Frage von Allesinbutter1, 29

Leben wir in einer fordistischen Wirtschaft?

Fordistisch bedeutet ja Massenproduktion und Industriearbeit, obwohl diese Wirtschaftsform ja 1970 abgelöst wurde ist es doch heute wieder genauso oder  

Antwort
von berkersheim, 4

Massenproduktion begann mit der Industriealisierung - lange vor Ford. Ford ist ein weiterer Schritt in der Automatisierung durch Fließband und ein erster Schritt, Arbeit zugunsten von mehr Technik einzusparen. Dieser Prozess ist kontinuierlich weitergelaufen und erlebte mit der Computerisierung einen weiteren Schub, der auch in die Büros reichte und ganze Berufsgruppen in Druckvorstufe und Vorbereitungsgrafik wegrationalisiert hat. Nun kommt mit Industrie 4.0 die Fortsetzung der Digitalisierung durch Roboter (eigentlich: vermehrten Einsatz von Robotern, digital gesteuerten Herstellungsprozessen mit Menschen nur noch als Überwacher). Wirtschaft ist ein Prozess, der immer weiter voranschreitet. Angesichts dieser Tatsache ist es ein Rätsel, wie man sich positive Impulse erwartet dadurch, dass man massenhaft ungelernte und teils analphabetische Jugendliche ins Land holt. Die Behauptung, dass dadurch die Renten gerettet werden, ist ein Selbstbetrug größten Ausmaßes.

Antwort
von NewKemroy, 20

Naja, wie das Ding genau heißt, ist meine Erachtens zweitrangig. Aber dass es nicht gesund ist, wie wir wirtschaften liegt auf der Hand.

Es ist an der Zeit für eine neue bessere Wirtschaftsordnung - meiner Meinung nach.

Antwort
von findesciecle, 3

Begriffsverwirrung: Du gibst nur einen Teil-Aspekt des "Fordismus" wieder!

Ford gilt als "Erfinder" der Fließbandarbeit.

Fordismus bedeutet aber sozialhistorisch einen Kompromiss der hochindustrialisierten Gesellschaft zwischen Arbeitern und Besitzenden:

"Ihr macht 8-10 Stunden primitive Arbeit mit immer den gleichen Handgriffen, dafür bekommt ihr so viel Lohn und so viel Urlaub, dass ihr Euch in der Freizeit verwirklichen könnt. Gegenleistung: Ihr rebelliert nicht (Gewerkschaften, Streiks). Das Prinzip wurde unterhöhlt, als Fern- und Mittelost mit geringeren Stückkosten in den globalisierten Markt eintraten.  

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