Eine Rat suchende Frage, bitte ohne bissige Kommentare, auch bitte keine Vorwürfe.
Bekannte von mir hat ALS (die gleiche Krankheit wie es auch Stephen Hawking hat). Noch keine 70 Jahre alt, hat eine schwerstbehinderte Tochter. Tochter ist so schwerstbehindert, kann nicht laufen, essen, aufs Klo gehen, nicht sprechen, kann gar nichts. So schlimm ist diese Behinderung. Auch geistig ist sie schwer behindert.
Nun zurück zur Bekannten. Kann mittlerweile auch nichts mehr machen, nicht mehr sprechen. Sie hat mich vor kurzem gefragt, als sie noch einigermaßen sprechen konnte, wozu denn noch leben. Wozu lebt ihre Tochter? Ich wusste keine Antwort darauf, denn meine Gedanken dazu habe ich in ihrer Gegenwart lieber bei mir behalten. Was hätte ich denn sagen sollen? Müssen denn Menschen, die so schlimm daran sind, unbedingt um jeden Preis weiterleben? Wäre es nicht besser, ihre Tochter wäre gleich nach der Geburt gestorben? Danke für alle verständnisvollen, kompetenten Antworten, ehrliche Meinungen.

Wir sollten uns nie als Richter über Leben und Tod aufspielen. Das steht allein Gott zu.
meine Mutter war in ähnlicher Situation. Am Donnerstag ist sie gestorben. Die Ärzte wollten sie bzw. ihren Körper mit einen rießigem Aufwand an Geräten am Leben halten. Mein Vater und auch wir Kinder waren uns einig, der Arzt soll keine wiederbelebungsversuche durchführen. Mit Herzstillstand ist sie entschlafen.
KriLu am 3. Juni 2009 13:16 mein beileid aber manchmal ist es einfach das beste, friedlich einzuschlafen...
Parkinson, seit 10 Jahren, vor 6 Monaten Dickdarminfarkt, Darm wurde größten teils entfernt, seit mehreren Jahren wegen missglückter Knieoperation Rollstuhl, seit 12 Jahren verpfuschte Hüftoperation nach Unfall usw...
Panikgirl am 3. Juni 2009 13:22 Liebe Newcomer - ich kann es genau nachfühlen, was in Dir jetzt vorgeht. Es tut mir wahnsinnig leid. Bei meiner Mom war es ähnlich - und das ist auch noch nicht allzu lange her. Ich wünsche Dir von Herzen ganz ganz viel Stärke und es ist leider wirklich besser als noch ein paar Jahre in Qualen und womöglich als hilfloses Menschenpaket weiter zu vegetieren - denn meher ist es nicht und ich glaube auch nicht, dass sie das lieber gewollt hätten-:(
sie sagte uns selbst, wozu soll ich weiter leben :-(

heikel, aber ich kann dich verstehen. für manche menschen (genauso wie krebspatienten im endstadium) ist der tot einfach nur eine erlösung aus den qualen. ich finde auch (und das meine ich ernst), dass sterbehilfe, so wie es z.b. in der schweiz erlaubt ist, eine gute alternative ist, wenn es gar nicht mehr geht

wir wollen doch wohl keine Euthanasie wie im 3. Reich
Es geht darum, sie zu trösten. Was soll man da sagen. Nicht, dass Gott es entscheidet oder Euthanasie verboten ist. Das wissen wir.
ich glaube, man kann sie nicht trösten. Ich denke auch nicht, dass sie wirklich eine Antwort von dir erwartet hat, für mich ist das eher eine rhetorische Frage...in den Raum gestellt...

