Lehrer: Tatenlos bei vielen ernsten Problemen von Schülern?

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9 Antworten

Das einzige was mir einfällt: Rede mit dem Direktor darüber und überlege dir vorher Argumente. Versuche ihn von der Idee zu begeistern, dass zu euch an die Schule ein Experte kommt und über einige psychische Störungen und die Therapiemöglichkeit aufklärt.

So etwas sollte an jeder Schule geben und man sollte als Betroffener wissen, wohin man sich wenden kann. Notfalls muss der Vortrag nachmittags nach der 6. Stunde stattfinden, wenn es vormittags nicht geht. Das ganze sollte ein Pflicht-Vortrag sein.. so dass die Schüler alle da sein müssen.

Ein Lehrer hat vermutlich zu wenig Ahnung und wird vielleicht auch nicht selbst eine Stunde für das Thema opfern..

Gibt es Mobbing in deiner Klasse? Darüber wird der Lehrer eher sprechen.

Ansonsten hast du wenig Erfolg.

Wie gut kennst du die anderen betroffenen Personen? Warum denkst du, dass sie nie eine Therpaie machen werden?

Sonst.. kümmer dich um dich selbst erstmal. Was hast du für ein Problem und bist du bereits in Behandlung? Versuche dich zu retten, bevor du die ganze Welt versuchst zu retten. Es ist wirklich schön, wie du versuchst, das alles an deiner Schule zu ändern, nur das könnte dich zusätzlich belasten. Versuche dich selbst erstmal in den grünen Bereich zu bringen (die Idee im ersten Absatz könntest du trotzdem mal probieren)


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Kommentar von Destiny48
19.07.2016, 00:52

Danke,  aber zu meinem Leidwesen ist unser Rektor schlimmer als jeder Lehrer. Es interessiert ihn nicht im Geringsten, und er hat viele Vorurteile, er würde jeden, von dem er soetwas erfährt, eher in eine Psychiatrie abschieben als sich in irgend einer Weise darum ernsthaft zu kümmern weil er Angst hat, solche Menschen ruinieren den Ruf der schule... 

Ich Kenne alle persönlich da ich praktisch die inoffizielle Kontaktperson für solche Probleme an unserer Schule bin, nur die Lehrer wissen eben nichts... 

Ich könnte es mir allerdings nicht verzeihen jemanden, der um meine Hilfe bittet, im Stich zu lassen, deshalb versuche ich ja einen Weg zu finden qualifiziertere Personen darauf aufmerksam zu machen 

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Erst mal können und sollen Lehrer nicht Gedanken lesen. Sie dürfen auch nicht einfach so raten und daraufhin in das Leben von Schülern eingreifen. 

Angenommen, jemand kommt immer mit blauen Flecken zur Schule. Der Lehrer kann nicht einfach annehmen, das derjenige misshandelt wird, er muss mit dem Betroffenen und seinen Eltern reden und kann nichts unternehmen, solange keine konkreten Beweise einer Misshandlung vorliegen. Die blauen Flecken könnten auch vom Sport oder durch Ungeschicklichkeit entstehen.

Du musst also reden. Du kannst dich an den Lehrer wenden, um ein Gespräch mit ihm alleine bitten und deine Gedanken äußern - von deinen Problemen und denen der Mitschüler berichten. Der Lehrer kann dir Anlaufstellen nennen oder evtl. anbieten, in bestimmter Weise auf dich oder andere Rücksicht zu nehmen im Unterricht. Bei Anderen dürfte das nur gehen, wenn diese auch selbst zum Lehrer gehen, denn du könntest ja auch Dinge erfinden. Gegen vieles kann und darf ein Lehrer auch nichts machen, das wäre übergriffig oder liegt außerhalb seiner Kompetenz - er kann dann nur an weitere Stellen verweisen.

Für einen Lehrer ist es sehr schwierig, wenn es das Gefühl hat, Schüler wären in Not. Ohne dass jemand ihn konkret um Hilfe bittet, kann er nie sicher sein, dass seine Schlussfolgerungen der Wahrheit entsprechen und sein Eingreifen könnte auch viel kaputt machen.

Wenn er bspw. jemanden anspricht, der sich selbst verletzt, und das denjenigen nun unter Stress setzt und er sich noch stärker verletzt? Oder derjenige die Wunden verbirgt und zu Hause heimlich seine Verletzungen verstärkt, aber an Stellen, die man in der Schule nicht sieht?

Ich hatte als Schülerin mal auf einer Klassenfahrt ein Gespräch mit einer Lehrerin über eine Klassenkameradin,die die Lehrerin ungerecht behandelt hatte und die auch von Zuhause sehr viel Druck bzw. Unverständnis bekam. Die Lehrerin hörte mir zu, hatte Verständnis, konnte aber konkret nichts tun, da die Eltern sie nicht misshandelten - und wir dafür ja auch keine Beweise hatten - und sie selbst nicht das Gespräch suchte. Probleme bei ihr waren unter anderem, dass sie im Flur schlafen musste, keinen Platz für Hausaufgaben hatte und nachmittags außer Haus sein musste. Das war schlimm für sie, aber wohl jedenfalls damals nichts, das man hätte melden können (heute vermutlich auch nicht, wenn man bspw. argumentiert, dass ihr Zimmer nur Spielzimmer und zum Schlafen zu klein ist etc.).

