Frage von owltattoo, 91

leide ich unter depression, anxiety oder was ist mit mir los?

ich bin 19 jahre alt, in einer ausbildung, im letzten lehrjahr, die mir überhaupt keinen spaß macht aber ich bin sehr gut darin, da ich mich zwinge alles gut zu machen und mir mühe zu geben, jeder denkt das mir diese ausbildung spaß macht, nur meine engsten freunde wissen wie ich mich wirklich fühle, ich weiß nicht wie ich es so lange ausgehalten habe .. es sind noch wenige monate, aber es wird immer schlimmer für mich .. vor ein paar tagen habe ich in der arbeit zweimal heimlich geweint und auf den weg nachhause musste ich auch wieder weinen, zudem habe ich auch immer eine schreckliche stimme im kopf. Immer wenn ich etwas nicht weiß dann kommt sie und sagt "das hättest du schon wissen müssen" oder "wieso kannst du das nicht" und ähnliches, ich bin sehr schüchtern und auch habe ich kein gutes allgemeinwissen .. vielleicht ist es wegen dem, ich bin selbstbewusster geworden aber nicht genug .. ich möchte diese ausbildung hinter mir haben und glücklich sein, nur wie? und was habe ich da im kopf, was mich immer runter zieht?

Antwort
von vogerlsalat, 60

Versuch mal etwas weniger perfekt sein zu wollen. Versuch zu lernen zu deinen Fehlern zu stehen, dann wird es schon mal einfacher. Allgemeinwissen kann man sich ja aneignen. Alles was du nicht weißt, versuchst du zu googeln. Hier findest du meist eine Antwort und das nächste mal kennst du die schon.

Antwort
von Cathal, 37

Liebe(r) Owltattoo ... dazu gibt es soooo viel zu sagen. Ich nehme an, Du bist ein Mädchen.

1. Es ist völlig normal, dass man Dinge nicht weiß. Darum nennt man es Ausbildung. Du klingst wie jemand, die entweder sehr unter (elterlichem) Druck aufgewachsen ist, oder einen sehr hohen Anspruch an sich selbst hat. Letztes wäre eigentlich eine gute Eigenschaft. Es ist aber wichtig, dass Du Dir diesen Druck bewusst machst und selbst in jedem Fall entscheidest, wann Du Deinem Anspruch gerecht werden oder wann Du einfach auch mal nicht perfekt sein willst .

2. Es ist auch völlig normal, von Zeit zu Zeit mal in einem Stimmungstief zu sein (das Weinen). Von einer Depression spricht man, wenn das Stimmungstief dauerhaft anhält und Du auch keine fröhlichen Momente dazwischen hast. Dann allerdings solltest Du schnell einen Arzt konsultieren (auch eine psychologische Behandlung beginnt bei Deinem Hausarzt). Eine Depression lähmt Dich auch für alles Neue.

3. Wenn die Ausbildung eh nur noch wenige Monate dauert, lohnt es sich also, sie durchzustehen. Danach hast Du ja wieder alle Möglichkeiten offen. Also musst Du hier an Deiner Einstellung arbeiten. Warum ist das alles so fürchterlich? Was sind Deine schlimmsten Befürchtungen und Ängste? Welche der Befürchtungen und Ängste sind denn tatsächlich realistisch und was wird denn vermutlich tatsächlich schlimmes passieren? Und mit welcher Einstellung oder mit welcher Verhaltensänderung kannst Du dem wirksam begegnen? Es hilft, wenn Du Dich in einem guten Moment einmal hinsetzt und Dir das alles einmal aufschreibst. Und es dann auch natürlich umsetzt!

4. Du solltest Dich Deinen Eltern oder ersatzweise einem vertrauten älteren Verwandten/Freund anvertrauen. Allleine schon mit einem Menschen zu reden, hilft Dir bestimmt weiter.

Ich hoffe, dass es Dir bald besser geht.

Kommentar von owltattoo ,

dankeschön liebes! das werde ich auf jeden fall tun :) 

Antwort
von DODOsBACK, 22

Was auch immer du da hast - es wird nicht von alleine weggehen!

Wahrscheinlich ist die Ausbildung nur eine willkommene Ausrede - wenn du ehrlich bist, hättest du sie ja schon längst beenden können! Abbrechen, wechseln, ein FSJ einbauen, (vorübergehend) einen Job annehmen... Es gibt genug Möglichkeiten!

