Frage von Schnuckikinder, 36

Lebensversicherung beitragsfrei - Automatische Beendigung durch den Versicherer?

Ich habe im Jahr 2006 zwei Lebensversicherungen beitragsfrei gestellt, da ich finanziell nicht in der Lage war, diese zu bezahlen. Bis heute habe ich keine der beiden wieder bedient. Nun habe ich ein Schreiben der Versicherung erhalten, dass eine davon zum 01.01.2017 zur Zahlung fällig wird. Meine Nachfrage warum ergab, das die Beitragsbefreiung nur zwei Jahre möglich wäre. Nun sind 10 Jahre rum und eine Bedienung des Vertrages sei nicht mehr möglich. In den Geschäftsbedingungen kann ich keine Dauer der Beitragsfreistellung ersehen. Darf die Versicherung den Vertrag jetzt auslaufen lassen? Die Laufzeit würde bis 2056 gehen, da sie für meine Tochter ist.

Antwort
von umeikatja, 9

Eine Beitragsbefreiung ist immer dauerhaft, es sei, Du kündigst später selbst. Wahrscheinlich hast Du 2006 einen Antrag auf Beitragsaussetzung gestellt, praktisch also um eine Zahlungspause gebeten. Das geht maximal 2Jahre. Danach musst Du alle Beiträge nachzahlen ( was kaum Jemand kann ), oder Du verrechnest es mit dem Guthaben bzw. verringerst die Versicherungssumme. Diese Möglichkeit wird immer zuerst von den Versicherungsvertretern angeboten. Dein Vertrag war sicher noch in der Stornohaftung. Daher muss der Vertreter anteilig seine Provision zurück zahlen, wenn Du kündigst oder beitragsfrei stellst. Bei Zahlungspause greift die Haftung erst nach deren Ende. Du könntest ja auch Alles nachzahlen - und wenn nicht, hat der Vertreter erst mal 2 Jahre Zeit gewonnen. Denk mal nach, wie es damals war. Hat der Vertreter was ausgefüllt und Dich unterschreiben lassen, oder hat die Versicherung Dir ein Formular zugeschickt, dann ist alles klar. Eine Beitragsbefreiung, wie Du sie wolltest, ist immer formlos möglich.

Vielleicht will sich aber auch die Versicherung eines alten, unlukrativen Vertrages nach Ablauf der damaligen Mindestvertragslaufzeit von 12 Jahren entledigen. Teile Ihnen einfach formlos mit, dass Du die beitragsfreie Fortführung des Vertrages wünschst. Unabhängig davon rate ich Dir, bei der Versicherung anzurufen und den Sachverhalt erklären zu lassen. Der Innendienst hat die besseren Fachleute, als die Vertreter, in der Regel jedenfalls. Bestimmt kärt sich da schon Alles, ansonsten formloses Schreiben.

Kleiner Tip ausserhalb der Frage - Du kannst nach Volljährigkeit den Vertrag an Deine Tochter als Versicherungsnehmerin übertragen lassen. Dann soll sie doch entscheiden, was damit wird, und Du bist allen Entscheidungsärger los. Steuer fällt bei solchen geringen Beträgen nicht an. Das macht man nur dann nicht, wenn das Kind nicht vor der Rente auf das Geld zugreifen soll. Du sollst mal sehen, wie schnell ein 18-jähriger den Sparvertrag für Auto und Führerschein auflöst.

Antwort
von Apolon, 13

Nun habe ich ein Schreiben der Versicherung erhalten, dass eine davon zum 01.01.2017 zur Zahlung fällig wird.

Du schreibst von 2 Lebensversicherungen.

Könnte es nicht auch sein, dass eine LV bis 2056 läuft und die 2. am 01.01.2017 endet?

Kommentar von Schnuckikinder ,

Nein. Beide Versicherungen sind zum gleichen Zeitpunkt abgeschlossen worden und ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt beitragsfrei gestellt. Die eine sollte bis 2052 laufen und die andere bis 2056. Die letztere wurde nun zum 01.01.2017 gekündigt.

Kommentar von Apolon ,

Dann kann ich nur empfehlen, dass du mal deine Versicherungsbedingungen durchliest, was da zur Beitragsfreistellung steht.

Antwort
von donald1967, 14

Eine befristete Beitragsfreistellung wäre sehr ungewöhnlich. Schreibe an die Versicherung, dass Du den Vertrag beitragsfrei weiterführen möchtest, da in den Bedingungen eine Befristung nicht geregelt ist. Solltest Du etwas überlesen haben wird dich die Versicherung im Antwortschreiben darauf hinweisen. 

Antwort
von kevin1905, 28

Hast du die Bedingungen zu dem Tarif selbst durchgelesen?

Weiterbedienen könnte in der Tat ausgeschlossen sein, u.a. aufgrund des damals geltenden Rechnungszinses.

Kommentar von Schnuckikinder ,

Es steht drin, dass ich beitragsfrei stellen kann, aber nicht wie lange. Auch im Bestätigungsschreiben stand damals nicht, wie lange der Vertrag beitragsfrei bleiben kann.

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