schwere frage ... denke aber das liegt nicht in deinem ermessen so etwas zu entscheiden! wer weiß ob es ihrer tochter trotz ihrer krankheit nicht gut geht!gott wird sich wohl etwas dabei gedacht haben,.. wenn es einen solchen denn auch gibt! ... stelle mit öfter mal die frage warum all die schrecklichen dinge passieren wenn der herr da oben doch auf uns acht gibt! ... spätestens nach dem tod wird es ihrer freundin und der tochter gut gehen!alle schmerzen werden weg sein ... was das leben betrifft .. wer hat gesagt das es leicht ist!?!?
Die einzige haltbare Antwort, die ich geben kann ist, dass die Evolution dazu gefuehrt hat, dass jedes Lebewesen einen nicht zu ueberwaeltigenden Drang hat, ueberleben zu wollen. Das ist auch bei Behinderten der Fall. Bei grossen Schmerzen etc. kann es evtl. auch sein, dass Menschen der Lebenswille ausgeht. Damit ist dann fuer diese Menschen kein Grund mehr gegeben weiterzuleben.
Unter allen anderen Umstaenden erklaert sich der Grund fuer das Ueberleben-wollen daraus, dass Wesen, denen dieser Drang fehlt, im Laufe der Evolution ausgestorben sind. Wie alles, was die Evolution hervorbringen konnte, fusst der Ueberlebenswille also nicht auf einem bestimmten Zweck. Er hat kein spezielles, uebergeordnetes Ziel.
Nein müssen sie nicht, so hart das klingt, so wahr ist das.
Wir verstricken uns da leider immer sehr in unsere westliche Gutsmenschenmoral. Wer wird schon geduldet und geliebt wenn er sagt, Sterbehilfe ist okay und man sollte solchen Leuten die Entscheidung zum Tode selber überlassen. Das würde niemand dulden.
Ich ziehe hier einen Vergleich mit Naturvölkern, diese spiegeln etwas auch die Vergangenheit unserer Zivilisation wieder: Behinderte Menschen werden dort umgebracht. Das klingt hart und brutal, ist aber ein segen für die Gesellschaft. Unsere Landwirtschaft kann pro Bauer 200 Menschen ernähren, das können die leider nicht. Wenn der Ertrag eines Menschen ausfällt, fällt dieser Mensch dem Sozialsystem nur zur Last.
Auch wenn wir mit unserem Sozialsystem, unserem Wohlstand und unserem Denkvermögen diese Leute guten Gewissens leben lassen könntenn, sollten wir uns die Frage stellen ob sie das wirklich glücklich macht - wenn diejenige so eine Frage stellt ist das anzuzweifeln. Zum obrigen kann ich nur sagen dass solche Leute zunehmen das System belasten. Ich billige keine Säuberungen aber zumindest wenn schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Lebens vom Betroffenen selbst gestellt wird, sollte man Themen wie Sterbehilfe in dem Falle anders angehen.
Hasst mich dafür, aber meine Antwort drauf ist : Ja, die Tochter hätte sterben sollen. Es ist nur ein Siechtum eines Lebens, und das ist es nicht wert. Wer lebt soll sein Leben zumindest in voller Gesundheit leben können.
Ich hasse dich nicht für diese Antwort, im Gegenteil. Danke!
Wer hätte denn die Hand anlegen sollen, wenn die Ärmste nicht von selber sterben kann? Du? Ich? Wer kann schon der "henker" seines Nächsten werden? Ich habe da keine so einfache Antwort wie du.
Ich denke schon, dass ein nahestehender Mensch in der Lage sein kann, Sterbehilfe zu leisten. Davon abgesehen gibt es Firmen, die sich aus rechtlichen Gruenden Vereine nennen, die so etwas anbieten.

