Frage von sirwetbread, 48

Leben wir in einer aufgeklärten Welt?

ich denke dass die aufklärung heute nicht existent ist. Ich denke dass wir in keiner Demokratie leben,sowie die meisten anderen ländern auch und dass alles nur noch von einer oberen elite gelenkt wird,also sprich lobbyisten,wie konzerne,banken,think tanks,organisationen,usw.. Und dass diese auch die Medien lenken und wir verarscht werden.

seht ihr dass auch so und wie stellt ihr euch eine aufgeklärte person und eine aufgeklärte Welt vor ?

Antwort
von berkersheim, 19

Bereits 1784 schrieb Kant in seinem Aufsatz: Was ist Aufklärung?

"Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen [A482] (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein."

Daran hat sich leider bis heute nichts geändert. Kant dreht den Spieß um und lässt nicht gelten, dass man den "Vormündern" den Vorwurf der Vormundschaftswahrnehmung macht. Die Menschen müssen sich schon selbst bemühen, ihre Interessen in die eigene Hand zu nehmen. Die Masse der Menschen war darum noch nie aufgeklärt. Das waren zu Kants Zeiten auch nur wenige. Gerade in Deutschland sind sie immer hinter einem Obervormund hinterher gelaufen: Dem Kaiser, nach verlorenem Krieg gleich wieder dem Adolf und nach dem nächsten verlorenen Krieg ist uns eine "Demokratie" übergestülpt worden, um deren Ausgestaltung die Leute sich wenig gekümmert haben, als es lief. Die 68er wollten dann begierig die Diktatur des Proletariats. Und kaum ist die realsozialistische Diktatur im Osten zusammengebrochen träumen Neusozialisten ungezählter Schattierungen wieder von einer neuen Diktatur, einem großen, übermoralischen Kindergarten Deutschland. Am bequemsten ist es halt unterm Rock von Mutti.

Zum Verarschen gehören immer zwei: Diejenigen, die verarschen und diejenigen, die sich verarschen lassen! Solange letztere - um mit Kant zu sprechen - aus Faulheit, Feigheit und Bequemlichkeit in der Mehrheit sind, können sich Seilschaften breitmachen, die sagen, wo' s lang geht. Wenn in Deutschland geschluckt wird, dass die Griechen abstimmen, ob sie von uns Milliarden zu bestimmten Bedingungen überhaupt haben wollen, aber die Deutschen nicht gefragt werden, ob sie Milliarden ihrer Rentenvorsorge in den Wind schießen wollen, stimmt doch was nicht. Wie dem abzuhelfen ist, weiß ich nicht. Wir jubeln ja fleißig WILLKOMMEN, wenn massenhaft Leute mit Stand Mittelalter importiert werden. Die sollen uns retten, weil wir zu faul und bequem und verwöhnt sind, eigene Kinder groß zu ziehen. Ob sich die Oberen verrechnen, dass die Neuimportierten brav tun, was sie vorgeben, ist eine andere Sache. Gegen die Erdogan-Begeisterung der meisten Deutschtürken reden sie vergeblich an. Man kann nur gespannt sein, wie das mal endet. An Deutschland jedenfalls ist die Aufklärung vorbeigegangen. Die faseln von der christlichen Tradition und wissen schon nicht mehr, dass unser moderner Staat auf den Grundlagen der Aufklärung steht.

Kommentar von Rowal ,

ein wahres Wort, wenngleich etwas polemisierend vorgetragen. Die dahinterliegenden Erkenntnisse haben sich aber noch nicht allgemein herumgesprochen.

Kommentar von berkersheim ,

@Rowal

Ich gebe zu bedenken, dass man nach dem Krieg von der Frankfurter Schule der Aufklärung "Versagen" vorgeworfen hat. Diese Bildungsbürger hatten nicht vor Augen, dass erst recht in Deutschland "Aufklärung" kein Projekt der Massen war, sondern weniger Bildungsbürger. Die deutsche Realsituation wird nicht in Kants Aufsatz beschrieben sondern im "Hauptmann von Köpenik".

Antwort
von Yuurie, 10

Unter einen aufgeklärten Welt stelle ich mir vor, wenn Menschen in der Lage sind, alle Arten und Lebensformen zu akzeptieren und zu tolerieren. Dass niemand - egal, was er ist oder was er bevorzugt oder dran glaubt - diskriminiert und ausgestoßen wird. Und dass niemand den Drang hat, andere mit der eigenen Überzeugung 'zurechtzuweisen' oder zu 'bekehren'. Dass Menschen in der Lage sind, selbstständig zu denken und sich seine eigene Meinung bilden, anstatt stumm der Masse zu folgen und alles sinnfrei nachzuplappern.

Aber leider ist das reines Wunschdenken, da die Gesellschaft meiner Ansicht nach das Gegenteil bewirkt und auf mich sehr primitiv und einfältig erscheint, durch ihr Schubladendenken und der Annahme, das alles, was für sie nicht der "Normalität" entspricht, automatisch "krank" sei.


Antwort
von rolfmengert, 12

Aufklärung in dem Sinne, dass die Menschen, die nicht unter extremen wirtschaftlichen oder geographischen Zwängen (Armut, Geworfenheit in unwirtliche Gegenden des Globus) leben, prinzipiell in der Lage sind, sich umfassend zu orientieren, besteht durchaus. Die überwiegende Mehrzahl der Länder bietet den Zugang zum Internet, womit es praktisch jedem überlassen ist, wie umfassend er dieses Medium für sich in Anspruch nimmt und dann auch alle Einsichten in die Lebenszusammenhänge jenseits festgelegter Ideologien vor Augen führen kann. 

