Frage von mrjohn95, 62

Leide ich unter unter einer Panikstörung oder ist das normal?

Liebe Mitglieder,

ich habe folgendes Problem:

Anfang des Jahres 2016 hatte ich eine Panikattacke, weil ich mich in einem körperlichen Zustand (4/20) befunden habe und mich in eine Sendung im Fernsehen so sehr reingesteigert habe, dass ich gedacht habe ich muss sterben. Dies war der Auslöser für starke Schmerzen in der Brust, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Schweißausbrüche und totale Schwäche. Nach einer halben Stunde war keine Besserung in Sicht. Wir riefen also den Krankenwagen und ich wurde nach mehreren Herztests (EKG, 24h-EKG, Belastungs-EKG) nach mehreren Tagen wieder entlassen. Zuhause hatte ich kurz vorm Einschlafen wieder so eine Attacke, die aber nach 10 min vorbeiging. Ich ging also am nächsten Tag zu meinem Hausarzt und der stellte eine Rippenblockierung fest. Die hab ich mir in mehreren Sitzungen manueller Therapie entfernen lassen und schon waren die Schmerzen in der Brust und die Attacken weg. Ich hab danach nie wieder Zeug und auch kaum Alkohol angerührt.

Ich muss dazu sagen: Ich mache vier mal die Woche leistungsorientiert Sport, am Wochenende Turniere und Punktspiele. Die Attacken gingen los, nachdem ich 2 Wochen überhaupt keinen Sport gemacht habe, weil Weihnachten war.

Danach kamen die Attacken und der Schmerz in der Brust 2 Monate lang nicht wieder. Ich konnte ohne Probleme 7 Prüfungen in einer Woche schreiben (Student), Landesmeisterschaft und Punktspiele spielen, nebenbei Arbeiten und es passierte absolut nichts.

Ich leide nun seit 2 Wochen an einem hartnäckigen Virusinfekt, ich denke mal Grippe. Nach einer Woche dachte ich es wäre wieder besser und ich ging zur Arbeit und abends noch mit ein paar Kollegen in eine Bar. Dort bekam ich nach 10 min und einem halben Radler etwas Platzangst und fühlte mich unwohl. Ich hab meinem Körper in dem Moment nicht getraut, dass ich da nicht abklappe. Es war eine Mischung aus Panikattacke und Kreislaufproblemen durch die Grippe. Ich fuhr also nach Hause und hatte noch 2 Stunden lang Panik, weil ich dachte ich falle in Ohnmacht. Am nächsten Tag zur Ärztin, ein Knorpel soll wohl in der Brust verrutscht sein durch das viele Husten. Wieder manuelle Therapie, alles gelöst. Trotzdem hat mich die Grippe weiterhin geschwächt. Ich habe seitdem Schwäche, Benommenheit und Husten, kann nur noch zuhause im Bett liegen und nicht mal lange sitzen. Zwei Versuche Auto zu fahren endeten mit mehreren Panikattacken/Kreislaufzusammenbrüchen/Schwächeanfälllen (oben genannte Symptome, keine Ahnung welches davon richtig ist) vermehrt an Ampeln, ich habe meinem geschwächten Körper in diesem Moment nicht vertraut, dass er durch die Grippe nicht abklappt und ich nicht rechtzeitig wegkomme.

Fragen:

Womit hab ichs hier eher zutun? Da die Symptome ohne eigentlichen Grund (bin sonst ohne Probleme Auto gefahren), nur wenn ich keinen Sport machen kann und wenn mein Körper geschwächt ist auftreten, kann ich mir keine Angststörung vorstellen.

Ich danke Euch für die Hilfe!

Grüße

Johannes :)

Antwort
von Landkartenmaler, 32

Solche Panickattacken sind ganz oft Kopfsache. Es kann sein, dass du dir manchmal nur etwas einbildest. Ich würde vielleicht mit einem Psychologen bereden, wie du dich selber besser kontrollieren kannst, wie du realistisch bleibst usw.
Leider hast du nebenbei noch diese körperlichen Probleme, die dir die Attacken nicht leichter machen.
Aber wie du gemerkt hast hilft Ablenkung (Sport). Ich würde das beibehalten.

