Frage von ChristophStunz, 27

Leistung und Gegenleistung in keinem Verhältnis - Ist Rechnung vom Immobilienmakler anfechtbar?

Hallo, wir haben Ende September 2016 ein Haus gekauft. Der Makler hat sich im notariellen Kaufvertrag seinen Provisionsanspruch absichern lassen. Sowohl die Verkäufer als auch wir als Käufer sind absolut unzufrieden mit der Leistung des Maklers. Die meisten Aussagen des Maklers entpuppten sich als nicht mit dem Verkäufer abgestimmt. Auch Aussagen gegenüber dem Verkäufer waren nie so mit uns besprochen. Beispiel: Der Verkäufer hat den Makler ausdrücklich darauf hingewiesen, dass erst im Januar das Haus fertig ausgeräumt ist und bis dahin keine Übergabe stattfinden kann. Der Makler sagte uns, dass wir spätestens am 15. November Übergabe machen können, denn dann stehen wir im Grundbuch. Daraufhin haben wir unsere Wohnung zum Ende des Jahres gekündigt. Jetzt ist der Verkäufer in Bedrängnis, weil er uns schnell weichen muss und wir sind in Bedrängnis, weil wir aus der Wohnung raus müssen, Nachmieter sind schon gefunden. Das einzige was planmäßig vom Immobilienmakler kam, war die Rechnung über einen hohen vierstelligen Betrag, sowohl für den Verkäufer, als auch für uns. Laut Vertrag alles rechtens, das war mir auch vorher klar. Können wir rein rechtlich noch irgend etwas anfechten? Unserer Meinung nach steht die Leistung des Makler und die erbrachte Gegenleistung in keinem angemessenen Verhältnis! Keine Absprache entsprach der Wahrheit. Die Vermittlung war alles in allem eine glatte Vier Minus...

Danke!

Antwort
von andreprodomo, 5

Hallo ChristophStunz,

ein wenig muss ich da schon schmunzeln.
Meine Frage ist:
Hab Ihr das nicht beim Notartermin geregelt?
Ich glaube nämlich das der Verkäufer nicht mit offenen Karten gespielt hat.
Der Makler hat recht, wenn die Auflassung im Grundbuch vollzogen ist, seit Ihr Eigentümer. Dann könnte auch im Notarvertrag eine Miete geregelt sein. Aber das müßt Ihr selber wissen. Zumal kann ich mir schwer vorstellen, das ein Makler dies absichtlich macht, welchen Grund hätte er? Wäre dann euere Kaufabsicht in Gefahr, wenn Ihr später einzieht? Wisst Ihr wirklich welche Absprachen der Verkäufer mit dem Makler hatte??? Aus Erfahrung kann nur eines sagen, am Ende sind Verkäufer und Käufer immer unschuldig?!?!?
Wenn der Vertrag beurkundet ist, warum regelt man erst im nach hinein den Einzug???
Warum die Rechnung anfechten? Ihr habt doch den Notarvertrag gelesen und unterschrieben? Der Makler kann doch nichts dafür wenn Ihr euere Wohnung kündigt? Und kündigen werde ich dann, wenn ich vom Verkäufer weiß, wann er das Haus räumt. Das muss doch schriftlich geregelt sein!!!

Ob der Makler gut oder schlecht ist kann ich so nicht beurteilen. Er hat zumindest nach §652 BGB gehandelt. Zumindest könnte man erwarten, das er sich bemühen könnten euer Problem zu lösen.

Und zum Schluss: Beweisen???
Der Beweis ist der Notarvertrag!!!!
Ist bitter für euch, ich drücke euch aber trotzdem die Daumen.

Antwort
von Mignon4, 16

Alles ist eine Frage des Beweises und ihr seid in der Beweispflicht.

Normalerweise sichern sich die Makler gegen falsche Aussagen über die Immobilien in den Verträgen ab. Die Maklercourtage war sicherlich vertraglich vereinbart, als der Makler den Kontakt zum Verkäufer hergestellt hat und wurde mit notariellem Vertragsabschluß fällig.

Es gibt Grenzen bei der Maklercourtage. Wenn sowohl ihr als auch der Verkäufer eine Rechnung bekommen habt, dann muß der Makler seine Courtage geteilt haben. Es wäre nicht rechtens, wenn er die gesamte Courtage zweimal berechnet.

Meines Wissens ist die Maklercourtage von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Erkundigt euch mal, wie hoch die Courtage in eurem Bundesland sein darf.

Antwort
von webya, 12

Was steht denn zur Übergabe der Immobilie im Kaufvertrag dazu drin? 

Antwort
von Heidrun1962a, 9

Entscheidend ist der Kaufvertrag den ihr vor dem Notar geschlossen habt. Der wurde euch doch vorgelesen, oder?

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