Frage von Silent000, 62

Lesbisch - was nun?

Hallo Community,

das Schlagwort lest ihr in der Frage. Es fällt mir ehrlich gesagt nicht leicht darüber zu sprechen. Meine Welt steht gerade Kopf. Ich kann mittlerweile sicher sagen, dass ich Männer nicht anziehend finde. Nach ein paar Dates, die zwar nett waren, aber sich sonst nichts daraus entwickelt hat und mein Bauchgefühl mir gesagt hat, dass es einfach nicht DAS ist wonach ich mich sehne, stehe ich jetzt vor einer neuen Schwierigkeit. Ich habe Angst, weil ich nicht weiß wie ich damit umgehen soll. Ich denke mir, es braucht wohl einfach Zeit um es selber zu akzeptieren. Zu diesem Thema gibt es Fragen wie Sand am Meer. Kann ich homosexuell werden? Ich weiß nicht, ich denke, dass man sich in den Charakter eines Menschen verlieben kann. Bin ich es von Geburt an, und erkenne es einfach nur mit der Zeit? Bestimmt. Geschichten über Selbstfindung sind auch viele zu finden. Nein, ich habe bis jetzt keine Beziehungen mit Frauen geführt. (Die längste Beziehung mit einem Mann waren 2 Monate...). Ich finde man kann auch so wissen und vor allem fühlen, dass man auf das gleiche Geschlecht steht. Sich zu Outen, kommt für mich momentan nicht in Frage, solange ich den "Akzeptier-Schritt" nicht hinter mir habe. Geht es jemandem genauso wie mir? Ich meine ich schaue oft genug unbeabsichtigt Frauen hinterher. Bei Männern würde mir das nicht passieren. Ich stelle mir immer vor, eine Beziehung mit einer Frau zu führen. Wenn ich daran denke jemanden zu küssen, PENG, Frau natürlich. Dann frage ich mich oft, was stimmt da nicht. Falsche Frage, denn es stimmt wohl alles, nur ist es ein befremdlicher Weg. Und Neues macht einem immer etwas Angst. Mein Selbstvertrauen war meistens gering, aber in letzter Zeit ist es noch mehr geschrumpft 😦 Aber ich glaube einfach nicht, dass es Neugier oder nur eine Phase ist. (Ich bin 21 Jahre alt).

Nachdem ihr euch das alles durchgelesen habt, sage ich danke. Hier kann meine Seele anonym Balast abwerfen. Und vielleicht finde ich hier jemanden dem es genauso geht. Vielleicht lerne ich irgendwann jemanden kennen, und es knallt ganz heftig. Keine Ahnung. Das was vor mir liegt, lasse ich einfach auf mich zukommen.

Einen schönen 1. Advent euch :)

Ps: keine gehässigen kommentare bitte!

Antwort
von MuseMelpomene, 20

Nein. Man wird nicht homosexuell, sondern ist es einfach. Manche finden es eher heraus, manche brauchen etwas länger. So wie Menschen halt einfach verschieden sind, ist der Umgang damit auch einfach verschieden. Und natürlich muss man keine Beziehung mit irgendwem gehabt haben und auch nicht mit irgendwem geschlafen haben um zu wissen, auf welches Geschlecht du stehst!

Diese Phase der Unsicherheit nennt man "Inneres Coming-Out" und ja, du hast völlig recht. Man sollte für sich erst das dieses "Innere Coming-Out" weitgehend abgeschlossen haben, bevor man mit anderen Menschen spricht. Und das Tempo, wie lange du selbst brauchst, dich damit auseinander zu setzen und wann du mit jemandem darüber sprechen möchtest und wann du es vielleicht den meisten Menschen in deinem Umfeld mitteilst, das bestimmst alleine du!

Ich selbst war 16, als ich das erste mal wirklich bewusst über meine sexuelle Orientierung nachgedacht habe und war 18, als ich mich meinem Vater und meiner besten Freundin gegenüber geoutet habe. Das dauerte also auch ganze 2 Jahre, bis ich selbst so weit war, dass ich mit anderen Menschen darüber sprechen wollte.

Sehr geholfen hat mir auch, dass ich - kurz bevor ich mich vor meinem Vater geoutet habe - zu einer schwul-lesbischen Jugendgruppe gegangen bin. Mir ging es damals ganz genauso, dass ich dachte, ich bin die Einzige auf der ganzen Welt mit diesen Gedanken und Zweifeln und mich damit ziemlich alleine gelassen gefühlt hab. Irgendwann hab ich in der Stadtbücherei meiner Stadt einen Flyer von "ProFamilia" gefunden, in dem stand, dass es in der Stadt eine schwul-lesbische Jugendgruppe gibt und wann und wo die sich trifft. Ich bin mindestens 10 mal an dem Cafe vorbei gegangen, ohne rein zu gehen - bin immer etwas näher dran vorbei gegangen - hab mindestens 10 Min. von der Abbiegung zur Türe gebraucht, weil ich immer 2 Schritte vor und einen Schritt wieder zurück gegangen bin. Und es hat mich wahnsinnig viel Überwindung gekostet, die Türe aufzumachen und rein zu gehen. Und drinnen saß eine ganz nette Gruppe junger Menschen. Ich wurde gleich begrüßt mit "Komm, setz dich dazu!" - "Keine Angst, wie beißen nicht." - "Das hat dich jetzt echt Überwindung gekostet. Aber denk dir nichts. Das kennen wir hier alle ziemlich gut." Ich hab die ganzen nächsten Tage nur noch vor mich hingestrahlt, weil ich nicht mehr die Einzige war, der es so geht, weil ich plötzlich tolle Menschen kannten, die meine ganzen Gedanken und Zweifel und alles nachvollziehen konnten, mit denen ich reden konnte und tolle Sachen erlebt hab.

