Frage von zeytiin, 48

Ideen wie ich besser üben kann?

Wieso kann ich mir Vokabeln oder allgemein eine Grammatik nicht merken? Zum Beispiel muss ich jedes mal alles neu lernen .. Wobei z.b bei bwl oder so kann ich mir einen Tag alles aufschreiben und lerne es direkt auswendig, ohne Stunden lang oder Tage lang dran zu sitzen obwohl es viel mehr ist. Aber das war eigentlich schon immer so. Ich bin eigentlich in allen Fächern wie Mathe und so gut, aber in Sprachen nicht. Habt ihr evt irgendwelche Tipps wie ich mir das vereinfachen kann und auch richtig behalten kann.

Expertenantwort
von AstridDerPu, Community-Experte für Englisch & lernen, 10

Hallo,

Auswendig lernen ist eine wenig effektive Lernmethode. Auswendig lernen bringt nur kurzfristigen Erfolg, denn was man auswendig lernt (Vokabeln, Texte) hat man ganz schnell wieder vergessen.

Wichtig ist, den Lernstoff (Texte, Grammatik, Vokabeln, Formeln, Naturgesetze, Theorien usw.) zu verstehen und in der Praxis anzuwenden. Nur dann setzt sich das Gelernte auch im Hirnkastl fest und lässt sich auch auf andere Aufgaben usw. übertragen. Das erreicht man, wenn man Gelerntes in der Praxis anwendet und es z.B. durch passende Bücher und Fachliteratur vertieft.

Vokabeln auswendig zu lernen ist wenig effizient, weil man sie nur für kurze Zeit abrufen und nicht wirklich anwenden kann. - siehe unten.

Wenn du einen (Lücken)text auswendig lernst, dann weißt du - so du es bis zur Englischarbeit nicht schon wieder vergessen hast - was in eine bestimmte Lücke hineinkommt.

Wenn du dabei aber z.B. die Grammatik oder den Gebrauch einer bestimmten Phrase oder Präposition nicht verstanden hast, wirst du die Leistung in einem fremden Text oder bei der eigenen Texterstellung nicht wiederholen können.

Lernt man Referats-, Präsentations- und Vortragstexte auswendig, wird man beim Vortragen meist zu schnell. Deshalb sollte man die Texte zwar ausformulieren, später dann aber anhand von Stichwortkarten frei vortragen.

Prüfer unterbrechen i.d.R. bei offensichtlich auswendig gelernter Wiedergabe bzw. beim Ablesen eines vorformulierten Textes (z.B. bei der Eurocom). Stattdessen werden Fragen zum Thema gestellt, bei deren Beantwortung sich der Prüfling dann i.d.R. schwer tut.

Schlimmstenfalls, wenn dein/e Lehrer/in deine Originalquelle (im Internet usw.) kennt oder entdeckt, wird dir das als Betrugsversuch ausgelegt und du wirst eine schlechte Note erhalten.

Mal abgesehen davon, dass du beim nächsten Mal womöglich keine passende Musterlösung gefunden hast und gestellte Aufgaben nicht lösen kannst, weil du es nicht gelernt / geübt, sondern immer nur abgeschrieben hast.

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Um nochmal auf das Thema Vokabeln zurückzukommen:

Vokabeln sollte man nicht extra für einen Vokabeltest lernen, sondern regelmäßig (jeden Tag 10 - 15 Min) in kleinen Portionen - Qualität statt Quantität - bringt mehr, als

Marathonsitzungen. Spätestens nach 1 Stunde macht das Hirnkastl nämlich dicht!

Vokabeln schnell zu lernen bringt nur kurzfristigen Erfolg. Um Vokabeln

effizient

zu lernen, d. h. so, dass man sie auch abrufen und anwenden kann,sollte man sie nicht nur stur auswendig lernen, sondern

Wortfamilien damit bilden: (Themen; Gegenteil; Nomen mit passendem Verb + Adjektiv; etc.)

Beispielsätze bilden

Redewendungen aufschreiben

Phrasal Verbs lernen: (Verben mit unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, welche Präposition danach folgt: look (schauen), aber look for /
After / forward to (+ Gerund) = suchen / s. um jdn. kümmern / s. freuen auf)

Vokabeln mit ihren (grammatikalischen) Besonderheiten aufschreiben und lernen, z. B. folgt Gerund oder to-Infinitiv, welche Präposition, unregelmäßiger
Plural, Verb, Adjektiv, Adverb, usw.

