Frage von Statutory, 121

Leide ich an einer Persönlichkeitsstörung (Borderline)?

Natürlich weiß ich, dass ihr mir das nicht so leicht beantworten könnt und mich darauf hinweisen werdet, zu einem Therapeuten zu gehen (was ich schon vorhabe). Ich würde aber gerne mit Leuten sprechen, die selbst davon Betroffen sind oder Erfahrung davon haben, um mir ein paar Tipps oder Meinungen zu holen.

Ich bin weiblich und 19 Jahre alt. Mein schädigendes Verhalten hat mit 13 angefangen. Aber fangen wir von vorne an. Ich bin ein Scheidungskind und meine Mutter hatte nie viel Zeit für mich. Meinen Vater kenne ich kaum; zuletzt habe ich ihn vor sechs Jahren gesehen und viel um mich gekümmert hat er sich nie. Meine Mutter tendiert dazu, sich gewalttätig zu verhalten. Das hat angefangen, als ich fünf Jahre alt war und geht bis heute noch so weiter. Oft sind es Punches mit der Faust, beispielsweise waren es heute drei Schläge mit der Faust auf meinen Rücken. Einmal hat sie sogar meinen Kopf auf den Boden gehauen. Wie auch immer. Mein selbstverletzendes Verhalten fing mit 13 an. Oft passierte das nie, aber heute noch tendiere ich manchmal dazu, mir wehzutun, um Druck abzubauen.

Jetzt greife ich lieber zum Alkohol zurück und ertränke meine Probleme oder Sorgen im Wein. Ich merke, dass ich schon an einer leichten Sucht leide. Richtig betrunken war ich nie, aber manchmal werde ich wütend, wenn ich keinen Wein finde, wenn ich schlecht gelaunt bin. Ich denke direkt: "Ich brauch das, sonst komm ich nicht klar."

Wenn ich wütend oder traurig bin (was leider oft passiert), sind das meine drei Reaktionen auf diese Gefühle:

  • Entweder verletze ich mich selbst
  • Ich mache Dinge kaputt, weil ich nicht damit klar kommen kann
  • Ich konsumiere Drogen (Alkohol), um besser gelaunt zu werden

Außerdem neige ich dazu, extreme Stimmungsschwankungen zu haben. Ich bin mehrmals am Tag traurig, aber das geht dann wieder in gute Laune über. Ich hasse mich entweder oder bin super zufrieden in meinem Körper. Meine Freunde sind entweder toll oder einfach nervig, ich kann das selbst oft nicht gut beurteilen ... Ich habe extreme Angst davor, verlassen zu werden. Nicht von meinen Freunden, aber von der Person, die ich liebe. Es scheint so, als würde ich mich oft verlieben. Ja, sehr oft sogar. Ich war in einer vier Jahre langen Beziehungen und habe sie beendet, weil es einfach nicht mehr ging. Eine Woche danach habe ich jemand neuen kennengelernt und jetzt sind wir intim miteinander und haben Gefühle füreinander. Vor meiner langjährigen Beziehung gab es einen anderen Jungen, den ich toll fand, der aber nichts von mir wollte, also hab ich mir direkt jemand anderen gesucht. Ich suche mir ständig neue Leute, um mich nicht alleine zu fühlen.

Und ich gebe viel zu viel Geld aus. Als wäre es eine Art Impuls ... Die Methoden, wie ich mich verletzt habe oder meine Mum, die habe ich extra nicht aufgelistet, weil sie triggern könnten.

Antwort
von Mikey86, 38

Hi

Eine aussagekräftige Diagnose deiner Probleme ist leider nicht machbar ohne dich persönlich gesehen zu haben.

Dennoch anhand deiner sehr ausführlichen Schilderung, weiche ich von deiner Vermutung auf Borderline eher ab. Bei dir liegt doch manches, unverarbeitetes Ergeignis vor welches sicherlich in absehbarer Zeit begutachtet und allenfals bewältigt werden sollte.

Jedoch durch das schleichende anbahnen deines erwähnten Alkoholproblemes, könnten sich deine Stimmungsschwankungen eher verschlechtern.

Diesbezüglich finde ich deinen Schritt, dir professionelle Hilfe holen zu wollen, sehr gut. Wende dich daher an deinen Hausarzt und lass dich komplett checken.

Gerne darfst du mir auch privat schreiben, sollte dir dies lieber sein. Deine "Methoden" würden mich interessieren.

Ich hoffe du wirst deinen Weg gehen und wünsche dir alles gute

Antwort
von Ostsee1982, 22

Wie soll ein Laie im Internet feststellen ob du an einer Persönlichkeitsstörung leidest? Selbst ein Fachmann würde online keine Diagnose abgeben, das wäre einfach unprofessionell. Es geht vorrangig nicht um das vorhandensein von Diagnosekriterien sondern um deren Ausprägung und das lässt sich ausschließlich im persönlichen Gespräch feststellen. Was allerdings in deiner Fragestellung ersichtlich ist, ist, dass du dich zu dieser Thematik im Internet gut eingelesen hast, das merkt man anhand einiger Begriffe die im Alltag keiner so beschreiben würde. Sinnvoll ist es allerdings nicht, sich ohne gesicherte Diagnose in ein Erkrankungsbild hinein zu steigern stattdessen wäre es besser darüber nachzudenken was es für gesündere Methoden und Bewältigungsmechanismen gäbe.

Antwort
von malaikastar, 26

Hi, das mit der Therapie ist eine gute Idee und hilft dir, besser klar zu kommen.Vielleicht ist der/die erste Therapeutin nicht der/die Richtige. Sei nicht enttäuscht, wenn es nicht sofort mit der Chemie stimmt, schau dir dann noch Weitere an.
Ich würde dir eine ältere Frau empfehlen.
Du bist nicht Schuld an der Situation und auf jeden Fall sind die Probleme die du hast es wert, eine Therapie zu machen.
Wundere dich nicht, wenn du das Gefühl hast, du redest die ganze Zeit. Du wirst selten eine Anweisung bekommen, wie du Probleme lösen kannst. Du therapierst dich im Idealfall praktisch selbst und lernst zu akzeptieren, wie du bist und die Wut unter Kontrolle zu kriegen.
Du bist ein schlaues Mädchen und ich finde es sehr bewundernswert, dass du das in Angriff nimmst. Viel Glück!

Kommentar von malaikastar ,

Bordeline würde ich auch ausschliessen, aber ich bin kein Arzt.

Antwort
von MVirus, 43

Eine Diagnose wird dir nur ein Psychologe geben können. Persönliche Einschätzung, klingt nicht sonderlich nach Borderline...

Antwort
von Julimaus2406, 33

Kein Borderline, eher starke Depressionen infolge gewaltbelasteter Kinderstube

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