Frage von DarkAngel2015, 64

Leide unter Selbsthass. Was nun?

Seit einigen Monaten leide ich neben starken Depressionen auch unter Selbsthass. Was kann man dagegen machen? Es wird immer unerträglicher zumal einige viele Arbeitskollegen sich über meine Erkrankung sogar lustig machen was es nicht einfacher macht. Verständnis hat keiner bei der Arbeit.

Antwort
von zahlenguide, 17

1. Negative Gedankenprozesse behindern Dich. Derzeit springst Du von einem negativen Gedanken zum nächsten. Ich zeige Dir kurz wie unser Gehirn funktioniert: Wenn Du z.B. an das Wort "Krieg" denkst, verbindest Du dieses Wort mit anderen Begriffen wie "Leid", "tot", "Ungerechtigkeit" usw. usw. - Du springst also von einem negativen Gedanken zum nächsten. 

Du kannst diese aber auch unterbrechen. Wenn Du im Alltag feststellst, dass Du Dich negativ auf etwas einlässt, z.B. von einem wütenden zum nächsten wütenden Gedanken oder von einem traurigen zum nächsten traurigen Gedanken springst, kannst Du das bewusst unterbrechen, indem Du eine Minute lang spontan positive Begriffe aneinander reihst. z.B. "Harmonie", "Freundschaft", "Erotik", "Familie", "Stärke", "Frieden" usw. - dein Gehirn wird am Anfang vielleicht versuchen negative Gedankenprozesse einzuführen, aber schon nach zwei oder drei Minuten sind deine vorigen negativen Gedanken unwichtig geworden oder haben keine so große Bedeutung mehr für Dich.

2. Statt den ganzen Tag über negative Dinge in Deinem Leben nachzudenken, kannst Du Deinem Gefühlsleben eine neue Wendung geben, indem Du lernst nur fünf bis zehn Minuten am Tag Deinen Gefühlen freien lauf zu lassen und den restlichen Tag nützliche oder spassige Sachen zu machen.

Dazu hörst Du jeden morgen kurz in Dich hinein und wenn Du Dich z.B. am morgen ein bisschen traurig fühlst, gehst Du zum Zähneputzen und hörst dabei traurige Musik, die Dich zum Weinen bringt. Da der Anlass der Dich zum Weinen bringt nicht so stark ist, als würde Dich jemand wirklich angreifen, wirst Dein Gehirn es eher so wahrnehmen als würdest Du einen traurigen Film anschauen. Nach fünf bis zehn Minuten brichst Du die Übung ab und machst den Rest des Tages lustige und nützliche Dinge.

Wenn Du morgens aufstehst und Dich ein bisschen sauer fühlst, kannst Du wieder zum Zähneputzen gehen und dabei schnelle rhythmische Musik hören, die dir gefällt und bei der Du entweder zum Tanzen oder wütend hin und her laufen animiert wirst. Nach fünf bis zehn Minuten kannst Du die Übung mit Technik bei 1. abbrechen und den Rest des Tages nützliche und spassige Dinge tun.

Schon nach drei bis fünf Minuten wird Dein Gehirn begreifen, dass auch starke Gefühle kontrollierbar sind und nicht den ganzen Tag lang Dich belasten müssen. Du wirst von Monat zu Monat immer selbstbewusster.

3. Natürlich kannst Du auch Sorgentelefone anrufen oder Deinen  Freundschaftskreis erweitern bzw. aufbauen. Dazu empfehle ich Dir auf die Seite Ebay Kleinanzeigen zu gehen (kein Witz). Dort suchen viele Menschen aus vielen Regionen Leute mit denen sie regelmäßig ins Kino gehen können oder andere Sachen machen können. Geh einfach mal mit verschiedenen Leuten los. Einige dieser Leute werden Dir gut gefallen. Um so sozialer Du wirst - also umso mehr Du mit Menschen zu tun hast - umso besser wirst Du mit nervigen Menschen umgehen können.

4. Rate ich Dir Dein Sozialleben noch weiter zu erweitern, indem Du die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten, die Dir oft durch regionale Zeitungen gegeben wird, nutzt. Bedeutet: Geh auf alle möglichen Events, wie Konzerte, Festivals, Cons, Leseabende usw. usw. - Du kannst Dich später noch spezialisieren - z.B. auf Film oder auf Musik...

