Frage von steilight, 447

Leitfrage zur RAF (rote Armee Fraktion)?

Ich mache meine 5.Pk im Fach Geschichte mit dem Bezugsfach Politikwissenschaften. Ich hab mich für das Thema "RAF" entschieden. Jedoch fällt mir keine kontroverse Leitfrage ein. Ich habe mir einige Notizen gemacht und habe ein paar Ansätze:

Inwiefern war die RAF eine politsche Widerstandsgruppe? oder RAF - Freiheitskämpfer oder terroristische Gruppe?

mehr fällt mir auch nicht ein..ich bin mir sehr unsicher. Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und mir ein paar Ansätze liefern. DANKE im voraus :)

Antwort
von Klaraaha, 418

Nur so ein Nebengedanke. Schon die Bezeichnung "Rote Armee" hat vielen damals das Blut in den Adern gefrieren lassen. Du mußt dir vorstellen, dass mit der "Roten Armee" auch die Sowjets assoziert wurden. Viele der damals älteren Leute hatten noch die Greueltaten und Vertreibungen im Osten durch die Rote Armee erlebt. Natürlich waren die Russen nicht schuld am 2. Weltkrieg aber "rote Armee"  bedeute damals ohnehin  Angst, Schrecken, Terror, Mord, Vergewaltigungen usw.

Antwort
von abibremer, 37

Wer andere Menschen nach eigenem Gutdünken umbringt, der ist nichts weiter als ein Mörder, selbst wenn er das mit mehreren Leuten verabredet und durchführt. Die RAF- Leute nahmen es ja locker in Kauf "nebenbei" das Personal ihrer Opfer zu töten. Allein schon einen Menschen mit Waffengewalt in einen Kofferraum zu pferchen, erinnert an Nazi-Greuel.

Antwort
von spaghetticode, 307

Interessant sind immer auch die Fragen

a) nach der eigentlichen Ideologie der RAF (das Zeug, was an "theoretischen" Schriften von denen kam, war nämlich allgemein reichlich konfus und ist entgegen ihrem kommunistischen Selbstbild gar nicht so einfach zu bewerten), sowie

b) nach Antisemitismus innerhalb der RAF und der damaligen militanten Linken.

Antwort
von andre123, 343

Oder auch  "Waren die Antiterrorgesetze der BRD in den 70ern  ein Offenbahrungseid für die Demokratie ?

bzw.  Hat die RAF dadurch nicht sogar Ihr Ziel erreicht, den Staat als Scheindemokratie zu entlarven, der beim geringsten Gegenwind die persöhnlichen Freiheitsrechte einschränkt  ?

Oder : "  Hat der Staat auf Terror mit Terror reagiert" ?

Antwort
von OhneRelevanz, 372

Das ist gar nicht mal so einfach. Provokation verlangt ja danach, dass du eine Frage stellst, die dazu führt, dass das Publikum eine kontroverse Antwort dazu assoziiert. Wie z.B. "Waren die RAF Freiheitskämpfer?". Ich weiß aber nicht, ob das sinnvoll ist, da - du eingeschlossen - wohl niemand dieser Frage zustimmen würden. Die RAF war eindeutig eine terroristische Gruppe und es gibt keinen Grund ihnen in irgendeiner Art und Weise etwas Gutes nachzureden. 

Vielleicht könntest du dich ein bisschen damit auseinandersetzen, was die RAF erreichen wollte. Dann könntest du bspw. eine Frage stellen, die in die Richtung geht, ob die grundsätzlichen Ziele der RAF denn "okay" waren und sie lediglich die falschen Mittel angewandt haben. Die Antwort darauf musst du dann aber natürlich selber liefern.

Kommentar von Antifascist ,

Ich zB sehe die RAF nicht als Terroristen, sondern viel mehr als Freiheitskämpfer und finde sie gut. Und das ist mein Ernst. In dem Fall heiligte der Zweck auch die Mittel.

Kommentar von OhneRelevanz ,

Mag sein, dass hier mein Kenntnisstand nicht ausreicht für eine Diskussion, aber ich als Linker habe die RAF immer eher als etwas wahrgenommen, was der linken Idee viel mehr geschadet hat, als jeder Gegenredner es je gekonnt hatte. Mord sollte nie ein (politisches) Mittel sein.

Kommentar von andre123 ,

man kann ja durchaus mit deren Ziele sympatisieren und bedingt noch Anschläge der ersten Generation ansatzweise billigen, aber spätestens im Verlauf der Bewegung standen die Anschläge in keinem Verhältnis mehr zur Zielsetzung.

Antwort
von andre123, 381

Wie wäre es den mit "Heiligt der Zweck die Mittel" ? 

Das ist kontrovers und beinhaltet die wesentliche Frage die sich in diesem Zusammenhag stellt.

Antwort
von Antifascist, 312

Die zweite Frage find ich wirklich gut. Aber die RAF hat soweit ich weiß in erster Linie für Gerechtigkeit und Gleichheit, und nicht für Freiheit gekämpft. Meiner Meinung nach sind es auch keine Terroristen.
Wichtig: Hol dir unterschiedliche Meinungen ein und betrachte das ganze von verschiedenen Perspektiven.

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