Frage von Korkensammler, 79

Leimholzbretter bekommen Risse - was habe ich falsch gemacht?

Guten Abend an alle Heimwerker und Holzwürmer,

Also, ich habe einen etwa vier Meter hohen Raum, in etwa 2,5m Höhe habe ich Balken eingezogen und auf diese habe ich Leimholzbretter aus Fichte geschraubt.

Der "Speicher" darüber dient in erster Linie als Lagerplatz und wird nicht bewohnt, daher war mir diese Lösung am Praktikabelsten.

In einem Baumarkt waren gerade Fichte-Leimholzbretter sehr günstig abzugeben (B-Qualität). Diese schraubte ich auf die Balken, machte immer etwas Leim an den Stoß und schraubte das nächste Brett an.

Nun passierte allerdings folgendes: Je nach Temperaturschwankung krachte es ordentlich und es entstanden Risse. Ebenso sind die Fugen nicht mehr dicht, sondern teilweise 5mm breit geworden.

Mein Verdacht ist, daß (ich habe das Ding im Hochsommer gebaut) das Holz sich doch mehr zusammenzieht, als ich dachte. Also arbeitet Holz wirklich in Größenordnungen von 2mm pro 10 cm?

Nun, wie würde man es richtig machen, daß keine Risse entstehen? Im Winter verlegen, aber was passiert dann, wenn es heiß wird (Im Sommer hat es in Südhessen gerne mal 35°C bei hoher Luftfeuchte, während im Winter dieser Raum auf etwa 18-20 Grad geheizt wird.

Wo lag mein Fehler?

Antwort
von Nitram, 38

Hallo, das mit der Feuchte wurde zur genüge angesprochen, du hättest auf den Leim verzichten sollen damit das Holz leichter und geräuschärmer arbeiten kann. Im Nachgang würde ich vieleicht einige Schrauben entfernen falls es zu starken Verwerfungen kommt halt wieder anderst verschrauben aber im Grunde mußt du damit leben. Wer hat dir das mit dem Leim gesagt? Wenn du einen Dielenboden von früher einmal ansiehst wirst du sehen es gibt immer Spalten. Wir haben ein älteres Haus renoviert und auch einen alten Dielenboden neu verlegt der hat auch recht breite Fugen bekommen obwohl alles altes, (etwa 200 Jahre) abgelagertes Holz war

Kommentar von Korkensammler ,

Anscheinend dehnt sich Holz wohl auch nicht nur bei steigender Temperatur, sondern auch bei steigender Luftfeuchte aus.

Was würde denn passieren, wenn ich das Holz dann verlege, wenn es "zusammengezogen" ist, also bei trockener Luft und niedrigen Temperaturen? Wenn ich es preß verlege, dehnt sich das Holz dann nach oben aus?

Auf die Idee mit dem Leim kam ich selber, da ich oben eine glatte, abwischbare/absaugbare Oberfläche wollte. Auf Dauer wollte ich da auch irgendeinen Billiglaminat draufkleben (ist wirklich nur eine Abstellkammer), um es leichter reinigen zu können.

Kommentar von Nitram ,

Hallo Korkensammler, da hast du Pech mit deiner Idee mit der
gleichen Temp. + Feuchtigkeit. Da deine Kanthölzer (Balken) normal um 90 Grad zu den Brettern verdreht sind passt es mit der Ausdehnung nicht da Holz sehr wenig an Länge sondern nur in der Breite auf Feuchtigkeit regiert. Die Temp. spielt dabei auch keine große Rolle nur die Feuchtigkeit. Es werden IMMER Risse oder Spalten geben. Zu dem Laminat, du schreibst "draufkleben" du
willst aber nicht das Laminat auf die Bretter kleben?? Du würdest dir einen sehr großen BÄRENDIENST machen. Laminat darf auf keinen Fall mit der Unterkonstruktion fest verbunden werden, es muss sich frei bewegen können sonst gibt es "Berge oder Mulden" und im schlimmsten Fall reißt es und ein gerissenes Laminat kann ganz "schöne" Schnitte an den Füßen verursachen. Viel Spass bei der Arbeit.

Antwort
von rudelmoinmoin, 46

das Holz war noch zu feucht, weil Holz aus dem Baumarkt (Angebote) meistens gestern noch die Vögel drauf gesungen haben, dann spielt die große Temperaturschwankung zum austrocknen noch mit, machen kann man nix dagegen tun 

Antwort
von hermannalbers, 40

Also: Ich melde mich hauptsächlich zu Wort, weil mich dein Alias-Namen "Korkensammler" beeindruckt hast. Solltest du das obendrein praktisch tun - und die gesammelten Korken einer ordentlichen Verwendung zuführen, lobe ich dich hiermit für dein gutes Tun.

Zur Frage: "Was verkehrt gemacht?" ist eigentlich schon alles gesagt: Holz zu frisch gekauft und sofort angeschraubt. Was mich allerdings wundert: Ist das wirklich Leimholz? Oder Rauhspund?

Du schreibst, dass du die Leimholz-Platten AUF die vorher eingezogenen Balken geschraubt hast. Wenn dich der Anblick der Risse sehr stört, könntest du doch von der Unterseite eine zusätzliche Decke aus abgelagerten Profilholz-Holz-Leisten mit den handelsüblichen Klammern darunter nageln. Die Klammern lassen dem einzelnen Brett etwas Beweglichkeit, so dass sich darin eigentlich selten oder nie Risse bilden. Dann sieht's doch wieder glatt (und schön?) aus.

Kommentar von Korkensammler ,

Es ist Leimholz, 20 x 200mm Fichte, 18mm stark...

Diese Bretter habe ich nebeneinander auf die Balken geschraubt (vorher hatte ich sie weiß lackiert)...

Die Risse stören mich nicht, damit kann ich leben. Mich würde nur interessieren, ob ich diese Rißbildung hätte vermeiden können...

Kommentar von hermannalbers ,

Jetzt bewege ich mich auch im Bereich der Vermutungen: Ja, die Risse wären VERMUTLICH kleiner ausgefallen, wenn du die Platten nur an einer Längsseite (also quasi entlang einer Holzfaser) verschraubt hättest. Dafür wären aber die Schrumpf-Fugen zwischen den Platten größer ausgefallen.

Antwort
von Skinman, 27

Abgelagertes Holz kaufen (erkennbar daran, dass es nicht als Sonderangebot verramscht wird.)

Antwort
von ossi3000, 28

Wie groß ist die leimholzfläche?

Kommentar von Korkensammler ,

Ein einzelnes Brett 20 x 200 mm (also 0,4 m²), die gesamte Fläche ein wenig über 10 m² (200 x 510 mm)

Kommentar von ossi3000 ,

Die Fläche ist zu groß um die einzelnen Bretter miteinander zu verleimen und dann auch noch zu verschrauben. Entweder, oder. Die geleimte Fläche solltest du nur fixieren. Das mittlere Brett an den Enden verschrauben und genügend Platz zu den angrenzenden Wänden lassen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten so etwas herzustellen aber deine Variante ist definitiv fachlich falsch. Beste Grüße

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