Zuerstmal tut mir sehr leid, dass deine Bekannte so krank ist und auch das Ihre Tochter mehrere Behinderungen hat. Nun, es ist sehr schwer zu beantworten. Ich glaube, es ist toll das die Tochter lebt. Frage doch mal die Bekannte, obwohl die Tochter behindert ist so wurde sie bestimmt geliebt, oder? Auch Menschen, die sehr schlimm behindert sind können Liebe geben. Vielleicht hat deine Bekannte in ihrem Leben Menschen getroffen, denen sie helfen konnte, weil die vielleicht auch ein behindertes Kind haben?! Sie hat durch die Pflege und Betreuung ihrer Tochter Erfahrungen gemacht, die du oder ich nie gemacht haben, eben weil wir kein behindertes Kind haben. Diese Bindung zwischen Mutter und Kind wird sehr eng gewesen sein. Das deine Bekannte nun selbst schwer krank ist, dass ist ein harter Schlag. Weißt du ich bin selber sehr krank, nicht so schlimm wie deine Bekannte. Doch ich kann viele Dinge nicht tun, die andere Menschen in meinem Alter total lieben. Dennoch erlebe ich Dinge, die ich sonst nicht erleben würde. Ich hätte gar keine Zeit meine Erfahrungen weiterzugeben, anderen Menschen zuzuhören, wenn ich gesund wäre. Denn dann müßte ich arbeiten und hätte wahrscheinlich keine Zeit dazu. Weshalb es Leid gibt,dass weiß ich nicht. Aber ich weiß,dass jeder Mensch, dessen Herz schlägt von Gott gewollt und geliebt ist! Wir leben nun mal hier auf dieser Erde wo es Leiden und qualvolles Sterben gibt. Das ist eine einfacvhe und banale Erklärung. Doch eine andere kann ich dir nicht geben. Versuche deine Bekannte zu unterstützen, soweit du es kannst! Denn sie ist ein Held! Es ist sehr schwer ein behindertes Kind zu haben und selbst so krank zu sein. Doch nicht ihr Körper ist der Feind, sondern die Krankheit! Bitte sage ihr das. Ich werde für sie und ihre Tochter beten und wünsche euch allen viel Kraft! Gebt nicht auf!
Es ist immer schwer, das Leben eines anderen auf seine "Lebensqualität" zu beurteilen. Man kann ja auch nicht in die Tochter "reinschauen", wie fühlt sie sich bei dem Ganzen? Sie kennt es nicht anders und ist vielleicht auf ihre ganz eigene Art glücklich?
Ich höre auch in meinem Job immer wieder von Menschen, die kämpfen und kämpfen...wo andere schon aufgegeben hätten. Auch meine Schwiegermutter kämpft seit 2 Jahren gegen den Krebs, hat mächtig abgenommen, keine Haare mehr, kaum noch Kraft - und kämpft.
Die Frage "wäre es nicht besser, sie wäre nach der Geburt gestorben" ist auch schlecht zu beantworten, zumal es diese "Alternative" ja gar nicht mehr gibt- sie lebt ja schließlich und das seit zig Jahren...
Ganz allgemein kann ich nur für mich sagen, dass ich persönlich finde, dass die Schweiz uns in einem voraus ist - sobald von Ärzten diagnostiziert ist, dass eine Krankheit unheilbar ist und eh zum Tod führen wird, kann man dort "gehen", Abschied nehmen von den Angehörigen und die Welt in Würde verlassen...sofern man dies noch frei entscheiden kann.
Mir geht es genau so. Auf der einen Seite können wir sehr gut kommunizieren. Sie wird verwöhnt, wenn ich da bin. Bekommt alles, was sie will. Aber ihre Augen! Sie sind total leer. Sie ist jetzt am ganzen Körper gelähmt und kann nicht mehr essen oder trinken. Wird durch die Magensonde ernährt. Alle paar Minuten denke ich, sie erstickt gleich. Weil die Lähmung auch die Atemwege befallen hat. Das alles und zudem ihr schwerbehindertes Kind hat sie zum (Ver)-Zweifeln gebracht.
ich denke aber, dass ihre Frage an dich eher rhetorisch war, so "in den Raum gestellt". Sie wird nicht wirklich eine Antwort von dir erwartet haben - wie denn auch? Sei weiter so für sie da, wie du es bist, so hilfst du ihr am meisten. Meinen Respekt dafür!

