Frage von Kajawizu, 74

Leben wir (Deutschland) in einer "Rentnerdemokratie"?

Antwort
von teafferman, 8

Zunächst mal bräuchte es in einer Demokratie denn aber auch mehr Menschen, die auch nur unser Grundgesetz kennen würden, sich für seine Beachtung stark machen wollten. 

Und dann wollen wir bitte nicht vergessen: 

Die sogenannte 68-iger Bewegung hatte bedeutend größeren Widerstand zu überwinden als die heutige Jugend, um gegen manche alten Zöpfe erfolgreich anzugehen. 

Nein. Ich will absolut nicht behaupten, dass deren Aktionen hinreichend erfolgreich gewesen sind. Sie sind aber ein wesentliches Stück weit erfolgreich gewesen. Trotz teilweise sehr aggressiver Altnazis als Eltern. 

Oder eher gerade deswegen. Denn die heutige Jugend scheint durchschnittlich zu faul, zu desinteressiert, zu satt.

Wenn ich schon lese, es gebe offensichtlich nur die Möglichkeit, von irgendwelchen Parteien vorgeschlagene Subjekte zu wählen, dann steigt der Spiegel einiger meiner Hormone doch deutlich an. Denn diese Wahnvorstellung ist falsch. Seit 67 Jahren. 

Es handelt sich um eine Wahnvorstellung, die von der jungen Generation erst mal einfach so übernommen wird. Weil sie von ihren Vorfahren nicht gelernt hat, sich selbst nach den Fakten umzusehen. 

Immer in einem doch pauschalisierten Durchschnitt betrachtet. 

Ich neige immer mehr zu der ebenfalls pauschalen Auffassung, dass es den Menschen nicht gut tut, wenn es ihnen zu gut geht. Obwohl es uns heute nur scheinbar zu gut geht. Was denn in eine lange Geschichte ausarten kann. 

Aber Pauschalen sind in der Regel Plattmacher. Wir Menschen sind aber nun mal keine Plattwürmer. 

Haben wir als Individuen diese Tatsache mal begriffen, kann Bereitschaft entstehen, den Weg raus aus diesem Wahrnehmungsnebel hin in die Realität zu suchen und dann nach eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten zu gehen. 

Bei jungen Menschen erlebe ich durchaus oft, dass nur ein kleiner Anstoß nötig ist um ihnen den Weg heraus aus diesem Verantwortungsverweigerungsnebel heraus möglich zu machen auf ihre jeweils persönliche Weise. 

Und ich weiß von manchen jungen Menschen, die durchaus sehr aktiv sind. Sie kommen seltenst in Medien der Springer- und Burda-Welt vor, denn beide Häuser haben sich ja bereit erklärt, diesen Verantwortungsverweigerungsnebel bestmöglich am Leben zu erhalten. 

Und dann gibt es die durchaus aktiven alten Menschen. Um uns mal so auszudrücken. Erst letzte Woche fand ich eine Einladung zur Teilnahme an einer Petition, die mit den Worten sinngemäß begann: "Nun bin ich in Rente und habe genügend Zeit, um mich diesem wesentlichen politischen Thema widmen zu können. Ich lade Sie also ein, mich dabei zu unterstützen."

Persönlich schaue ich sehr selten im TV Nachrichten. Ich höre dradio, lese auf einigen Seiten online, nutze die vielen weiteren Möglichkeiten der digitalen Welt, um mich auf dem Laufenden halten zu können. Da mag ich manche Meinungsmache nicht mitbekommen, aber ich verpasse deswegen ganz bestimmt nichts Wichtiges. Eher im Gegenteil: 

Ich erfahre von den aktiven Menschen in diesem Staat, jenen, die sich für Leben, für unser Grundgesetz und so fort einsetzen. So ganz ohne irgendeine Vereinsmitgliedschaft. - Ja, auch Parteien zählen für mich zu den Vereinen. 

Antwort
von TUrabbIT, 22

Das ist ein populistischer Kampfbegriff und ist in der Form quatsch, denn wir werden weder von Rentnern regiert noch wird die Regierung nur von Rentnern gewählt.

Fakt ist, das die Zahl der Rentner steigt und die älteren Generationen die jüngeren zahlenmäßig übersteigt. Das KANN natürlich dazu führen, das die Politik wesentlich von diesen Generationen geprägt wird und jüngere Generationen rausfallen.

Doch halte ich es eher für ein Problem mangelnder Beteiligung und politischem Einsatz, wenn Interessen gegen die Jungend durchgesetzt werden, als für ein Generationen Problem. Denn an vielen Stellen mangelt es an (geeignetem) Nachwuchs für politische Positionen und die Wahlbeteiligung ist gerade in dem jüngeren Bereich relativ niedrig. (siehe z.B.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/bundestagswahlen/205686/wahlbet...)

Kommentar von Kajawizu ,

So abwegig ist das nicht. Wenn man mit jungen Menschen spricht, die noch nicht so indoktriniert sind, bekommt man immer zu hören das sie die Wahl nehmen, nicht wählen zu gehen, da Parteien keine Lösung sind sondern nur spalten und langfristig nicht die Interessen mehr vertreten, sondern in Lobbyismus abrutschen.

Antwort
von dan030, 9

Der Begriff "Rentnerdemokratie" oder "Gerontokratie" kommt immer wieder mal hoch...