Kommentar von mrjohn95 ,

Danke für die schnelle Antwort. Ich hab die Attacken ja anscheinend immer durch körperliche Symptome oder wenn ich etwas körperliches hab. Solange ich körperlich gesund bin, habe ich auch keine Panikattacken.Das spricht ja eigentlich gegen eine Panik- oder Angststörung oder ähnliches oder?

Kommentar von Landkartenmaler ,

Ich bin mir nicht sicher, ob die Panikattacken wirklich durch körperliche Probleme entstehen. Meistens ist es eher anders herum.

Ich würde das trotzdem beim Arzt durchchecken lassen. :)

Antwort
von lisamuller234, 18

Hallo Johannes,

alles was du hier beschrieben hast deutet auf eine Panikstörung hin. Ich bin mir da so sicher, weil ich eine Panikstörungpatientin bin und dass seit ungefähr einem Jahr. Ich habe auch nie geglaubt dass ein Psychotherapeut mir helfen kann, aber glaub mir er kann. Ich hatte meine erste Panikattacke im Geschäft..mirwurde schwindelig, hatte unregelmäßigen Herzschlag, Übelkeitsgefühl, Ohnmachtsgefühl, Atemnot etc...dass kann bei jedem natürlich anders ausfallen, im schlimmsten Stadium meiner Krankheit hatte ich sogar Angst auf Lebensmittel allergisch zu sein...ziemlich bescheuert ich weiß, aber das ist alles unsere unterdrückte Angst. Du machst viel Sport habe ich gehört, ich tanze jeden Tag und habe trotzdem eine Panikstörung und ich brauche diesen Sport. Mein Therapeut meinte dass ich mit dem tanzen meine unterdrückte Angst hinausgeschoben habe, aber irgendwann holt sie uns ein...leider..hast du viel Stress? Hast du vielleicht auch mal was Schlimmes erlebt? und fürchtest du dich sehr wenn du diese Attacken hast? hoffe auf eine Antwort

lg Lisa

Kommentar von mrjohn95 ,

Hallo Lisa, 

danke für deine Antwort. Ich hab mir bereits einen Termin beim Psychotherapeut besorgt. Inzwischen wurde bei mir auch eine leichte Schilddrüsenunterfunktion und ein akuter Vitamin-D-Mangel festgestellt. Das beides verursacht genau die Symptome. Das wird noch den Rest dazu beigetragen haben, da ich schon immer leicht depressiv verstimmt war. 

Vitamin D wird leider nur auf eigene Kosten untersucht und Schilddrüse glaubt kein Arzt, ich musste meinen auch erst drauf aufmerksam machen und es war gut so. Vielleicht kannst du das nochmal checken lassen, mehr als dein Befinden verbessern kanns nicht. :)

Das ist schön, dass du was gefunden hast, was dir die Angst nimmt. Solange ich Sport gemacht hab, hatte ich auch nie Probleme. Ich muss dringend mal wieder anfangen, wenn ich nicht mehr so schwach bin. 

Mein Leben ist schon nicht ganz stressfrei, aber ich stürz mich gern in die Arbeit. Ich brauch immer was zutun, deswegen ist die Langeweile gerade sehr bedrückend. Merkbar als schlecht ist der Stress aber eigentlich selten, Uni natürlich mal, manchmal im Verein, manchmal auf Arbeit, aber das ist alles eigentlich ganz chillig. Eher so Eustress.

Was schlimmes passiert ist mir auch nicht, mein Leben ist eigentlich ganz cool. Deswegen wundern mich meine Symptome so.

Die Attacken nerven inzwischen nur, besonders beim Autofahren. Eigentlich kann da ja nichts passieren, aber Kontrollverlust ist nicht schön, gerade im Auto. An Orten, wo mir notfalls jemand helfen kann, wenn ich mal umkippe (passiert bei Panik ja nicht, aber man denkts ja trotzdem) ist das halb so wild. 

Grüße 

Johannes

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