Boykott den Mitarbeitern schaden würde, damit wären sie doppelte Opfer
Ladendiebstahl eher ein Spiegelbild unserer Gesellschaft ist. Warum haben denn die Ladendiebstähle im Einzelhandel in den letzten Jahren stetig zugenommen ? Sicher nicht, weil es vielen Menschen momentan besonders gut geht, sondern weil sich zunehmend Armut, bedingt durch Hartz IV , Vernachlässigung der Kinder und Jugendlichen, Verfall der Grundwerte der Gesellschaft, Egoismus usw. breit machen. Das einige "schwarze Schafe" unter den Detekteien nebenbei auch noch die Lidl - Mitarbeiter/innen bespitzelten verwundert mich nicht im Geringsten, sie wollten sich damit profilieren, was aber gründlich schief gelaufen sein dürfte...

Ich gehe höchst selten bei Lidl "spazieren", finde dort leider wenig, was mich anspricht.
Mit Boykott bestrafft man vor allem... die Mitarbeiter, die eventuell ihre Jobs dann riskieren.
Eine Schweinerei ist diese Überwachung allemal.
Ich selber arbeite in einem großen Raum, wo wenigstens 12 Kameras wachen. Und es könnten durchaus noch versteckte dazu geben, Grins!