Ich glaube, die Gedanken kann man sich erst machen, wenn man davon betroffen ist. Ich persönlich hätte die gleichen Gedanken wie deine Bekannte und würde nicht mehr leben wollen.
Ich verstehe sie auch. Aber was sagt man ihr?
frastaft am 3. Juni 2009 13:17 Wollte sie denn eine richtige Antwort auf die Frage? Oder war sie vielleicht rein rhetorisch gemeint?
Nun, ich denke, am Ende seines Lebens meint der Betroffene seine Fragen durchhaus ernst und berechtigt, nicht rhetorisch.

ich kann dir nachempfinden und denke wie du. habe selbst auch angst davor einmal so zu enden oder jemand in meinem Bekanten-/ Verwandschaftskreis. Da haben unsere Haustiere ganz klar den Vorteil. Da würde niemals jemand etwas sagen, wenn man seinen Hund oder so einschläfern lässt, damit er sich nicht weiter quälen muss. Ich wünsche dir und deinen Verwanden / Freunden viel viel Kraft und den Leidenden, dass es nicht mehr lange dauert...

Besser? Nein, ich denke nicht. Trotz Krankheit gibt es viele schöne Momente und Erinnerungen und jeder Mensch hinterläßt seine Spuren im Leben.
Allerdings ist es ja immer so, daß man nicht wirklich vergleichen kann. Ich als Mutter kann meine Kinder auch immer nur ganz schwer leiden sehen - aber ob ich "glücklicher" wäre, wenn sie tot anstatt schwerstkrank wären? Kann ich echt nicht sagen!

Das ist rein persönliche Ansichtssache und sollte meiner Meinung nach hier nicht erörtert werden. Außerdem stellt sich in Deutschland ja auch die Frage, wer den Tod hier verordnen soll, zumal wenn der Mensch nicht in der Lage ist seinen eigenen Willen zu äußern.
Das ist wirklich sehr schwer zu entscheiden, zumal wir als Aussenstehende nie wirklich wissen könne, woraus der so sehr erkrankte Mensch einen Lebenswert zieht. Das kann ja schon ein kleines Lächeln sein, oder der Anblick eines Schmetterlings, der vor der Nase herumtänzelt, wer weiß das schon? Wie schwer es fällt, sein Leben zu verlassen zeigt sich schon allein darin, wie klaglos sich viele Menschen in ihre Krankheit fügen. Sonst würden viele unheilbar Erkrankte Selbstmord begehen oder Sterbehilfe suchen. Wenn du deiner Bekannten ein wenig Linderung in ihrer Gefangenschaft geben wills, dann beschäftige dich mit ihr - ja, und vielleicht gibt es sogar andere Möglichkeiten zu kommunizieren als sprechen...?
Danke, siehe Kommentar unter der Antwort von "Jule1973".
Es ist sicherlich einer der schwersten Dienste, die man seinen Mitmenschen erweisen kann, indem man einfach nur für sie da ist, selbst wenn die Augen "leer" sind. Ich wünsche dir viel Kraft dazu - und danke für deine Frage, die hier endich auch mal etwas tiefergehendes Nachdenken ermöglicht hat.

Ja, ich kann sehr gut nachvollziehen, was in Deinem Kopf vorgeht. Es ist unfassbar, welch ein Leid manche Menschen ertragen müssen - das macht einen oft fassungslos. Den Sinn darin, den werden wir niemals finden. Oft leiden die liebsten Menschen am meisten - so kommt es mir manchmal vor - dann passiert es hingegen so oft, dass ein ganz junger Mensch, der so ein klasse Leben vor sich gehabt hätte, plötzlich aus dem Leben gerissen wird - auch dies ist für einen sowas von sinnlos. Wenn die Tochter aber direkt nach der Geburt gestorben wäre, dann wäre diese Dame sicherlich auch verzweifelt gewesen...........ich weiss da auch nicht viel mehr zu schreiben, als mein Bedauern für sowas auszudrücken. Es zeigt aber vielmehr, wie froh man selbst sein kann, dass es einem selbst so gut geht - man sehen, laufen, lachen kann und arbeiten gehen darf. Hingegen weiss keiner, was uns selbst in Zukunft noch alles geschehen kann - deshalb sollte man jeden Tag eigentlich leben, als sei es der Letzte

