Frage von apfelbaum016, 106

Leide an schwerer Depressionen und möchte dünner sein?

Hallo, seit ich 12 bin(da hat alles angefangen) hab mich mit einem Buttermesser versucht selbst zu verletzen(total dumm weiß ich selbst) ich leide an depressionen, so richtig ausgeprägt hat sich das mit 14. Da hab ich angefangen mich mich mit dem Rassier zu ritzen. Hatte dann auch ein paar versuche mich umzubringen, mein Freund hat mich aufgehalten, aus dem Fenster zu springen. Ich hab seit 2-3 jahren anorexie. Jetzt ist es ganz schlimm. Irgendwie habe ich das gefühl als ob diese Depression ICH bin, also ob ichs einfach nicht anders kenn. Wenn ihr versteht. Ich fang nächstes Jahr mit meiner Ausbildung an, die schweine Geld kostet, und will mein Leben in den Griff bekommen, ich hab angst das ichs mir selbst versaue, und mit 27 selbstmord begehe. Übrigens bin ich jetzt 19 Jahre alt.

Was kann ich tun? Ich fühle mich so hilflos...

Antwort
von TheTrueSherlock, 26

Ganz ruhig, ich bin selbst 19 und habe Depressionen. Ich kann dich gut verstehen, auch wenn ich keine Magersucht und Suizidgedanken habe.
Man fühlt sich total hilflos, hat Angst, dass es so weitergeht und man die Ausbildung nicht packt, das man nie wirklich leben kann etc.

Nimm bitte professionelle Hilfe an. Alleine kommst du da nicht mehr raus und es ist nicht schlimm, wenn man Hilfe braucht. Ich selbst habe eine Psychotherapie angefangen und bin unendlich stolz auf diese Entscheidung. Seit dem geht es mir schon besser und ich habe weniger Angst.

Es ist ganz wichtig, dass du nicht die Depression bist! Du bist an Depressionen erkrankt, aber lass diese nicht über dein Leben herrschen. Einfach gesagt, ja. Versuche zu kämpfen und nicht aufzugeben.

"Wahre Stärke ist nicht nie zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen!"



LG :)

Kommentar von apfelbaum016 ,

Danke!!! Das hilft mir wirklich, schön zu hören!!! Du hast vollkommen recht, ich werd mal zum Hausarzt gehen und mit ihm reden.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, so habe ich es auch gemacht :)
Nur Mut, es wird besser ♥

Antwort
von Philipp59, 11

Hallo apfelbaum016,

Du nennst zwei Probleme, die ganz sicher miteinander in Verbindung stehen: Depressionen und Essstörungen. Da vor allem Essstörungen oftmals sehr hartnäckig sein können, möchte ich jetzt einmal näher darauf eingehen und Dir einige Tipps dazu geben.

Zuerst einmal sollst Du wissen, dass Du mit Deinem Problem nicht allein dastehst. Essstörungen sind ein Problem, vor dem weltweit Millionen Erkrankte, vorwiegend Frauen (90%) stehen. Betroffen sind sowohl Ledige als auch Verheiratete, alle Altersgruppen, sowohl junge Mädchen als auch Frauen im reiferen Alter.

Was könntest Du selbst gegen diese Störung tun? Auch wenn Du das Problem vermutlich gern vor anderen verbirgst, wäre es doch gut, das offene Gespräch mit Deiner Familie zu suchen. Möglicherweise haben Deine Angehörigen unbewusst zur Entstehung Deiner Essstörung beigetragen, indem sie vielleicht zu großen Wert auf die Figur und das Aussehen gelegt haben. Sollte das auch in Deinem Fall zutreffen, dann müsste Deine Familie ihre Einstellung überdenken. Du sollst auch wissen, dass die meisten Essgestörten Perfektionisten sind. Sollte das bei Dir der Fall sein, dann denke daran, dass Fehler zum Leben gehören und nicht Deinen Wert als Person bestimmen. Niederlagen sind normal, gehen vorüber und können auch überwunden werden. Wenn Du Dir das bei einem der nächsten Fehlschläge bewusst machst, wirst Du wahrscheinlich nicht so sehr am Boden zerstört sein.