So lernst Du mit der Zeit hier und da auch wirklich tolle Leute kennen, die nicht nur auf Äußerlichkeiten achten sondern Dich als Mensch mögen.

Du kannst auch Trendsportenarten, die jeden Monat rauskommen mal probieren - Probetraining. Vielleicht ist sogar eine drunter, die Dir dauerhaft gefällt, wenn nicht probierst Du eben viele Sportarten aus und hast immer viel zu erzählen.

5. Rede, wenn Du Leute kennen lernst, über lustige Themen, wie z.B. lustige Lehrer, die Du hattest oder Mitschüler, die was komisches gemacht haben. So ist die Atmosphäre viel lockerer und frage einfach, ob der andere auch so lustige Ferien hatte oder lustige Lehrer/ Kindheit usw. So entwickelt sich ein individuelles lustiges Gespräch in toller Atmosphäre.

6. Manchmal hast Du keine Lust Dinge zu tun. Tue sie aber trotzdem, wenn sie eben notwendig sind - z.B. Wohnung aufräumen oder Schreibarbeiten erledigen. Es geht leichter, wenn Du Dich nicht ablenken lässt. Denn immer wenn Du auf Dein Handy schaust, obwohl Du eigentlich lernen solltest, brichst Du den Gedankenprozess oder Deine Motivation für die Sache ab und denkst danach, dass es angeblich so schwer war. In Wirklichkeit warst Du einfach nicht bei der Sache. Sei Dir auch nicht zu schade, bei Dingen, die Du nicht weißt Einführungsvideos oder Literatur zu lesen. Dafür verstehst Du dann die Sache wenigstens wirklich - im Gegensatz zu vielen Mitmenschen.

7. Sollte Deine Jobsitutation so bleiben wie oben beschrieben, würde ich mir überlegen, ob Du Dir nicht einen anderen Job suchst. Entweder in der gleichen Branche oder in einer ganz anderen Branche.

So kannst Du Dir z.B. mal überlegen, welches berufliches Ziel - unabhängig von der Branche, in der Du jetzt arbeitest - Du gerne in 20 Jahren erreichen möchtest. Wenn Du z.B. gerne Chef werden möchtest, solltest du im nächsten Job für wenig Gehalt aber viel Erfahrung einen Assistenzjob auf der Führungsebene einer Firma anstreben. Denn nur ein guter anderer Chef kann Dir beibringen wie ein Chef handelt und denkt. Das gleiche gilt für alle anderen fernen Ziele im Beruf. Werde immer Assistent von dem, was Du gerne sein willst um von den besten zu lernen. Zur Not machst Du eben mehrere Assistenzjobs bis Du einen guten Chef gefunden hast.

Frohe Weihnachten wünsche ich Dir.

Antwort
von LonelyBrain, 22
  • Zunächst: gib dir viel Zeit und hab Geduld. Dein Vorhaben lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen. Den Selbsthass zu besiegen kann ein langer Prozess sein - der sich aber lohnt!
  • Du lernst Selbsthass - das heißt du kannst auch lernen dich wieder zu lieben. Denn kein Mensch hasst sich selbst von Natur aus.
  • Wenn du schon sehr tief drin steckst solltest du dir eine Therapie suchen

Hier noch weitere Tipps um dich selbst zu lieben:

  • Erforsche die Ursachen deines Selbsthass
  • Lerne dich selbst besser kennen
  • Lerne dich anzunehmen
  • Ändere deine Grundeinstellung
  • Suche dir Sicherheit in dir selbst - nicht außen
  • Lerne mit Kritik umzugehen
  • Beziehe nicht alles auf dich
  • Lerne "Nein" zu sagen
  • Arbeite an deiner Ausstrahlung
  • Führe ein Tagebuch über deine Erfolge

Hier kannst du die o.g. Tipps nachlesen und vertiefen: http://www.selbstliebe-gegen.selbsthass.com/selbstbe.htm

Antwort
von sleepy55, 26

Andere Leute sind oft dumm. In der Arbeit ist es dass Problem, dass man eine Depression nicht sehen kann wie einen gebrochenen Arm oder eine Grippe. Die Leute denken, der soll sich mal nicht so anstellen, traurig bin ich auch schonmal und komm trotzdem zur Arbeit. Geh zu einem Psychologen und/oder zu einer Selbsthilfegruppe. http://www.depressionsliga.de/unser-angebot/selbsthilfe-bei-depressionen/selbsth...


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