Lebensversicherung: Hat Erbe Anspruch auf Anteil wenn Begünstigter andere Person?

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4 Antworten

Frage: Hat Person B (=Bruder) als Erbe ein Anrecht auf einen Pflichtteil
oder muss er auf das wohlwollen der Person C hoffen? Vielen Dank.

Weder noch. In der Regel kann der Versicherungsnehmer bis zur Auszahlung den Begünstigten ändern.

"widerruflich Begünstigt ist Person C"

Der Widerruf kann durch den Erben erfolgen und der Erbe kann einen anderen Begünstigten einsetzen.

Sobald die Versicherung an den Begünstigten gezahlt hat zählt das als eine vollzogene Schenkung. Und das Geld erstmal weg.

Die Kosten für die Beerdigung könnten vom Beschenkten allerdings im Rahmen des §528 BGB zurückgefordert werden, soweit der Nachlass für die Kosten nicht reicht. 

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Im Wortlaut eines Briefes der Versicherung heißt es "wiederruflich Begünstigt ist Person C"

Und was genau ist B daran unklar? Lebensversicherungen mit Bezugsrecht sind Schenkungsversprechen des Versicherungsnehmers.

Nur wenn der Begünstigte diese Schenkung lebzeitig kannte und ausdrücklich annahm, kommt ein besonderer Vertrag zugunster Dritter in Betracht.

Andernfalls darf der rechtsnachfolgende Erbe B dieses Schenkungsversprechen des A widerrufen und damit die Versicherungssumme dem Nachlass zuführen, um die Nachlassverbindlichkeit Bestattungskosten zu decken. Inwieweit er davon (einen Rest) an C auskehrt, nachdem die Nachlassverbindlichkeiten Bestattung und Pflichtteilsrecht des B entnommen wären, um dem lebzeitigen Willen des A Rechnung zu tragen, bliebe ihm überlassen.

Da schreibt man an die vertraglich bestimmte Leistungsstelle des Versicherers zugangssicher, idealerwesie vorab per Fax ein Einwurfeinschreiben, in dem man die Begünstigung widerruft.

Das funktioniert natürlich nur, solange der Begünstigte C seinen Anspruch noch nicht verfolgt hat. Richtigerwesie ist der außerhalb des Nachlasses beanspruchbar und von dem Versicherer auch ohne Vorlage der Police auszubezahlen. C müsste sich lediglich (mit Kopie) ausweisen, ggf. ein Konto auf diesen Namen benennen (wobei die meisten Versicherer Verrechnungsschecks versenden) und die Versicherunsnummer/Vertrag  benennen können.

G imager761

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Nein, die Versicherung ist keine Erbmasse, so könnte auch D die Beiträge der Versicherung entrichtet haben aber A war die versicherte Person und C der Begünstigte.

Erbmasse wäre die Versicherung wenn keine begünstigte Person hinterlegt worden wäre.

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Nachfrage: Kann Person C die Auszahlung erwirken wenn Person B im Besitz der Versicherungsurkunde ist?

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Kommentar von Ursusmaritimus
05.01.2016, 05:58

Ja! Aber natürlich! Man könnte auch die Zurückhaltung der Urkunde als Straftat (Unterschlagung) auslegen, da die Willenserklärung des Verstorbenen eine andere war.

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