•Du kannst auch Haftnotizen mit dem jeweiligen englischen Wort auf alle Gegenstände, Haushaltsgeräte, etc. oder anderen Vokabeln in die ganze Wohnung
kleben und Vokabeln sozusagen im Vorbeigehen lernen.

Dabei ist es egal, ob du mit dem guten, alten Vokabelheft, einem Karteikasten oder einem elektronischen Vokabeltrainer arbeitest.

Die meisten Schulen in Bayern empfehlen phase6 als Vokabeltrainer.

Kostenlose Vokabeltrainer findest du bei pons.com, navendo.de, vokker.net, vocabulix.com, vokabel.org, teachmaster.de

Egal für welches System du dich entscheidest, wichtig ist die Regelmäßigkeit (s.o.).

•Vokabeln sollten auch mit allen Sinnen (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen / anfassen) gelernt und am besten auch noch gesprochen,
gesungen, gerappt, rhythmisch, in Versen und geturnt werden (typische Handbewegung).

Denk nur mal an das Lied 'Head and shoulders, knees and toes', das die Kinder - du vielleicht auch - heute schon im Kindergarten oder in der Grundschule lernen.

•Vokabeln kann man auch spielen(d lernen) Stadt, Land, Fluß auf Engl., wer kennt die meisten englischen Tiere usw.?, Teekesselchen, Taboo,
Memory, Bingo, Scrabble uvm. indem man

englisches Fernsehen schaut

englisches Radio hört (BBC im Internet, mit Podcast Download)

englische Podcasts hört- Englisch ganz leicht

- Der neue Hörkurs, Hueber- BBC Podcast 6 Minute Englisch

- Podcastarchiv: Business Spotlight Podcast- podcast.de/podcast/2756/archiv/?seite=11

- Randall's ESL Cyber Listening Lab

•Vokabeln als MP3 aufnimmt und immer wieder anhört, dabei mit- oder in eine Sprechlücke spricht

englische Bücher liest:

Lernkrimis: für verschiedene Lernjahre, mit Grammatikübungen

penguinreaders.de (Level Easystarts – Adv) englische Bücher für verschiedene Lernstufen

Reading A-Z.com: The online leveled reading program, mit Büchern für verschiedene Lernstufen

•Krimis/Thriller: H. MacInnes, C. Forbes, K. Follet, S. Sheldon, J. Fielding, E. George, R. Ludlum usw.

Liebesromane z. B. R. Pilcher usw.

Diese sind meist auch auf Deutsch erhältlich, so dass du dort auch mal nachschauen kannst, wenn du gar nicht mehr weiter weißt.

Tipp zum Lesen englischer Bücher:

Nicht jedes neue oder unbekannte Wort nachschlagen und rausschreiben. Das wird schnell zu viel und man blättert mehr im Wörterbuch, als dass man liest. So
verliert man schnell den Spaß am Lesen.

Nur Wörter nachschlagen, aufschreiben und lernen, die du für wirklich notwendig erachtest und wenn sich dir ansonsten der Sinn einer Passage nicht erschließt.
Viele Wörter erklären sich ja auch bereits durch den Kontext.

englische Zeitungen, Zeitschriften und Comics liest, z.B.

Spot on Das Magazin für Jugendliche, Hueber Verlag

• (Business) Spotlight (mit Worterklärung)

World + Press vom Schuenemann Verlag (Original-Artikel aus englischsprachigen Tageszeitungen mit Vokabular)

DVDs auch mal auf Englisch schaut (v. a. wenn man den Lieblingsfilm auf Deutsch eh schon in- und auswendig kennt.)

• sich einen englischen Sprach- oder Konversationskurs (z. B. VHS), Theatergruppe, Lesezirkel oder Stammtisch sucht.

- Auch privat, mit Freunden, Familie usw. Englisch spricht und Alltagssituationen nachstellt: Tagesablauf, Kochen, Einkaufen, Arzt, Kino, Theater, Krankenhaus,
Bäcker, Museum, Bahnhof, Flughafen, Hotel, Restaurant usw.

