Frage von MarinaVenezia, 61

Leide ich an einem unverarbeiteten Trauma?

Hallo

Ich bin im Moment 17 Jahre und habe schon ein paar Aufenthalte in Öffentlichen Einrichtungen hinter mir. Jetzt führe ich seit bereits 2 Jahren aber ein doch recht "normales" Leben und wohne auch wieder daheim. Ich habe langjährige Freundschaften und habe auch das Gefühl vor allem in den letzten Monaten mich was zwischenmenschliche Beziehungen angeht gesünder und offener zu verhalten. Dennoch habe ich oft das Gefühl dass etwas mit mir nicht stimmt. Manchmal liege ich stundenlang in meinem Zimmer und grüble darüber nach. Ich will mal folgende Symptome aufzählen: - enorme innere Anspannung oft ohne ersichtlichen Grund die oft in Selbstvorwürfen und Aggression bzw Autoaggression endet ( mittlerweile verläuft die harmloser zum Beispiel indem ich gegen Wände schlage oder viel zu heiß dusche oder Nägelbeiße. Geschnitten habe ich mich bis auf drei Rückfälle schon seit zwei Jahren nicht mehr) - Realitätsverlust (Geschehnisse um mich wirken wie in einem Traum) und massive Konzentrationsstörungen - depressive Phasen - paranoide Vorstellungen (selten da ich eig fast immer auf meinen Verstand höre und die Dinge um mich sehr objektiv betrachte), geringes Selbstwertgefühl - Beim therapeutischen Gespräch kann ich wenn es um meine tieferen Gefühle geht plötzlich nichts mehr sagen und verfalle in eine Art Angststarre aus der ich mich schwer wieder lösen kann. Sprechen ist dabei unmöglich und auch Bewegen gestaltet sich schwer - manchmal überschlagen sich meine Gedanken und mein ganzer Körper steht unter Strom ich muss schnell atmen und mir geht es grottenschlecht. In so einer Situation sitze ich oft minutenlang irgendwo und kann einfach nichts tun außer wie in Trance auf einen Punkt starren und zum Beispiel die ganze zeit nervös mit den Füßen wackeln. Es ist nicht wirklich eine Panikattacke aber trotzdem kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. - Schlafparalysen

Nun zur Frage: Kann es sein das in meiner Kindheit etwas passiert ist, dass ich nicht verarbeiten konnte und woran ich mich nicht erinnern kann? Oder habe ich einfach irgendeine psychische Störung? Zu meiner Kindheit kann ich nur sagen: Ich bin oft übersehen, missverstanden, ausgelassen, und angeschrien worden. Jedoch war sie auch nicht sooo schlimm das ich jetzt sagen würde das wäre der alleinige Auslöser. Ich bin am Land aufgewachsen also generell etwas behüteter und Gewalt oder misshandlung habe ich auch nie in einem schädigenden Ausmaß erlebt. Danke schonmal für alle Antworten

Antwort
von zahlenguide, 22

versuche mal verschiedene stränge auszuprobieren:

1. führe in deiner Familie und/ oder bei deinen Freunden eine 10-Minuten Kuschelzeit pro Tag ein - es könnte ja sein, dass dein Inneres mehr Liebe, Verständnis, Zärtlichkeit usw. braucht um Dich selbst zu akzeptieren...

2. beginne ein Musikinstrument zu spielen - immer wenn du merkst, dass du in "Panik" verfällst, dann gehst Du ganz kurz davor z.B. an deine Gitarre und konzentrierst Dich auf das spielen - oft können Ängste nur voll auftreten, wenn man ihnen im Kopf Raum lässt. Musik, die man selbst macht, fordert einen aber oft sowohl emotional als auch intellektuell so stark, dass mit ein bisschen Übung sich solche Attacken vielleicht vorher schon aufhalten lassen - P.S. bei meinem Vater funktioniert das; zudem spielt er mittlerweile recht gut zwei Instrumente

3. Kannst Du es mal probieren mit Deinen Gefühlen offener umzugehen - erstens würde ich viel mehr auch über kleine Probleme reden - bevor sie zu großen Problemen werden; zweitens würde ich 10 Minuten am Tag beim Zähneputzen meine Emotionen rauslassen - also z.B. wenn ich aufstehe und merke, heute bin ich ein bisschen traurig, mir traurige Musik für 10 Minuten anmachen und zu weinen - und das beim Zähneputzen; wenn du leicht wütend bist, gehst du wieder morgens Zähneputzen und hörst 10 Minuten dynamische Musik, die dich zum Tanzen bringt oder machst 10 Minuten Sport, so wirst Du viel Energie los...

Dein Gehirn soll so lernen, dass Du nur 10 Minuten am Tag brauchst um Deine starken Emotionen rauszulassen und dass sowas nicht den ganzen Tag dauern muss; auch lernst Du, dass Emotionen nichts schlimmes sind.

4. Unterwegs kannst Du wenn Du merkst, dass aus welchen Gründen auch immer Du schlechte Laune bekommst und deshalb ein großer Druck entsteht, Dir frühzeitig verdammt lustige Witze erzählen, über die Du immer wieder Lachen musst (siehe Internet)

5. Ernähre Dich zu 50 bis 70 Prozent aus exotischen Früchten, Gemüse, Nüsse, Obst - gerade als Mädchen musst Du aufgrund der Menstruation vor allem auf Dein Eisengehalt im Blut achten und immer mal fleißig Rote Beete essen. Denke einfach daran, dass unsere Vorfahren alle Pflanzen im Wald kannten und jedes Jahr viele hundert verschiedene Pflanzen aßen und damit ihre Schutzstoffe gegen Krankheiten, sowie Vitamine und Mineralien aufnahmen.

6. Schaue keine verstörenden Filme - dein inneres hat genug zu tun mit sich selbst.

7. Unternimm in Deinem Leben so viele besondere Dinge wie möglich - so kann Dein Inneres sich wirklich entspannen. Erfülle z.B. deine Kindheitsträume, schreibe Dir auf wo Du gerne Leben möchtest (Stadt, Strand, Land, Gebirge), wie Dein Beruf sein müsste, damit Du Dich wohl fühlen würdest und was Du gerne im Alltag tust und Dein Herz schneller schlagen lässt; schreibe Dir 21 Ziele (auch kurzfristige) auf, die Du in Deinem Leben unbedingt erreichen möchtest - kreise die 7 wichtigsten ein.

8. Vielleicht hat Dir ein Erwachsener etwas ganz schreckliches erzählt, was Du bis heute nicht vergessen kannst - denke mal drüber nach. So kommt man oft auf den Ursprung eines Problems.

Kommentar von Campari74 ,

Wohw, Hut ab und Daumen hoch für eine solche Antwort👍echt

Kommentar von MarinaVenezia ,

Danke für die Ratschläge :)

und beim Gitarre spielen hast du Recht ^^ Ich spiele seit ein paar Monaten und ich kann dabei wirklich meistens gut abschalten. Die Ernährung wollte ich auch schon lange mal umstellen da ich es auch merke dass es mir wesentlich besser geht wenn ich mal ein paar Tage gesünder gegessen habe.

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