Frage von DarkNewyen, 57

Lebensunterhaltskosten bei Praktikum und Ausbildung?

Guten Tag,

ich habe mehrere Fragen bezüglich meiner Karriere mäßigen Situation. Momentan Studiere ich Wirtschaft im 5ten Semester (hat gerade begonnen). Wohne zuhause bei meinen Eltern, leider beziehen wir Hartz IV. Beide Elternteile.

Ich habe Bafög bezogen, aber die CP haben nicht gereicht für mehr (3 Semester).

Mit dem Studium bin ich unzufrieden weshalb ich mich auf der Suche gemacht habe nach einer Ausbildungsstelle, mit Erfolg!

Zu beginn des 5ten Semesters darf ich ein Praktikum durchführen, halbjährlich und vergütet. Bleibe bis ende des Prakitkums immatrikuliert. Das bedeutet bis zum 1.8.2016 mache ich in der Firma ein Praktikum, danach fängt die Ausbildung an.

  • Muss ich die Vergütung des Praktikums bei der Arbeitsagentur melden?
  • Muss ich bei einem vergütetem Praktikum die Versicherungen selbst zahlen?

Mein Verdienst im ersten Jahr beläuft sich wohl auf ca. 800€ Brutto.

  • Wie viel wird mir denn von meinem Lohn im ersten Jahr abgezogen (wegen dem Hartz IV meiner Eltern)?

Meine Eltern wohnen in einer 72 qm Wohnung.

  • Wenn ich ausziehe, müssen meine Eltern auch die Wohnung verlassen (leben seit 1999 in dieser Wohnung)?
  • Wenn ich Ausziehe, habe ich das Recht auf Berufsausbildungsbeihilfe oder Wohngeld, bei einem Lohn von ca. 800€ Brutto im ersten Jahr?

Ich habe im Internet schon viel gelesen, aber niemand hat wirklich einen Ansatz. Jeder hat verschiedene Meinungen, deswegen stelle ich hier die Fragen.

mfg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Hartz IV, 22

Bist du offiziell noch Student,weil du schreibst das du Bafög - bezogen hast und wie alt bist du ?

Wie bist du derzeit noch versichert ?

Was kostet die Wohnung warm ohne Abschlag für den Haushaltsstrom ?

Wo wohnt ihr,also in welcher Stadt ?

Steht der Beginn der Ausbildung am 01.08.2016 schon fest,hast du einen Ausbildungsvertrag ?

Kommentar von DarkNewyen ,

Hallo,

Ich bin offiziell noch Student, bekomme aber durch mangelnder Creditpoints kein Bafög mehr.

Ich bin momentan 21, zu beginn der Ausbildung 22.

Bin über meine Eltern versichert.

Warm kostet die Wohnung ca. 600.

Ich wohne in Neuss in NRW. 

Der Vertrag steht für den 01.08.2016. 

Mit freundlichen Grüßen 

Kommentar von isomatte ,

Wenn du kein Bafög - mehr bekommst dann solltest du da schon mal nicht mehr meldepflichtig sein !

Bei der Agentur für Arbeit ( Familienkasse / Kindergeld ) sollten die Eltern eine Veränderungsmitteilung einreichen und da gleich eine Kopie deines Ausbildungsvertrages dazu legen.

Denn wenn du schon einen festen Ausbildungsvertrag hast steht deinen Eltern auch in der Übergangszeit von mehr als 4 Monaten Kindergeld zu.

Du würdest aber sicher dadurch schon weiter Anspruch haben weil du ja nach deiner Aussage noch bis zum Beginn der Ausbildung als Student giltst.

Dann müssen deine Eltern ans Jobcenter eine Veränderungsmitteilung geben,die findest du auch im Internet zum ausdrucken,dann gibst du ein ,, ALG - 2 Veränderungsmitteilung " und für das Kindergeld ,, Veränderungsmitteilung Familienkasse ".

Wenn du dann angenommen 800 € Brutto verdienen würdest musst du darauf schon mal keine Steuern zahlen,dass geht erst bei ca. 950 € Brutto los,aber es werden Sozialversicherungsbeiträge abgeführt,dann also auch an deine Krankenkasse,du kannst dann in der von deinen Eltern bleiben oder suchst dir eine eigene.

Dann bist du nicht mehr Familienversichert,sondern hast eine eigene.

Das Jobcenter berechnet dann aus deinem Bruttoeinkommen einen Freibetrag auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll.

Du hast dann davon zunächst 100 € Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch von deinem Netto abgezogen,dass sollten bei 800 € Brutto ca. 650 € Netto sein und das ergibt dann dein anrechenbares Nettoeinkommen.

Zu diesem würde dann dein Kindergeld von 190 € addiert und das ergibt dann dein gesamtes anrechenbares Einkommen,dieses wird dann auf deinen Bedarf angerechnet den du bei deinen Eltern hast.

Bei 800 € Brutto würden dir dann also erst mal 100 € Grundfreibetrag zustehen und von den übersteigenden 700 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) noch mal 20 % Freibetrag,also 140 € dazu,dann läge dein gesamter Freibetrag bei 240 €.

Diese 240 € würden dann theoretisch von deinen 650 € Netto abgezogen und würden dann ca. 410 € anrechenbares Netto ergeben + 190 € Kindergeld dann insgesamt ca. 600 €.

Von diesen ca. 600 € geht dann dein derzeitiger Regelsatz von 324 € ab,der ist für deinen Lebensunterhalt gedacht,blieben dann noch ca. 276 € für den Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) übrig.