Mit dem Demokratie-Verständnis ist es allerdings wirklich schlecht bestellt. Wenn man beobachtet, mit welchen ausgeklügelten und perfiden Strategien heute Wahlen manipuliert werden, möchte man Wahlen, in denen sich die Menschen gemäß ihrer tatsächlichen politischen Interessen entscheiden können, wirklich in Abrede stellen. Allerdings gibt es trotzdem in den sog. freien Gesellschaften auch Bewegungen, wo sich Protest gegen bestimmte substantielle Fehlentwicklungen dann doch so massiv kondensieren kann, dass es zu Verschiebungen in den Machtverhältnissen kommt. Also kann man von demokratischen Prozessen durchaus noch sprechen, allerdings nicht mehr von aktiv gelebten Demokratien im ursprünglichen Sinn des Wortes.

Deine Analyse über die Wirkmächtigkeit von den aufgezählten Systemen Deiner Frage scheint mir sehr zutreffend zu sein, bis auf die kleine bittere Schlusssentenz, dass wir sinngemäß alle betrogen werden. Hier sollte man bedenken, dass in allen gesellschaftlichen Systemen die Güter verteilt werden und dass es immer Gewinner und Verlierer gibt. So argumentiere ich manchmal, wenn Leute Konzerne als riesige Systeme der Ausbeutung deklarieren, dass sie doch durch den Erwerb von Aktien eben dieser Systeme an den Gewinnen teilhaben könnten und damit einen partiellen Ausgleich der Interessen zumindest für sich selbst herbeiführen könnten. Doch meist reagieren sie dann mit Bedenken bezüglich der Risiken - geben aber doch zu, dass das prinzipiell ein Weg sein könnte zu etwas mehr Verteilungsgerechtigkeit zu kommen.

Bilanz: Von einem Ideal der funktionierenden Demokratie und einer annähernd gerechten Verteilung der erstrebenswerten Güter unserer Welt sind wir weit entfernt - ja man kann sogar hier einmal den Medien glauben, die sicher nachweisen, dass die Ungleichheit im Verteilen von materiellen Gütern in einer  ständigen Zunahme begriffen ist.

Antwort
von xKenGTM, 19

Wären die Menschen komplett ohne Kontrolle aufgewachsen ( Medien, bereits Kontrollierte Eltern, Geld, etc. ...) dann würde etwas rauskommen das sich vermutlich niemand vorstellen kann.

Allerdings weis JEDER das diese Welt nicht die ist die man uns klar machen will. Es gibt hohe Tiere an die niemand rankommt, diese haben Geld um neue Regeln aufzustellen... und diese schreiben sie natürlich für sich zum Gewinn machen. So verdienen andere Leute mehr an dir, als du selbst... das wissen viele, aber keiner geht dagegen vor. 

Ich male mir immer gerne lustige Bilder aus.

Stell dir mal z. B. vor wie du vor dem Präsidenten stehst und ihn fragst für was er sich hält.

Oder eins der bekanntesten Gesetze "Diebstahl". Die hohen Tiere haben der Welt alles abgenommen, selbst die eigene Fläche... und verkaufen diese.. wir zahlen ihnen also Geld für etwas das sie geklaut haben.

Es gibt viele solcher beispiele.

Meiner meinung nach kann man nicht wissen wie es eigentlich wär, daher nichts mehr so ist wie es eigentlich sein sollte.

MfG

Antwort
von herakles3000, 9

du bist auf den Holzweg den wäre das so würde viele was unsere Politiker und andere anstellen nicht frühzeitig herauskommen außerdem leben wir in einer aufgeklärten Welt den  fast alles an Information  die nachweislich stimmen oder auch falsche wen man nicht aufpaßt oder sich nicht ordentlich informiert  würde dein Annahme stimmen  würde es noch wie in den 80rer aussehen Smog vergiftet  Flüsse ,Wälder und Dioxin einfach im flus entsorgt worden und  auch der Atomausstieg hätte nie stattgefunden.!Das die Medien teilweise kontrolliert werden ist ganz gut aber selbst dann haben Politiker kaum noch Einfluß auf die Privat sendet Und auf das netz haben die sowieso keinen Einfluß .

in deiner Welt würde die Regirung den Ärtze es Verbieten den Arbeitnehmer zu sagen warum sie krank werden oder sind wen das wegen nicht einhalten des Umweltschutz Geschieht was  in einem Anderen Land wirklich so geschen ist.!Weil  Die gesund den Betreibern dort egal war-

Antwort
von Dxmklvw, 5

Es gab ja sogar einmal eine Zeit, in der es Menschen für eine großartige Aufklärung hielten, daß Hexen an allem Unglück der Welt schuld wären.

Doch auch jede echte Aufklärung wird zur Farce, wenn Menschen Schwachsinn für der Weisheit letzten Schluß halten oder sich einen Dreck um das scheren, was sie klar vor Augen haben.

Antwort
von Evoluzzer213, 25

Es gibt also Verbraucherrechte weil wir von Konzernen beherrscht werden? Eher nicht.
Außerdem ist nicht alles, was gut für die Konzerne ist, schlecht für uns, die müssen den Kunden auch was bieten, sonst gehen sie unter.
Nur ihre Interessen durchzusetzen und nicht unsere geht also nicht wirklich lange gut.

Antwort
von gromio, 7

Was verstehst DU unter "aufgeklärt"?

Danke.

Antwort
von erobine, 12

Einer ist früher aufgeklärt, ein anderer später, viele garnicht. Nur jammern ändert aber auch nichts.....Jeder kann und ist in der Lage aus seinem Leben, mit Fleiß, Geschick und Intelligenz, sehr vieles zu machen.....Glück ist auch ein Bestandteil!

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