
Ebenfalls vergessen, aber eben auch nicht tot: Roky Erickson
Bevor sich Jim Morrison, gesundheitlich angeschlagen, aber very stylish, gemeinsam mit seiner langjährigen Freundin Pam Courson nach Paris zurückzog, sah sich Jahre zuvor ein anderer, nicht minder Angeschlagener ein paar tausend Meilen weit weg und vor allem weit weniger stylish der Schocktherapie ausgesetzt: Roky Erickson, charismatischer Sänger oder besser Schreihals der psychedelischen Rock´n´Roll-Band 13th Floor Elevators, war 1968 wegen Drogenmißbrauchs verhaftet worden. Der Musiker zog der drohenden langjährigen Haftstrafe die Entmündigung, gekoppelt mit einer wenig angenehmen Therapie in einer geschlossenen Anstalt in Texas, vor.
Nach drei Jahren Behandlung war Roky leider nicht, so wie bereits Kollege Jim Morrison, dem alten Fährmann gegenübergetreten, dafür aber - wenn schon nicht vollends, so doch partiell - geistig umnachtet. Heute haust der mit Abstand wahnwitzigste Rock´n´Roll-Poet, verarmt und vom Satan besessen, abwechselnd bei diversen Freunden und Verwandten und ist kaum imstande, ein Konzert zu geben. Ob sein Geisteszustand die Realisierung seiner musikalischen Präsenz in dem Film "High Fidelity" zuließ, ist nicht bekannt - Roky Ericksons Meilenstein "You´re Gonna Miss Me" erklingt übrigens, als Iben Hjejle in der Rolle der Laura John Cusacks (vulgo Bobs) Wohnung verläßt.