Versuche auch, Dich als ein Individuum zu sehen, dass sich nicht in die von anderen ausgedachte Form pressen lässt. Das fördert Deine Selbstachtung und Dein Selbstwertgefühl. Ist Dir aufgefallen, dass Essgestörte leicht zu Frustessen neigen? Das kann daher kommen, dass sie nicht gelernt haben, frei Ihre Meinung zu äußern, vor allem auch dann, wenn sie von anderen nicht gern gehört wird. Wenn es Dir auch so ergeht, dann lerne, Deinen Ärger nicht einfach herunterzuschlucken. Offen seine Meinung zu äußern bedeutet ja nicht unbedingt, Dampf abzulassen oder seine ganze Wut herauszulassen. Es bedeutet, offen und deutlich das zu sagen, was man denkt. Tust du das nicht, dann mag es sein, das Dein Drang zu ungesundem Verhalten zunimmt. Du stürzt Dich quasi in eine Essattacke, wenn sich Frustration in Dir aufstaut.

Wenn Du noch bei Deinen Eltern wohnst, dann mache ihnen klar, dass es sehr auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung ankommt. Wenn möglich, halte zu Ihnen einen offenen Gedankenaustausch und sensibilisiere sie für Deine Erkrankung. Sollte das jedoch trotz aller Bemühungen nicht möglich sein, dann such Dir Hilfe von anderer Stelle. Du kannst Dich an den sozialpsychiatrischen Dienst wenden, den es in jeder Stadt oder Gemeinde gibt.

Viele, die wegen eines Problems verzweifelt sind, übersehen leicht, dass die Bibel eine einzigartige Quelle des Rates und Trostes ist. Die Bibel geht zwar nicht auf das Thema Essstörungen ein, doch zeigt sie, dass Gott an jedem einzelnen interessiert ist und sehr viel für die Leidenden empfindet.

Folgender Text aus der Bibel stammt von dem berühmten König David, der in seinem Leben viele Höhen und Tiefen erlebte und der wusste, was es bedeutet, verzweifelt und manchmal sogar ausweglos zu sein. Rückblickend auf seine Erfahrungen, die er mit Gott gemacht hatte, schrieb er einmal: " Ja, auf Gott warte still, o meine Seele, Denn von ihm ist meine Hoffnung. Ja, er ist mein Fels und meine Rettung, meine sichere Höhe; Ich werde nicht zum Wanken gebracht werden. Auf Gott beruht meine Rettung und meine Ehre. Mein starker Fels, meine Zuflucht ist in Gott. Vertraut auf ihn zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht" (Psalm 62:4-8).
Obwohl Gott David nicht durch ein Wunder aus seinen Bedrängnissen befreite, machte er dennoch die Erfahrung, dass Gott ihm zur Hilfe kam und ihn mehr als einmal aus Todesgefahren rettete. David konnte diese Erfahrungen nur deshalb machen, weil er selbst auch etwas tat: Er wandte sich an Gott im Gebet und er schüttete ihm sein Herz aus. Die Psalmen sind voll von seinen innigen Gebeten zu Gott.

Diese kleine Exkursion in die Bibel kann Dir etwas Nützliches sagen: Auch Du kannst Dich in Deiner Not an Gott wenden und ihm all Deine innersten Gedanken mitteilen. Wenn Du seine Nähe und seine Freundschaft suchst, dann kann er Dir dabei helfen, manches in Deinem Leben zu bewirken, was ohne seine Hilfe nicht möglich gewesen wäre.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, Deine Krankheit Stück um Stück zu besiegen und ein Leben zu führen, dass Du wieder als lebenswert betrachten kannst! Alles Gute!

LG Philipp

Kommentar von Ente222 ,

Phillip, eine ganz liebe, einfühlsame Antwort, die klar und deutlich auf Tatsachen beruht.

Kommentar von Philipp59 ,

Vielen Dank!

Antwort
von Einstein2016, 7

Da kann im Wesentlichen nur ärztliche/psychologische Hilfe ratsam sein.       Es ist Dir zu wünschen, dass Du Willen und die Bereitschaft dafür findest.   Denke JETZT nicht darüber nach, was mit zukünftiger Ausbildung sein wird (warum kostet die übrigens viel Geld ?) oder was mit 27 Jahren sein könnte.   Du lebst nur im JETZT und JETZT sollte Dir schnellstens gut und effektiv wirksam geholfen werden. Deine eigene Gesundheit geht vor alles anderem.   Nur als gesunder Mensch kannst Du irgendwann wieder so leben und SEIN, wie Du es Dir im Positiven gerne wünschst bzw. wie es für Dich ratsam ist.

Antwort
von Joker9609, 8

Hallo.

Ich kann sich sehr gut verstehen, bin vor kurzem 20 Jahre alt geworden und leide auch unter schweren Depressionen.