das ist eine sehr schwierige frage die man nicht eindeutig beantworten kann. ich finde es schrecklich, dass es menschen gibt, die so ein hartes schicksaal trifft. wahrscheinlich wäre es besser gewesen sie wäre nach der geburt gestorben, aber vllt ist sie trotz ihrer behinderung ein mensch der das leben schätzt. wir können nicht genau sagen, was in diesen menschen vorgehtz, aber sie kennen die welt nicht anders. ich fände es auch schwer zu entscheiden ein kind abzutreiben wenn man in der schwangerschaft erfährt dass es behindert sein wird. aber wahrscheinlich würde man es tun oder? doch andererseits würde ich mich auch nicht wohl dabei fühlen über leben und tod zu entscheiden. man kann alles immer von zwei seiten sehen. ich denke man muss mit seinem schicksal leben und versuchen das beste draus zu machen. wenn du z.b ein bein verlierst, kannst du entweder ganz viel trainieren und iwann perfekt mit einer protese laufen, oder du legst dich ins bett und deknst "warum ich?" bei solch einer schweren krankheit wie ALS oder einer behinderung würde ich mich auch fragen wozu lebe ich überhaupt. Aber ich glaube (das hört sich bestimmt ziemlich blöd an) dass alles einen sinn hat. Wenn dieser oft auch schwer zu verstehen ist. Es gibt so viele ungerechte dinge auf dieser welt die wir nicht verstehen. Das war jetz viel gelaber um den heißen Brei, aber was ich damit sagen wollte ist dass man sich nicht aufgeben darf und immer kämpfen sollte, wie hart einen das schicksal auch trifft. Verändern kann man die situation so oder so nicht, aber vllt verbessern. LG

Auf die Frage "Wozu denn noch leben?" gibt es wohl keine Antwort. Nicht einmal auf die Frage, wozu man überhaupt lebt. Aber sie wird das auch nicht gemeint haben. Sicher war es die Frage an dich, etwas versteckt, ob man selbst eingreifen darf.
Ich meine, Menschen, die so schlimm dran sind, müssen nicht um jeden Preis weiterleben. Das ist aber eine ethische Frage, und man kann auch anderer Meinung sein. Rein juristisch gesehen dürfen sie ihr "Ableben" nicht selbst beschleunigen!!
In diesem Fall finde ich es vor allem tragisch, dass die Mutter ihrem Ende in dem Bewusstsein entgegensehen muss, dass sie ihre Tochter womöglich hilflos zurücklassen wird. Ich stelle mir das ungeheuer belastend vor.
Vielleicht solltest du noch einmal mit ihr "sprechen", was ihr wirklich auf dem Herzen liegt? Du übernimmst damit allerdings eine Verantwortung.
Ja, das ist mir bewusst. Auch weiß ich nicht, ob ich diese tragen kann. Zudem hat sie ja eine Patientenverfügung, aber scheinbar greift sie nicht, denn sie wird am Leben gehalten durch verschiedene Medikamente, Sauerstoffgeräte, Absauggeräte und einiges mehr. Wenn ich mit dem Absauggerät komme, dann schüttelt sie vehement den Kopf. Was soll das den bedeuten, soll ich sie ersticken lassen. Das kann ich nicht. Die Angehörigen sind hilflos und reagieren nicht darauf, eher habe ich den Eindruck, das sie nur noch warten.
cyberoma am 3. Juni 2009 13:45 Ich würde das so deuten, dass sie nicht beatmet (= am Leben erhalten) werden will, und sie zeigt das dir, weil sie glaubt, du verstehst es. Die Angehörigen anscheinend nicht.
Kannst du dir vom Arzt erklären lassen, ob/wie man das Absaugen einstellen und ihre Luftnot anders lindern könnte - und zu diesem Gespräch die Angehörigen mitschleppen, auch wenn sie nicht wollen? Sie haben sicher Angst vor der Entscheidung, das ist ja verständlich. Aber die Augen verschließen und den Ärzten alles überlassen ist auch nicht richtig.
Ich glaube auch, dass sie dir damit sagen will, dass sie das Absaugen nicht mehr will. Frage sie am Besten ganz konkret, ob sie das meint. Suche mit ihr Ja-nein-Antworten, die sie körperlich noch leisten kann. Blinzeln, bewegen, irgendwas - und frag es konsequent ab, damit es keine Zweifel gibt, dass sie die Bewegungen bewußt macht. Wenn du wirklich den Eindruck hast, dass sie sterben will, dann sprich mit ihren Angehörigen und zeige ihnen, was du heraus gefunden hast. Wenn deine Bekannte mithilft, dann kann es klappen, dass ihre Patientenverfügung endlich respektiert wird. Es braucht viel Mut von dir, aber vielleicht kannst du etwas bewegen.