Du hast dich aber nicht getraut!

Du schreibst, du zwingst dich, so zu tun, als sei alles okay. Das tust du aber nicht für die anderen (wie du dir vermutlich gerne einredest) sondern einzig und allein für DICH!

Du willst keine Fragen gestellt bekommen, du willst keine Antworten suchen müssen und du willst garantiert nicht irgendwelche neuen Entscheidungen treffen. Du willst einfach nur abwarten, bis es von alleine vorbei ist.

Hör auf, "hätte, wäre, wenn..." zu spielen! Der Job gefällt dir nicht? Okay. Klar solltest du die Ausbildung jetzt beenden, nachdem du zweieinhalb Jahre "durchgehalten" hast, aber wie soll es danach weitergehen?

Wenn du was anderes machen willst, musst du dich JETZT darum kümmern!!!

Sonst ersetzt du in einem halben Jahr "Ausbildung" durch "Beruf" und stellst die gleiche Frage noch einmal...

Vermutlich gibt es ein halbes Dutzend Etiketten, die man dir anhängen kann. Was aber viel wichtiger ist: was stört DICH?

Nicht die Ausbildung, der Job oder die Kollegen, sondern was stört dich an dir selbst? Deine Angst? Deine Unsicherheit? Die hohen Erwartungen, die du an dich hast?

Schreib dir auf, was du gerne ändern würdest. Und dann überleg dir, wie du es anfangen kannst.

Rede mit deinen Freunden. Oder mit deinem Hausarzt. Mach einen Termin im BIZ. Finde raus, ob es "passende" Selbsthilfegruppen in deiner Nähe gibt. Wenn du meinst, es ist nötig, denk auch über eine Therapie nach. Aber sei nicht länger nur ein Zuschauer in deinem eigenen Leben!

Mach dir einen Aktionsplan, setz dir konkrete Ziele und arbeite daran!

"Jeder ist seines Glückes Schmied", also krempel die Ärmel hoch und mach dich an die Arbeit!

Kommentar von owltattoo ,

du hast mir so viel weitergeholfen .. dankeschön!! das war wirklich genial, alle deine vorschläge, werde ich natürlich umsetzen und ich glaube das problem liegt bei mir, das ich sehr unsicher, unselbstbewusst, und nicht glücklich mit mir selbst bin. dankeschön wirklich :) ich werde mir heute auf jeden fall alles aufschreiben und alles überdenken, das wird mir helfen .. die ausbildung mache ich auf jeden fall weiter aber sie wird später trotzdem nichts für mich sein, aber danke das du mir weiter geholfen hast .. ich werde nach der ausbildung das machen was ich will, auf jeden fall! 

Kommentar von Cathal ,

Sorry, DodosBack, aber mit den wenigen Informationen einen solchen Ratschlag zu geben, finde ich unverantwortlich. Wie kann man einem jungen Menschen raten, eine Ausbildung abzubrechen (Ausbildungsplätze liegen ja bekanntlich auf der Straße), ohne auch nur irgendwelche Hintergründe zu kennen?

Kommentar von DODOsBACK ,

Sorry, Cathal, aber manchmal ist es hilfreich, den GANZEN Text zu lesen, statt nach dem zweiten Satz Dinge hineinzuinterpretieren...

Ich habe nirgends zum Abbruch geraten, lediglich darauf hingewiesen, dass diese Möglichkeit zweieinhalb Jahre lang bestanden hat.

Ich habe sogar ausdrücklich dazu geraten, die Ausbildung zu beenden!

Klar solltest du die Ausbildung jetzt beenden, nachdem du zweieinhalb Jahre "durchgehalten" hast, aber wie soll es danach weitergehen?

Mein Ratschlag war, sich jetzt schon Gedanken über die "Zeit danach" zu machen. Aber zum Glück hat es ja der Fragesteller verstanden...

Kommentar von Cathal ,

Sorry. Mein Fehler.

Antwort
von Valentiiina, 25

Setz dich nicht selbst unter druck und sage dir einfach, dass es nicht schlimm ist fehler zu machen.  Und zieh die ausbildung auf jedenfall noch durch selbst wenn du dann eine andere machst sonst hast du fast 3 jahre verschwendet!!!

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