Frage von DarkGreyRose, 122

Leide ich an einer Art "BurnOut-Syndrom"?

Gute/n Abend/Nacht eifrige Leser,

ich habe das Gefühl, dass ich mittlerweile an einer Art "Burnout-Syndrom" leide. Ich gehe noch in die Schule, um genau zu sein in die 11. Klasse eines Gymnasiums. Gerade gibt es sehr sehr viele Stressfaktoren in der Schule und außerhalb.

Ich war in der 10. Klasse eine sehr gute Schülerin und jetzt ist es in meinen Lieblingsfächern so, als würden alle gerade auf chinesisch miteinander sprechen. Ich verstehe nichts mehr, selbst bei größten Anstrengungen. Ich bin so gern in die Schule gegangen und jetzt suche ich mir nur Gründe, um nicht in die Schule zu müssen. Außerdem habe ich auch Probleme mit einer Lehrerin, sie ist einfach garstig, harsch, teuflisch und niemand kann sie leiden. Sie hat es sogar geschafft, mir mein meist geliebtes Fach, Englisch, madig zu machen.

Derweil ich viele Probleme in der Schule habe, geht es mir auch zu Hause nicht gut. Meine Eltern lieben mich zwar, aber geraten immer wieder wegen meiner Geschwister in den Streit mit mir. Sagen wir es mal so, meine Mutter hat keine Lust mehr zu leben. Sie hat 5 Kinder und natürlich ist es normal, dass die Grenze der vollkommenen Erschöpfung irgendwann erreicht ist, aber sie zeigt für nichts Interesse, nicht mal für sich selbst. Die Wohnung ist ein einziger Sauhaufen, meine jüngere Schwester genießt wirklich GAR KEINE Erziehung und alle tanzen mir auf dem Kopf herum, als wäre ich kein Mensch, sondern ein Untier. Wir sind Ausländer und mein Freund ist Deutscher, deswegen akzeptieren sie weder ihn, noch mich. Nur mein Vater, der eigentlich der strengste von uns allen ist, zeigt Verständnis, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Von den Anderen werde ich geschlagen, getreten und beleidigt. Ich habe wirklich jeden Tag wirklich großen Stress und halte das nicht mehr aus. So schlimm wie es ist, kann ich es gar in Worte fassen, liebe Leser.

Mein einziger Lichtblick ist mein Freund. Was ich mache, wenn ich bei ihm bin? Schlafen. Dort fühle ich mich sicher, geborgen und frei von jedem Stress..

Mir fällt das Haar seit längerer Zeit sehr stark aus, eine Ursache wurde jedoch nicht gefunden. Ich habe des öfteren "Visualisierungsprobleme?". 30 Minuten kommen mir meist wie 20 Sekunden vor, weil ich einfach alles vergesse. Ich dachte erst, ich hätte einen Hirntumor oder sowas, aber das schlug sich wieder schnell aus meinen Kopf.. Ich verspüre nur noch Müdigkeit, ich bin schlapp und weiß nicht wohin mit meinen ganzen Gefühlen, Sorgen oder meinen ausgefallenen Haaren.

Was kann ich denn jetzt tun? Ich will nicht weiterhin mit schlimmen Gedanken spielen. Es macht mich fertig, und zwar alles. Einfach alles. Wenn ich an die Schule oder an meine Familie denke, dann bildet sich in meinem Inneren so eine riesige Mauer. So ein Unwillen. So eine starke Last und so große Angst.

Was kann ich machen, an wen soll ich mich wenden? Ich hoffe auf Hilfe und verbleibe mit einem freundlichem Gruß,

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologie, 36

Hallo DarkGreyRose,

Du hast mein Mitgefühl - das ist wirklich eine schlimme Situation.

Gehe bitte zunächst einmal zu einem (Haus-)Arzt und lasse Dich durchchecken, damit nicht vor lauter Stress körperliche Erkrankungen oder Mangelerscheinungen übersehen werden. Besprich dort bitte auch Deine Situation, damit Du beraten wirst.

Als weitere 'Erste Hilfe' sozusagen hier ein paar Anlaufstellen, die sich mit Deinen Problemen gut auskennen und hilfreich sind (Kostenlos, anonym):

Nummer gegen Kummer: Homepage (de)

Startseite - Jugendberatung der BKE - Forum, Beratung (Einzelberatung und Sprechstunde), Chat (Einzelchat, Gruppenchat und Themenchat)

Eine starke Gemeinschaft | TelefonSeelsorge Deutschland

web4health - ärzte online

Wenn Du noch Fragen hast, schreibe mir gerne einen Kommentar.

Alles Liebe und Gute für Dich wünscht Dir

Buddhishi

Antwort
von onidagori, 34

Deine Beschreibung klingt echt schlimm. Du könntest vollkommen rechthaben, daß es sich gerade zu einem Burnout entwickelt oder schon ist. Gehe bitte zu Deinem Arzt und beschreibe es ihm so, wie Du es hier beschrieben hast. Er wird Dich zu einem passenden Psychologen überweisen, der Dir helfen wird.

Aber vielleicht hilft es auch, wenn Du Dir eine eigene Wohnung oder Zimmer, fern von Deiner Familie suchst. Kannst Du nicht zu Deinem Freund ziehen?

Kommentar von DarkGreyRose ,

Mein Freund lebt genau wie ich in sehr margeren Verhältnissen. Er ist gerade in der Ausbildung und ich wüsste nicht, wer mir eine Wohnung oder Ähnliches bezahlen könnte. Ich selbst bin noch minderjährig und würde nichts vom Amt beziehen

Kommentar von onidagori ,

Wende Dich ans Jugendamt. Die können Dir Möglichkeiten vermitteln, bei denen die Kosten auch übernommen werden.

Kommentar von onidagori ,

Habe nochmal drüber nachgedacht. Du solltest unbedingt daheim weg. Das ist auch die Ursache für Deine schulischen Probleme. Denke an Dich und nicht an Deine verstandnislose Familie. Es ist Dein Leben. 

Mir tut es richtig weh sowas zu lesen.

Kommentar von DarkGreyRose ,

Ich weiß nicht, wie ich das alles auf die Beine stellen soll. Danke für Dein Mitgefühl... Man merkt, dass mein Vater mich seeehr liebt. Soll ich ihn denn einfach zurück lassen? Er sagt immer wieder, dass ich es sehr schwer ohne Eltern haben werde. Und wenn sie einmal tot sind, kann ich nichts wieder rückgängig machen.

So eine Zwickmühle

Kommentar von onidagori ,

Du musst den Kontakt zu Deinen Eltern ja nicht vollkommen abbrechen. Kannst ja trotzdem noch Kontakt halten. Aber irgendwann würdest Du sowieso ausziehen und Dein eigenes Leben führen. Es ist jetzt nur etwas früher. Ausziehen ist doch besser, als daß Du Dich psychisch kaputtmachst. Hole Dir Hilfe. Auch z.B. CARITAS wäre eine Anlaufstelle.

Antwort
von Yalana, 37

es gibt zwei möglichkeiten die für mich in betracht kommen würden.

als erstes auf jeden fall aber ausziehen. da führt kein weg dran vorbei, auch wenn du dir denken magst, dass es deine familie ist usw. aber wie sagt man doch? JEDER IST SICH SELBST DER NÄCHSTE. vor allem anderen kommt deine eigene gesundheit. und dann entweder:

in psychologische betreuung oder einen osteopathen aufsuchen. osteopathen sind die antwort auf alles. 

dein hausarzt kann dich an bei stellen vermitteln

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