Oft sind da einem Lehrer eben die Hände gebunden, er kann nur Anlaufstellen nennen, mit den Eltern sprechen oder bestimmte Privilegien in der Schule einräumen (jemanden nicht so oft ansprechen, wenn man bspw. weiß, dass er müde ist, weil er nachts auf seine Geschwister aufpassen musste etc.). Konkrete psychologische Hilfe darf ein Lehrer m.W. gar nicht geben, weil das nicht in sein Fachgebiet fällt (etwa Tipps gegen das Ritzen oder bei Depression etc.).

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Kommentar von Destiny48
19.07.2016, 00:55

Einigen würde es nur helfen mit jemand anderem darüber zu reden, und deren Verhalten ist wirklich auffällig genug, um sie als Lehrer wenigstens einmal darauf anzusprechen, nur es sehen alle weg wenn jemand mit blutenden Armen aus der Toilette kommt oder im Hochsommer lange Kleidung trägt. Das Problem ist, die Lehrer, die helfen könnten, tun es nicht oder wollen es nicht sehen 

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Lehrer sind Lehrer und keine Therapeuten. Sie haben einen zeitlich sehr begrenzten Rahmen, was Beratungsgespräche anbelangt. Einen psychisch labilen Schüler länger zu begleiten,ist nicht ihre Aufgabe, das muss außerhalb der Schule bei einem Therapeuten erfolgen. Was der Lehrer machen kann, ist der Kontakt zu Schulsozialarbeit herzustellen oder über die Elternarbeit eine psychotherapeutische Begleitung anzuregen. Aber du sagst ja selbst, dass viele deiner labilen Freunde dich vollqutschen, grade, weil du nicht aktiv wirst und es den Eltern nicht sagst- Aber genau das würde ein Lehrer tun müssen.

 Lehrer haben einen Bildungs- und Erziehungsauftrag, bieten aber kein Therapieprogramm an. Lehrer sind dazu nicht ausgebildet. Wenn du Hilfe brauchst, dann suche sie anderswo und geh zu einem Kinder-und Jugendpsychologen.

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Man muss sich helfen lassen WOLLEN, sonst klappt es eh nicht. Und es klingt nicht danach, als ob ihr wirklich Hilfe wollt. Also kann man den Lehrern keinen Vorwurf machen, die erkennen sowas ja auch.

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Ich denke , das , was du erhoffst gehört eindeutig nicht zur Aufgabe von Lehrern , dafür sind sie gar nicht ausgebildet .

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Das was du dir da vorstellst ist unmöglich.

Entweder vertraust du dich /vertraut ihr euch euren Lehrern an und lebst)lebt damit oder du lässt es sein.

Lehrer können nicht wissen was da los ist, wenn niemand etwas sagt.

Allerdings frage ich mich auch woher ihr alle die Diagnosen habt, wenn ihr darüber nicht redet, habt ihr vermutlich auch noch keinen Therapeuten aufgesucht, oder?

Davon abgesehen können Lehrer auch nicht wirklich helfen.

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http://www.rotelinien.de/

Und dann gebe mal in die Suchmaske des Browsers ein 

nummergegenkummer

Nutze beide Seiten. 

Ansonsten:

Natürlich sind in der Regel genau die Eltern das Problem. Diesen gehört laut Grundgesetzartikel 6 das ihnen zuvörderst obliegende Recht und die ihnen zuvörderst obliegende PFLICHT, sich um ihre Kinder zu kümmern. Elterliche Sorge nennt sich diese Aufgabe.

Dafür erhalten Eltern in diesem Staat den weltweit dritthöchsten Steuerbetrag als Ausgleich. Also haben sie gefälligst auch Leistung zu erbringen. Und zwar Leistung gemäß unserem Grundgesetz, heute auch gerne Verfassung genannt. Teil der Verfassung ist die UN-Kinderrechtscharta mitsamt aller Anhänge. Das ergibt sich aus dem Grundgesetz. 

Wenn also Lehrer und die Schulpsychologin mit den Eltern reden wollen, dann deshalb, weil Eltern Pflichten haben. Kommen die Eltern diesen ihren Pflichten gegenüber ihren freiwillig und ohne jede Not gezeugten Kindern nicht nach, ist der nächste Ansprechpartner das Jugendamt. 

Das Jugendamt hat dann unterschiedlichste Möglichkeiten, sich um das Wohl der Minderjährigen zu kümmern. Die Aufgaben dieses Amtes sind auf Wikipedia im Artikel zum Amt gut beschrieben. Hier lohnt es sehr, auch alle Links im Text zu öffnen. 

Was DU tun kannst:

Sorge für eine aktive SMV und SZ. 

Recherchiere ausführlich online das Thema "Schulpreis". Hier sind viele gute Projekte zu finden, die Eltern eine andere Haltung ihren Kindern gegenüber relativ kurzfristig vermitteln. In der Regel machen Lehrkörper sehr gerne bei der Umsetzung solcher Projekte mit. 

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Geht's noch? Die Lehrer machen alles richtig. Ihr könnt nicht erwarten, dass man eure Gedanken liest, schließlich dreht sich die Welt nicht nur um euch^^
Entweder ihr geht von euch aus auf einen der Lehrer zu (was ich ohnehin falsch finde, denn er ist die falsche Anlaufstelle) oder dann eben Pech.

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Dafür gibt es professionell ausgebildete Menschen, Psychotherapeuten, Psychologen, Psychiater...

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Kommentar von Destiny48
19.07.2016, 00:38

Ich weiß,  aber diese betroffenen Schülerinnen werde ich nicht zu einem Besuch bei solchen Personen überreden können, ein Lehrer hat noch die besten Chancen leider... 

Danke trotzdem :)

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