Frage von Googliota, 30

Lern-technisches - Wie wichtig ist Speed ursprünglich beim Lernen?

Hi!

Mich würde mal die Situation interessieren, wie wichtig es ursprünglich ist, Speed beim Lernen zu bekommen.

Es gibt ja viele Leute, die beim Lernen ganz langsam durch den Text traben, doch wieviel bekommt man eigentlich mit, wenn man schnell durch das Material schreitet ? Ich meine, Verständnis baut sich ja immer erst etwas später auf, doch lernt man nicht besser, wenn man es zügig durchgeht ? Oder ist es anders herum, daß man gerade nicht so viel mitbekommt, wenn man sich beeilt ?

Wie wichtig ist Speed ursprünglich beim Lernen?

Ich freue mich auf Antworten.

MfG! gota

Antwort
von Tasha, 30

Die Frage kann man auf verschiedenen Leveln beantworten.

Beim ersten Mal sollte man einen Text in seiner Standardgeschwindigkeit lesen. Dafür muss man diese erst mal herausfinden. Einige Leute müssen langsam lesen, um alles zu verstehen, bei anderen verlangsamt sich das Verständnis, wenn man ZU langsam liest. Also liest man mal verschiedene (Sach-) Texte probeweise in unterschiedlicher Geschwindigkeit, um die Standardgeschwindigkeit zu ermitteln.

Wenn man zum ersten Mal einen Text liest und NICHT in Zeitdruck ist (so 5 min vor der Stunde ;-)), sollte man sich nicht so sehr beeilen, dass man nur noch wenig versteht. Am besten finde ich da immer "Romanlesegeschwindigkeit".

Dann fängt man ja mit dem Üblichen an: Definitionen herausschreiben, Konzepte visualisieren etc.

Diese memoriert man dann (wie für ein Referat), z.B. per Routenmethode.

Wenn man diese Vorarbeit geleistet hat, lohnt es sich, diese schon angelegten Routen recht schnell durchzugehen: Wie schnell habe ich einen Überblick über den Stoff?Wo bleibe ich hängen - was weiß ich auf Anhieb?

Wenn man diese Sachen nur langsam durchgehen kann, muss man noch mal lesen und sich den Stoff bewusst machen. Kann man sie schnell und immer schneller durchgehen, hat man sie auch später bei der Klausur oder im Referat sofort parat. Hier lohnt sich also Speed, um den Lernprozess zu beschleunigen und die Inhalten fast unbewusst parat zu haben.

An dieser Stelle lohnt es sich auch, das Buch bzw. die Aufzeichnungen noch mal schnell durchzugehen - Überschriften, Unterschriften, Stichworte, Konzepte, Zusammenfassungen, um die Erinnerung aufzufrischen (bzw. rauszufinden, wo es noch hakt).

Antwort
von Kajjo, 17
  • Ich finde, du verwechselst hier zwei Dinge: Lesegeschwindigkeit und Lerngeschwindigkeit
  • Wenn ein Thema wirklich komplex, schwierig und neu für einen ist, dann kann man überhaupt nicht vorhersagen, wie viele Stunden oder gar Tage man da nachdenken, begreifen, verstehen muss, bis es wirklich intuitiv sitzt. In jedem Fall drastisch länger als man einen text darüber lesen kann. Verständnis kommt von Ausprobieren, Selbstmachen, Nachvollziehen, Wiederholen, Durchdenken, Drüberschlafen. 
  • Die reine Lesegeschwindigkeit ist vorrangig eine Frage der Erfahrung und Gewöhnung. Sehr viele Akademiker können Texte "querlesen" und trotzdem den Großteil des Inhalts erfassen -- also was drin steht, worum es geht, oder wo der Punkt kommt, weswegen man den Text überhaupt liest. Das kann man üben und nur ganz viel Übung macht hier den Meister. Aber auch der pfiffigste Wissenschaftler wird innehalten und einen Absatz wieder und wieder lesen, sich Notizen machen, drüber nachdenken, was nachrechnen oder innerlich debattieren, wenn ein Konzept oder eine These schwierig sind. In dem Moment geht es nicht mehr um die Lesegeschwindigkeit.
  • In bezug auf Unterhaltungsliteratur (Belletristik, Romane) ist die Lesegeschwindigkeit bei Menschen ebenfalls übungsabhängig stark verschieden. Persönlich finde ich es optimal, ungefähr so schnell zu lesen, wie man auch spricht -- dann hat man am meisten von den Dialogen und Beschreibungen. Es ist eher so, dass man schneller liest, wenn man den Inhalt langweiliger findet. Dann bekomme ich immer noch (fast) alles mit, aber der Genuss wird geringer, der emotionale Abstand größer.
Antwort
von wolfgang1956, 13

Lernen ist eine viel zu individuelle Angelegenheit, dass man hier „Geschwindigkeiten“ messen sollte. Es kommt doch beispielsweise auch häufig genug vor, dass man einen einzelnen!! Satz in einem Lehrbuch mehrere Male lesen muß.

Dann wäre da noch die alles entscheidende Frage: Wie willst du die Lerngeschwindigkeit „messen“?

Vor allem sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass „Geschwindigkeit“ weder beim Lesen noch beim Lernen wichtig ist. Beim Lesen geht es ja darum, den Text nicht nur „mechanisch“ mit dem Auge „abzuklappern“, sondern den Text zu verstehen. Das geschieht aber in völlig anderen Orten des Gehirns.

Antwort
von schlonko, 23

Beim Lernen geht es nicht um die Zeit, die man sich mit einer Sache beschäftigt, es geht um Verständnis. Wenn Du in 3 Sekunden alles verstanden hast, prima! Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür? Du sollst genau in dem Tempo lernen, das Du eben hast. Wenn Du einen Satz nicht verstehst, lies ihn noch einmal. Wenn Du merkst, dass die nächsten 10 Aufgaben genau so funktionieren wie die, die Du schon mit Leichtigkeit gelöst hast, kannst Du den Teil überspringen. Lernen hat einen Haken: alle Theorien darüber sind Theorien. Du fängst erst dann an, Stoff in Deinen Kopf zu bekommen, wenn Du Dich damit beschäftigst. Also fang lieber erst mal an damit, als Dir jetzt schon Gedanken zu machen, wann Du am Besten wieder damit aufhörst!

Antwort
von MaxHilft01, 25

Man bekommt weniger mit, da man sich, wenn man sich selber zwingt unter Stress setzt und wenn man unter Stress steht lernt man schlechter

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