Was ich damit sagen will: Bitte such dir Gleichgesinnte in deiner Umgebung im ganz echten Leben. Das kann echt viel helfen. Und dafür brauchst du nicht genau über deine Orientierung und Hintergründe bescheid wissen. Dafür brauchst du dich bei niemandem geoutet haben... Da bist du herzliche willkommen und kannst einfach kommen, wenn du andere Menschen treffen willst und auch einfach wieder gehen, wenn die Gruppe für dich nicht passt oder so.

Ich war dann später mit der Gruppe, die ich oben beschrieben hatte, doch nicht mehr so zufrieden, weil sich das dann irgendwann ergeben hat, dass da nur noch Jungs dabei waren. Ich bin dann zu einer Junglesbengruppe in die Nachbarstadt. Das war jedes mal eine Stunde Zugfahrt hin und eine Stunde zurück. Aber für mich hat es sich gelohnt, weil ich diese Umgebung, in der ich mich nicht outen muss, in der niemand nervige Fragen stellt und so, einfach gebraucht und genossen habe.

Ansonsten gibt es auch ein schwul-lesbisches Jugendnetzwerk, das Freizeitfahrten nur für lgbt*-Jugendliche Anbietet. Der Verein heißt "Lambda" (findest du einfach im Internet). Der Verein bietet jedes Frühjahr eine Fahrt - häufig nach Israel - an. Im Sommer gibt es ein internationales LGBT*-Jugendcamp und so weiter. Und die meisten Angeboten sind von 16-25 oder von 18-27 Jahr. Da wärst du also noch voll mittendrin.

Ansonsten ist das Lesbenfrühlingstreffen im nächsten Frühjahr am Pfingstwochenende in Kiel. Dazu ist aktuell noch wenig im Internet zu finden, aber das wird die nächsten Monate noch werden. ;) Dazu sind Frauen*, die Frauen* lieben aus ganz Deutschland eingeladen und diejenigen, die dort hin fahren, kommen auch aus ganz Deutschland. Das Festival findet jedes Jahr in einer anderen Stadt statt und es gibt auch (fast) jedes Jahr spezielle Angebote für junge Frauen (unter 27). Auch das könnte eine gute Möglichkeit sein, andere junge Frauen, die sich vielleicht ähnliche Gedanken machen oder gemacht haben, kennenzulernen!

Antwort
von ThisGirly, 24

hi ich kann dich erstmal beruhigen bei mir war es genau so nur ich habe es akzeptiert bei mir kommt als nächstes das outing :/ ...aufjedenfall gub dir zeit um genau herauszufinden was du bist bei mir hat es ein jahr gedauert bis ich genau wusste was ich bin und auf was ich stehe..also gib dir zeit und folge dein gefühl :) ..viel glück

Kommentar von Silent000 ,

danke ThisGirly :)

Kommentar von Silent000 ,

und natürlich auch dir viel Glück!

Antwort
von scharrvogel, 17

man geht davon aus, dass die ausrichtung angeboren ist. wenn du also der meinung bist, dass du mit männern nichts anfangen kannst, dann probiere es mit einer frau aus.

man könnte auch im hinterkopf haben, dass du noch nie den richtigen getroffen hast, wo es PENG macht, wenn du verstehst was ich meine. es kann genauso sein, dass du dich erst öffnen musst um empfänglich für die signale anderer frauen zu sein. unter umständen ist es das was du suchst und es macht dich dann glücklich.

lesbisch zu sein ist doch kein makel, sondern das ist eine seite vo dir. es zieht dich nicht runter, macht dich nicht weniger frau und nicht weniger attraktiv. es gehört zu dir dazu, wie der umstand das du blaue oder braune oder grüne augen hast und nen coolen charakter. nimm dich so an wie du bist, dass ist cool und das werden deine freunde dir bestätigen, was sie an dir mögen...

auch dir einen schönen 1. advent und vielleicht findest du deine erste wirkliche liebe ja zwischen den feiertagen :) so richtig mit gefühlsgewitter und dem von dir ersehnten PENG...

Kommentar von Silent000 ,

danke scharrvogel :D

Antwort
von babagian, 25

Ja versuch zu einem psyhologen zu gehen.. oft glaubt man das man lesbisch ist doch man ist eigentlich bi oder hetero....! Ich wünsche dir von ganzem herzen das du dich noch als hetero raustellst ... doch wenn nicht hiffe ich das du keibt lgbt mitglied wirst sondern einfach nur normal lesbisch.

Kommentar von scharrvogel ,

weil man meint lesbisch zu sein muss man zum psychologen?

Kommentar von babagian ,

ja oft hat das was mit depressionen oder das gefühl nicht frei zu sein zu tun

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