Frage von icelandson, 73

Lehramtsstudiengang = geringere Fachkompetenz?

Moin,

Ich überlege mich für das kommende Wintersemester für den Studiengang Englsich/PoWi auf Lehramt (Gymnasium) in Hessen einzuschreiben. Ich hatte PoWi als LK, in der gesamten E und Q-Phase "gute" bis "sehr gute" Zensuren und darüber hinaus hat mir das Fach großen Spaß gemacht.Kurz um, ich könnte mir sehr gut vorstellen es selbst zu unterrichten.

Allerdings habe ich Bedenken was die Qualität des Studienganges angeht. Nicht falsch verstehen, die meisten PoWi Lehrer mit welchen ich zu tun hatte, besaßen eine große Fachkompetenz,aber dennoch stellt sich mir die Frage ob der Umfang des Studiums aus der akademisch/wissenschaftlichen Perspektive mit dem eines Bachelor oder sogar Masterstudiums der Politk bzw Wirtschaftswissenschaften verglichen werden kann.

Man hört ja immer wieder davon, dass vor allem Lehrer der Naturwissenschaften von ihren Kollegen mit "normalen" Abschlüssen eher belächelt und von oben herab behandelt werden.

Wäre euch für eine Klarstellung dankbar

Danke im Voraus!

Antwort
von flaglich, 24

Ich berichte jetzt nicht aus Erfahrung weil mein eigenes Studium schon einige Zeit zurückliegt. Ich nehme aber an, dass immer noch die jeweilige Kompetenz weniger am Studiengang als am Studenten liegt.

Wahrscheinlich werden Seminare und Vorlesungen noch so organisiert sein, dass sowohl L3 als auch MA nebeneinander sitzen und die gleiche Wissenschaft lernen.

Englisch und Politik sind keine guten Fächer für die Oberstufe, da sehr korrekturintensiv. Nimm ein Fach etwas anderes, sonst drehst du während des Abiturs am Rad.

Kommentar von BTyker99 ,

Aber irgendjemand muss ja auch solche Fächer übernehmen ;-) Und wenn er/sie offensichtlich daran Spaß hat, warum nicht!?

Antwort
von Kimmay, 21

Ich studiere zur Zeit auf L3 in Hessen, allerdings andere Fächer.

Einige Vorlesungen und sogar Seminare haben wir zusammen mit Bachelorstudenten und schreiben mit diesen die gleiche Klausur. Es fällt gar nicht auf, dass diese quasi einen anderen Studiengang studieren.

Eine Freundin von mir studiert an einer anderen Uni in Hessen PoWi auf L3 und hat sogar Vorlesungen mit Jura Studenten zusammen.

Und eine Freundin macht gleichzeig ihren Bachelor in Bio und Chemie (neben L3), da dort fast alle Module anerkannt werden.

Man selbst hat natürlich noch Grundwissenschaften/Bildungswissenschaften, wo man viel Pädagogik und auch Psychologie hat. 

Aber Fachkompetenz hat man sicher genug!

Expertenantwort
von Ansegisel, Community-Experte für Studium, 44

In der Regel besuchen die Lehramtsstudierenden die gleichen Veranstaltungen wie die "Fachstudierenden" und schreiben oft sogar die gleichen Klausuren.

Außerdem geht das Lehramtsstudium bis zu 9 Semester, der Bachelor nur 6.

Natürlich haben die Lehramtsstudierenden noch Didaktik und Pädagogik, müssen schulpraktische Übungen absolvieren etc., doch das fachliche Niveau ist absolut gegeben. Ich würde sogar sagen, dass es etwas über dem Bachelor-Niveau liegt, allein durch die längere Studiendauer.

Mit dem Master kann es sich natürlich nur bedingt messen, da im Master die Spezialisierung stärker ausgeprägt ist.

Die an vielen Unis verbreitete "Kultur" auf die Lehramtsstudierenden herabzublicken, hängt zum Teil auch damit zusammen, dass die Lehrenden diese Studierenden nicht als zukünftige Forscher sehen, die dem eigenen Lehrstuhl noch zuarbeiten können.

Übrigens kann man das mit einem Lehramtsabschluss auch immer noch. Nur, weil man ein Staatsexamen macht, heißt das noch lange nicht, dass man Lehrer werden muss.

Kommentar von Kristall08 ,

Außerdem geht das Lehramtsstudium bis zu 9 Semester, der Bachelor nur 6.

Der Abschluss Staatsexamen lässt sich aber eher mit dem Master vergleichen als mit dem Bachelor. Und dann dauert es unter Umständen länger.

Die an vielen Unis verbreitete "Kultur" auf die Lehramtsstudierenden herabzublicken, 

Wenn ich so an meine Zeit an der Uni zurückblicke, hatte das auch viel mit den Personen an sich zu tun. ;)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community