Vorausgesetzt diese Dame ist gläubig, kann man ihr sagen, daß wir sehr oft Gottes Wege nicht verstehen können(eigentlich ja überhaupt nie!), daß es aber einen wichtigen Grund gibt, daß die Dinge so sind, wie sie sind und man darauf vertrauen kann und soll, daß jedem das Beste für ihn widerfährt, - wir können es halt nicht gleich oder nie erkennen.
Nein, sie ist schon lange vom Glauben abgefallen.

Ich bin selbst seit frühester Kindheit mehrfach behindert; zwar längst nicht so schlimm, wie die Bekannten der Fragestellerin, aber doch genug, dass diese Probleme mein ganzes Leben beeinflusst haben.
Mein Leben verlief weitgehend normal, weil ich das mit aller Gewalt so durchgesetzt habe.
Mein Leben verlief gleichzeitig nicht normal, weil ich mich kein Arbeitgeber haben wollte.
Den Werkstätten für Behinderte hätten mich niemals genommen, weil ich denen ins Gesicht sagte, was für einen Sch.... sie mit den Behinderten machen und kassieren dafür noch von allen Seiten fett Kohle.
Normale Arbeitgeber haben durchweg abgewunken, wenn sie mich nur kommen sahen. Meine Behinderung ist halt SICHTBAR!
Ich selbst habe mich schon oft gefragt, weshalb ich noch am Leben bin?
Wahrscheinlich, weil ich zu feige bin, allem ein Ende zu setzen.
Behindert wird man nicht geboren; behindert wird man...., von den lieben Mitmenschen.
Und DAS ist das Schlimmste! Nicht die Behinderung selber.
Das ist eine schmerzvolle Erfahrung. Und du hast Kraft. Das sieht man aus deiner Antwort. Alles Gute für dich!
blumenfee3 am 3. Juni 2009 13:36 Danke schön. ;-)

Eine sehr traurige Lage in der Du steckst.
Wenn ich an Deiner Stelle gewesen wäre hätte ich wohl auch nichts gesagt.
Aber ein tiefer Blick in die Augen, der Verständnis für ihre Lage aufbringt wäre möglicherweise angebracht. Und dann hätte ich sie liebevoll in die Arme genommen und sie gedrückt.
Das hilft mehr als tausend Worte. Eine solche Situation ist mitunter mit einem Schweigen besser zu begegnen. Das weiß Deine Bekannte sicherlich besser als Du denn sie weiß das man ihr nicht helfen kann. Und sie wird wissen das Worte es ebenso nicht tun.
Aber ein körpernahes Gefühl birgt Geborgenheit und lässt nur für wenige Minuten, die Deiner Bekannten wie eine Ewigkeit vorkommen können, ihre Krankheit vergessen.
Soll ich das der Frau sagen? Ist dies ein Trost für sie?
Ja, ist sie.