Das würden bei 3 Personen und angenommen 600 € KDU - dann jeweils 200 € ergeben,dann hättest du noch einen Überschuss von ca. 76 € und dieser würde deinem Kindergeld zugerechnet.

Da du diesen Überschuss dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würdest,würde dieser dann wieder zum Einkommen des Elternteils der das Kindergeld aufs Konto bekommt bzw.den Antrag gestellt hat.

Dann würdest du aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Eltern raus sein,sie würden dann also keine Leistungen mehr für dich bekommen und du müsstest deinen Anteil dann aus deinem Einkommen selber an sie zahlen.

Würde dann das Elternteil kein weiteres Einkommen haben,dann könnte dieses dann von dem Kindergeld was dann wieder zu seinem Einkommen würde die 30 € Versicherungspauschale geltend machen,es würden dann also von den angenommenen 76 € nur ca. 46 € als anrechenbares Einkommen auf die elterliche BG - angerechnet.

Du selber würdest in diesem Beispiel von den 190 € Kindergeld minus angenommen 76 € Überschuss noch 114 € selber benötigen um deinen Bedarf zu decken.

Das würde also dann für dich bedeuten,du hättest dann deine ca. 650 € Netto und vom Kindergeld würdest du noch 114 € selber brauchen,diese 114 € könnten dann also schon mal von den angenommenen 200 € Kopfanteil deiner KDU - abgezogen werden.

Du müsstest dann von deinen 650 € erst mal 86 € für den Kopfanteil der KDU - an deine Eltern zahlen,dazu dann wieder 1/3 für den Abschlag für den normalen Haushaltsstrom und alles was sonst noch auf die Personen im Haushalt aufgeteilt werden müsste.

Dann musst du dich mich deinen Eltern einigen ob du noch Kostgeld für deine Verpflegung abgibst oder dich dann selber versorgst,der Rest deines Einkommens gehört dann dir.

Das würde dann auch so in deiner Ausbildung ablaufen.

Solltest du ausziehen wollen müsste dann geprüft werden ob nach deinem Auszug die Wohnung deiner Eltern für 2 Personen noch angemessen ist.

Die Wohnung dürfte dann bei 2 Personen ca. 65 qm haben,wenn das paar mehr sind würde es auch nichts machen,solange die Kosten der KDU - noch angemessen wären.

Würde das nicht der Fall sein würden deine Eltern eine schriftliche Aufforderung zur Kostensenkung bekommen und ab da würde das Jobcenter in der Regel noch für weitere 6 Monate die volle KDU - zahlen.

Deine Eltern könnten sich dann in dieser Zeit um eine neue angemessene Wohnung kümmern oder sie zahlen dann nach dieser Übergangszeit die Differenz selber zu,sie müssten also nicht ausziehen wenn sie das nicht wollen.

Nach dem Auszug stünde dir auch dein Kindergeld zu,da kein Unterhalt.

Kommentar von DarkNewyen ,

Hallo,

erstmal vielen vielen Dank für Ihre Infos, so Ausführlich habe ich das nicht erwartet. 

Eine Frage hätte ich da noch, unswar in unserer Bedarfsgemeinschaft bekommen meine Eltern momentan keine Leistungen vom Amt für mich. 

Ich habe in den Papieren gesehen, dass der Monatliche Bedarf zur Sicherung des Lebensunterhaltes und das Gesamtbedarf unter meinem Namen bei 0,00€ steht.

So gesehen beziehen meine Eltern doch anscheinend keine Leistungen für mich, Sie selber sagen, dass das an dem Bafög liegt. 

Ändert das etwas an der ganzen Lage?

Mit freundlichen Grüßen 

Kommentar von isomatte ,

Wenn du Bafög - bekommst oder dem Grunde nach Anspruch darauf hättest,dann bist du nicht leistungsberechtigt,deshalb bekommen deine Eltern für dich nichts !

Sie bekommen z.B. nur jeweils ihren Regelsatz von 364 € und 1/3 der KDU - und du musst für das andere 1/3 aufkommen.

Es ändert sich also nichts,es könnte wie schon beschrieben max.dein volles Kindergeld auf den Bedarf deiner Eltern angerechnet werden,wenn du es dann bei ausreichend anrechenbaren Einkommen nicht mehr zur eigenen Bedarfsdeckung benötigen würdest.

Diese Anrechnung würde aber nur möglich sein solange du noch bei deinen Eltern wohnst und gemeldet bist.

Kommentar von DarkNewyen ,

Vielen Dank, die Informationen sind mir wirklich behilflich!

Stern ist vergeben!

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von VivaVital80, 40

Solange der Weg zu deiner Ausbildungsstelle von der Wohnung deiner Eltern machbar ist, bekommst du kein Bab.
Von deinen Geld darfst du 100 € behalten, der rest wird mit eurem Hartz 4 verrechnet, also das Amt überweist weniger Geld.
Wenn die Wohnung zu teuer ist, also über den Mietpreit für 2 Personen müssen sie umziehen,

Lg

Kommentar von isomatte ,

Ab 18 Jahren ist das keine Bedingung mehr,dass gilt nur bei minderjährigen.

Sein Einkommen darf er voll behalten,es wird nicht auf das gemeinsame ALG - 2 angerechnet,sondern nur auf seinen Bedarf und er muss dann einen Teil oder seinen vollen Bedarf dann aus seinem anrechenbaren Einkommen selber decken.

Auch wenn die Wohnung dann zu teuer wäre müssten die Eltern nicht umziehen wenn sie es nicht möchten,dann zahlen sie eben nach der Übergangszeit von 6 Monaten die Differenz selber zu.

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