Frage von FrauJessica, 42

Leistungszulage - Prämie?

Folgender Sachverhalt:

Mitarbeiter arbeitet im Logistikbereich über eine Zeitarbeitsfirme die bei einem Kunden X einen Werkvertrag hat, also keine Arbeitnehmerüberlassung.

Er kriegt einen festen Stundenlohn von 9€ die Stunde, dieser ist auch im Arbeitsvertrag verankert.

Nicht im Arbeitsvertrag verankert ist die zu erfüllende Leistung: 200/Kollis pro Stunde

Erreicht man dieses Ziel nicht, so bekommt man trotzdem 9 € brutto.

Ist man im Monat betrachtet besser bekommt man pro Kolli mehr 0,03 € auf den Stundenlohn obendrauf. 201 Kolli / 0,03€ 202 Kolli / 0,06 € usw. Dies wird dann in der Lohnabrechnung separat aufgeführt als "Leistungszulage" nicht als Prämie. Lt. Arbeitgeber wird eine Leistungszulage besser versteuert als eine Prämie. Wie sehen hier die rechtlichen Unterschiede aus bzgl. Einhaltung oder Kürzung?

Es war nämlich immer so, dass Paletten stichprobenartig kontrolliert wurden, hat man fehlerhaft Kommissioniert (Ware z.B. stehen lassen) musste man pro Fehler 5 € bezahlen. Diese Strafe wurde nur dann einbehalten, wenn man auch eine Leistungszulage erhalten hat. Ist jemand also langsam und macht nur 180 Kolli/h so bekommt er trotzdem 9,00€ und kann so viele Fehler machen wie er will. Sie haben keinen finanziellen Konsequenzen. Natürlich redet der Chef dann mit der Person usw. Aber das ist eher irrelevant.

Diese "Prämieninformationen" und "Strafkosten" hangen im Büro der Zeitarbeitsfirma aus und waren für jeden ersichtlich. Man hat nichts unterschrieben.

Nun ist es so, dass in letzter Zeit vermehrt Fehler auftreten. Die Kontrollen werden weiterhin stichprobenartig gemacht und Kosten viel Zeit. Der Arbeitgeber will nun prozentual die Prämie streichen. Hierzu hat er einfach kommentarlos einen neuen Zettel im Büro aufgehanden mit folgenden Änderungen

2 Fehler - mind. 10% der Prämie 3 Fehler - mind. 20% der Prämie usw.

Interessant ist nun, dass er in dem Aushang das Wort Prämie und nicht Leistungszulage benutzt hat. Außerdem werden Personen die weniger als 200Kolli/h machen wieder nicht davon betroffen. Außerdem hat der Arbeitgeber noch kein Konzept zur Überprüfung der Paletten. Er überprüft die Paletten nur von Personen, die viel Prämie verdienen, da er denen natürlich am meisten Streichen kann. Personen die nur 205Kolli/h machen sind von der Prüfung komplett ausgeschlossen.

Ist diese Änderung rechtsgültig? Darf man solche Konditionen einfach verändern?

Antwort
von Nemo75, 33

Wer sowas schon unterschreibt ist unterbelichtet

Kommentar von FrauJessica ,

Habe doch geschrieben, dass der AG das einfach kommentarlos aufgehangen hat.

Verstehe den Sinn deines Kommentares nicht....

Kommentar von Nemo75 ,

Wer schon so einen Arbeitsvertrag unterschreibt mit 9€ Std und dann noch irgendwie einen "undurchsichtigen" Leistungszuschlag leisten soll ist schon sehr verzweifelt

Kommentar von FrauJessica ,

Verzweifelt aber wenigstens nicht arbeitslos :)

Kommentar von Nemo75 ,

Ich bin zufällig gerade Arbeitslos.
Aber deshalb lass ich mich nie von irgendwelchen "Firmen" ausnehmen.
Ich will arbeiten um zu leben und nicht nur leben um zu arbeiten

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