Ganz unberechtigt ist diese etwas spitze Äußerung nicht. In Deutschland liegt über alle Einwohner das Durchschnittsalter bei ungefähr 43 Jahren. D. h. die Hälfte der Menschen ist älter, die andere Hälfte jünger. Da aber nun die U18-Bevölkerung nicht wahlberechtigt ist, gehen die Interessen der älteren Hälfte der Bevölkerung stärker in Wahlergebnisse ein als die Interessen der jüngeren Hälfte.

Besonders kritisch ist in diesem Zusammenhang alles, was in punkto Sozialstaat und Rentnerversorgung zur Wahl steht. Wenn die ältere Hälfte der Bevölkerung, die allein schon durch anteilgen Rentenbezug eher auf der "Nehmerseite" des Sozialsystems steht, stärkeres Stimmgewicht hat als der jüngere Teil der Bevölkerung, der eher auf der "Zahlerseite" steht, dann ist systematisch eine Schieflage da.

Die Ergebnisse sehen wir ja: regelmäßig hinterlässt eine ältere Generation ihren Kindern ein Gesamtsystem, was weiter runtergewirtschaftet ist. Speziell die Rentner reklamieren mit dem Hinweis auf ihr eigenes Arbeitsleben für sich Ansprüche in einer Höhe, die die jüngeren Menschen nie selbst in gleicher Form erwerben werden. Aber für anderer Leute Wohlstand zahlen sollen sie...

Antwort
von valvaris, 36

Noch nicht, aber bald, wenn nicht mehr Neugeburten kommen.

Allerdings ist auch die Wahlmüdigkeit ein Teil des Problems. Siehe Brexit. Klar, da haben wesentlich mehr Rentner gewählt als junge Menschen und die kriegen das Ergebnis aufgedrückt, aber es sind auch nicht alle Wählen gegangen und DAS ist dabei rausgekommen.

Genauso, wie die CDU geschätzte 70% ihrer Stimmen von Leuten kriegt, die auch schon vor 30 oder 40 Jahren CDU gewählt haben.

Antwort
von lesterb42, 33

Das ist jetzt natürlcih stark verkürzt dargestellt. Richtig ist aber, dass der Anteil der Rentner an den politisch Aktiven höher ist, als der Anteil der Rentner an der Gesamtbevölkerung.

Antwort
von soissesPDF, 3

Deutschland hat 81 Mio. Einwohner, davon etwa 20,5 Mio. Rentner, mithin 25%, etwa 41 Mio. Arbeitnehmer und Beamte, mithin 50%.
Aber auch ca. 25% von Armut betroffene Bürger.

Der Anteil der Rentner wird in den nächsten Jahren zunehmen, die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente.
Auf Grund der geringen Geburtenrate nimmt entsprechend der Anteil der Arbeitnehmer ab.
wg. der Agenda 2010 der SPD nimmt der Anteil der von Armut betroffenen Bürger entsprechend zu (Armut im Alter).
Eine Entwicklung der sich die Politik wird stellen müssen.

Antwort
von Jewi14, 35

Diese Begriff wird gerne populistisch benutzt und unterstellt, die Politik würde ständig Wahlgeschenke für Rentner machen, da die Anzahl der älteren Bürger und damit Wähler steigt.

Ich persönlich sehe so ein Verhalten der Politik nicht.

Antwort
von atzef, 32

Was soll das sein? Außer dem banalen Umstand, dass der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung aufgrund höherer Lebenserwartung etwas zunimmt?

Antwort
von Marc8chick, 1

Das Problem ist vor allem das viele Rentner nicht überlegenen sondern einfach ihre Stammbaum treffen.

Antwort
von DerTroll, 26

Erläuter bitte erst einmal, was du unter einer Rentnerdemokratie verstehst. Das ist kein offizieller Begriff. Dazu kann man nichts sagen, wenn man nicht weiß, was du damit meinst.

Antwort
von Karl37, 23

Das ist purer Populismus, denn die Zahlen des stat. Bundesamtes sagen etwas anderes.

Demnach leben in Deutschland:

17,1 Mio Menschen im Alter 65+

49,3 Mio Menschen im Alter von 20 - 64 Jahre

14,7 Mio Menschen im Alter von <20 Jahre

https://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/

Kommentar von Kajawizu ,

trzd. beziehen in 2016 ca. 28 Millionen Menschen Rente

Kommentar von Karl37 ,

Das ist falsch, denn die Zahl der Renten ist nicht gleich der Zahl der Rentner. Es gibt viele Rentner die mehrere Renten beziehen, so z.B. die Altersrente der RV und dazu die Betriebsrente.

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschlan...

Antwort
von WhatToDoIf, 27

In Fünf Jahren nicht mehr, wenn du weißt, was ich meine. tihihihi

Antwort
von SocialistRUSSlA, 22

Schmeissen wir so früh schon mit erfundenen begriffen um uns oder mit Begriffen die zu pegida und afd passen könnten 


Anhand dessen das die Altersarmut steigt und viele Rentner sich überhaupt nicht mehr über das S in SPD freuen wohl kaum 

Davon abgesehen würde mich interessieren wo angeblich die übermacht an Rentnern herkommen soll im Vergleich zur Anzahl anderer Altersgruppen 

Antwort
von Barolo88, 34

was soll denn bitte eine Rentnerdemokratie sein ?

Antwort
von Omikron6, 31

Was soll eine "Rentnerdemokratie" sein?

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