- Beim Spazierengehen, auf dem Schulweg, beim Einkaufen usw. überlegt, wie die Dinge, die man sieht auf Englisch heißen. Wörter, die man nicht kannte, daheim
im Wörterbuch nachschaut

• sich Skype einrichtet und englische Muttersprachler als Gesprächspartner sucht

• englische Brief / Email / Chat/Tandempartner sucht

• englisches Tagebuch schreibt

Da eine Sprache aber nicht nur eine Aneinanderreihung von Vokabeln ist, sondern diese auch noch möglichst sinnvoll zu Sätzen verbunden werden sollen, ist es
genauso wichtig, regelmäßig 10 - 15 Min Grammatik zu üben: ego4u.de + englisch-hilfen.de.

:-) AstridDerPu

PS: Das gilt ähnlich auch für andere Sprachen, auch wenn sich nicht alle Punkte in allen Sprachen (z. B. Latein) und zu Anfang umsetzen lassen, mit der Zeit aber immer mehr.

Antwort
von Evennotperfect, 5

Ein Lehrer hat uns immer erzählt, dass man, wenn man motiviert ist, sich Vokabeln leichter merken kann. Versuch einfach nicht genervt an das Thema heranzugehen.

Außerdem hilft es wenn man die Vokabeln immer in den doppelnden Zeitabständen lernt, damit sie auch lange im Kopf bleiben. Also wenn du z.B. anfängst Vokabeln zu lernen, lernst du am nächsten Tag...2 Tage darauf, dann 4 Tage darauf, 8,16 etc...



Antwort
von Schrodinger, 20

Sprachen? Ist eigentlich simple: 

Du lernst erst ein Vokabel und verbindest das dann mit anderen Wörtern. Erst lernst du "Apfel" dann das Wort "Essen". Als nächstes die Wörter "Mann" und "Geht". Dann hast du den Satz "Mann geht Apfel essen". Klingt komisch, aber ist erstmal so. Dann übst du diese einzelnen Vokabeln, bist du die 100% beherrscht. Deine nächste Sache ist dann, diese weiter zu verbinden mit anderen. Bis du dann am Ende den Satz "Ich habe gestern einen Mann gesehen, der einen Apfel gegessen hat" kannst. 

Mach immer erst mit den nächsten Vokabeln weiter, wenn du die vorherigen 100% verstanden hast und auch anwenden kannst. Sonst bringt es nichts.

Kommentar von zeytiin ,

Ja die Methode kenne ich und wende ich auch an also das Wort mir bildlich vorzustellen bei französisch klappt eig sehr leicht aber bei spanisch und englisch hänge ichw chr hinterher 😅 ich glaub einfach die Sprachen sind nichts für mich und das ich da einfach nur dauerhaft üben sollte ? Oder ist sowas Schwachsinn 🤔?  Oder bei russisch z.b man braucht es mir nur einmal sagen was das ist und ich merke es mir ok daran kann es liegen das ich diese Sprache schon immer spreche 😌😅

Kommentar von zeytiin ,

Das mit den 100% sicher sollte ich mir merken da ich Vokabeln eig immer weiter wiederhole bis zu einer bestimmten Anzahl und fange von vorne an

Kommentar von Schrodinger ,

Englisch ist eigentlich nur eine Sprache, wo man die Vokabeln jeweils wissen muss. Diese zu lernen, kannst du intensivieren in dem du einfach mit anderen Leuten diese Sprache sprichst. Dauerhaftes üben und wiederholen ist hier wohl nötig, sonst wird du dir diese schlecht merken können. Ich selber brauchte 6 Jahre, um Englisch fließend sprechend zu können und auch anwenden zu können. Dies habe ich aber nur geschafft, weil ich ständig mit Leuten im Kontakt war die Englisch auch sprachen. Deutsch habe ich normal auch im Alltag gesprochen, Abends jedoch dann Englisch und das kann einem extrem helfen. Du kannst, wenn du niemanden hast, es auch einfach so machen: immer wenn du eine bestimmte Tätigkeit tust, überlege wie es auf Englisch heißen würde. "Ich laufe jetzt diesen Weg entlang" - "I'm walking this path" und ähnliche Beispiele sollten dir dann wohl einfallen, wenn du irgendwas im Alltag machst. 

Antwort
von murksi1, 7

Das ist ganz einfach: Repetitio est mater studiorum!

Quelle: [werner stangl]s arbeitsblätter: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Vergessen-Ebbinghaus.shtml

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