Die Depression war in meinen Augen auch immer "Ich", weil ich es nie anders kannte. Vor paar Jahren ging ich aber zu ner Psychologin die mir viel weiterhelfen konnte.

Ich wurde Selbstbewusster und stabiler, was vor allem gut gegen die Depression half. Sie ist zwar nicht weg aber immerhin sehe ich jetzt Andere Möglichkeiten als Selbstmord und ritzen.

Ich habe zwar nie versucht mich umzubringen, musste aber mit dem Gedanken kämpfen und geritzt hatte ich mich sehr stark.

Ich würde dir vielleicht auch einen Psychologen empfehlen, nur zum testen, wenn es dir nicht gefällt kannst du es ja immer noch abbrechen.

Dazu muss ich dir allerdings noch etwas sagen, es ist wichtig dass du weißt dass du nicht die Depression bist, sondern mit einer Depression lebst, die du aber in den Griff bekommen kannst, egal wie schwer und aussichtslos alles zu sein scheint.

Freunde und Familie helfen dir sicher gerne, du bist also nicht allein. 

Stay strong ♥

Antwort
von Miepf, 24

Ich war vor einem Jahr in der selben Situation und hab ich dann für einen Aufenthalt in einer Tagesklinik entschieden. Ich hatte damals nicht den Eindruck als würde es mir helfen, war trotzdem 7 Monate da, irgendwann hatte ich die Nase voll und bin gegangen. Seitdem geht alles bergauf. Ich habe die Schule gewechselt, neue Leute kennengelernt und neue Interessen. Ich weiß nicht was genau da in der Klinik passiert ist, aber es hat mir definitiv geholfen und auch wenn ich früher nichts von Therapeuten gehalten habe, bin ich jetzt bei einer richtig guten.

Kommentar von apfelbaum016 ,

Ich war kurz für eine Nacht dort, weil ich zuviele tabletten geschluckt habe. Am nächsten Tag hab ich gleich mal losgeheult, und hatte ein Gespräch mit dem Arzt und durfte gegen 12 Uhr Mittags gehen. Könntest du mir deine Erfahrungen berichten? Was hast du dort in den 7 Monaten gemacht? Gabs dort Gruppen gespräche? Hattest du speziell jemanden zum reden?

Kommentar von apfelbaum016 ,

Und wenn man in eine Klinik gehen möchte, an wenn muss man sich wenden?

Antwort
von einfachichseinn, 13

Hilfe holen und wirklich gesichert Diagnose einholen, wäre ein Anfang!

Antwort
von apfelbaum016, 41

Ich war kurz mit 16 in Behandlung, und habe anti depressiva verschrieben bekommen, hat mir leider nicht geholfen.

Kommentar von easyema ,

antidepressiva allein helfen da auch nicht. die können dir höchstens dabei helfen dich ein bisschen aufzuraffen und an dir zu arbeiten. und wenn dir die kurze behandlung auch nichts gebracht hat, dann solltest du in eine klinik gehen. gerade bei selbstmordgedanken ist es ziemlich wichtig, dass man professionelle hilfe bekommt, und in der klinik wird auf dich geachtet

Antwort
von Sillexyx, 38

Mach eine Therapie.  Entweder ambulant oder stationäre. 

Kommentar von apfelbaum016 ,

Kann die Krankenkassa sowas übernehmen? Ich kanns mir ansonsten nicht leisten.

Kommentar von Sillexyx ,

Wenn es vom Arzt begründet ist übernimmt das die Krankenkasse. 

Kommentar von apfelbaum016 ,

Ich danke dir.

Antwort
von MamaKnopf, 31

Geh zu Deinem Hausarzt und hol Dir professionelle Hilfe.

Er kann Dir raten oder wahrscheinlich wird er Dich zu einem passenden Arzt überweisen.

Nur so kann Dir geholfen werden.

Kommentar von apfelbaum016 ,

Und was soll ich dem Hausarzt sagen?

Kommentar von MamaKnopf ,

genau das was Du hier uns geschrieben hast

Kommentar von apfelbaum016 ,

Schreiben ist einfacher.. als es so zu sagen.. aber Ich werds versuchen danke!

Antwort
von Qochata, 39

Wie wäre es mit einer stationären Heilbehandlung in einer offenen Psychiatrie. Da wirst du auf die richtige medikamentöse Behandlung eingestellt. Lernmöglichkeiten finden sich auch dort

Antwort
von miboki, 48

Rede mit Deinem Therapeuten. Eventuell muss die Medikation geändert werden. 

Kommentar von apfelbaum016 ,

Ich habe keinen mehr.

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