Frage von DeadMuffin, 69

Leben hat jeglichen Sinn verloren..gibt es noch Hoffnung?

Hallo,

ich bin 18 Jahre alt und seit einigen Wochen geht alles in meinem Leben nur noch bergab. Vor ca. 3 wochen habe ich die Schule geschmissen, und dadurch auch alle "Freunde" verloren. Hätte die 12. wiederholen müssen, was aber wenig Sinn gemacht hätte, da ich für meinen Berufswunsch kein Abitur brauche. Psychisch geht es mir schon länger nicht gut, aber zurzeit ist es eine Katastrophe. Bei mir wurde auch Borderline diagnostiziert. Mein Freund (29), mit dem ich seit einem Jahr eine Fernbeziehung führe, ist total überfordert mit meinem Zustand. Eigentlich wollte ich so bald wie möglich in seine Nähe ziehen und mich dann dort um eine Lehrstelle bewerben (nach Deutschland), aber er will das noch nicht, weil es mir so schlecht geht und er denkt, ich will nur vor meinen Problemen weglaufen. Wir sehen uns ungefähr alle zwei Wochen, doch ich vermisse ihn oft so sehr, dass ich es kaum aushalte. Zudem hält mich hier einfach nichts mehr. Und da ich in meiner Kindheit einige negative Erfahrungen gemacht habe, welche meine Krankheit ausgelöst haben, fühle ich mich hier nicht wohl. In der Psychiatrie war ich früher schon, aber das hat es eher schlimmer gemacht. Therapie mache ich zwar, aber da man hier den Großteil der Kosten selbst tragen muss, geht das nur ca. alle 2 wochen. Nun liege ich von morgens bis abends nur rum und heule, ritze mich.. langsam verliere ich jede Hoffnung... was würdet ihr an meiner Stelle machen? Ich bin kurz davor, etwas Dummes zu tun.

Antwort
von TheTrueSherlock, 15

Wenn du nicht weißt, ob du Suizid begehst und sogar Angst davor hast, dass du etwas dummes machst, dann würde ich mich einweisen lassen... ._.

Ich habe nicht Borderline, aber Depressionen und Sozialangst. Die Depressionen sind teilweise durch meinen Vater entstanden. Wir haben eine nicht so gute Beziehung, er hat mich oftmals verbal verletzt und es gab Zeiten, in denen ich nicht mal alleine mit ihm in einem Zimmer sein wollte. Ich bin vor kurzem dann zu meinem Freund (ebenfalls 29 - ich bin 19) gezogen. Er ist rund 400 Kilometer weg. Seitdem geht es mir aber besser, eigene Wohnung, weg von den Eltern. Allerdings war/bin ich auch psychisch stabiler als du :/ Ich hatte 1,5 Jahre schon Therapie hinter mir und telefoniere immer noch mit meiner Therapeutin. Außerdem bin ich einer Selbsthilfegruppe beigetreten :)

Was ich damit sagen will: Ein Ortswechsel kann sehr gut sein und du läufst auch nicht vor den Problemen weg, wenn du dir im neuen Ort Hilfe suchst! Gerade wenn das psychische Problem mit den Eltern zusammenhängt, dann tut Ferne mal gut. Mittlerweile verstehe ich mich mit meinem Vater besser.

Rede nochmal mit deinem Freund. Du kannst ihn nicht zwingen, dass du zu ihm ziehen darfst, aber vielleicht kannst du argumentieren, dass du dir dort Hilfe suchen wirst!

Was anderes was mir kommt: Ich habe auch eine kürzere Beziehungszeit hinter mir, bevor ich den Umzug gewagt habe. Dein Freund ist allerdings jetzt schon total überfordert.. du könntest ihm deine Krankheit erklären und dann auch an der Therapie teilhaben (erzählen was ihr so besprochen habt etc.) Vielleicht ist er dann weniger überfordert. Gerade für einen Laien ist eine psychische Störung schon schwer zu verdauen. Versuche es ihm zu erklären, sonst wird er vermutlich beim Zusammenziehen total überfordert sein und im schlimmsten Fall sogar Schluss machen? Das wünsche ich dir natürlich nicht!

Wieso musst du denn die Therapie fast alleine bezahlen? Eine Psychotherapie wird in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Ich würde mir eine neue Therapie suchen, die auch übernommen wird. Es ist nicht zielführend, wenn deine Genesung nur an dem Geld scheitert.

Ich sehe gerade, dass du in die Nähe zu deinem Freund ziehen willst. Also heißt es nicht, dass du direkt bei ihm in die Wohnung einziehst, sondern du willst eine eigene erstmal haben? Das ist in dem Alter natürlich schon hart.. Aber dann ist das auch eher deine Entscheidung, mache das, wenn du magst :) Ich würde es mir allerdings gut überlegen. Denke nach und entscheide, ob du das wirklich willst. Was ist, wenn die Beziehung kaputt geht, was dann? Willst du mit dem Risiko immer noch umziehen? Die Frage ist wichtig, auch wenn man sie als Verliebter nicht hören will ;) Meine Familie hat mich mit der Frage auch tierisch genervt.

Hm.. ja. Ich weiß nicht, ob diese Antwort jetzt hilfreich war :/

Alles Liebe und viel Kraft :) Aufgeben ist nicht, ok? "Wahre Stärke bedeutet nicht nie zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen!"

Kommentar von DeadMuffin ,

Das Problem bei einem Umzug ist, dass er keine eigene Wohnung hat. Er hat nach seinem Abi gearbeitet und hatte eine Wohnung, dann wollte er studieren und ist zurück zu seinen Eltern gezogen. Seit 2 Monaten hat er einen Job, aber eben noch keine eigene Wohnung. 

Therapie wird hier eben nur teils übernommen, und nur ein geringer Betrag, daher is öfter hingehen leider keine Möglichkeit. 

Antwort
von regex9, 18

(...) aber er will das noch nicht, weil es mir so schlecht geht und er denkt, ich will nur vor meinen Problemen weglaufen.

Das verstehe ich nicht, wieso denkt er das? Meiner ersten Beurteilung nach, wäre es doch viel besser, wenn du zu ihm ziehen würdest.

Wichtig wäre erst einmal menschlicher Kontakt. Du kannst dich doch jetzt nicht noch länger nur verkriechen und die Tage zählen. Das lässt dich - dein Selbstbewusstsein - nur weiter in den Keller sinken. Schau unbedingt, dass du raus kommst. Umso früher, umso besser. Mit der Zeit wird es sonst nur schwieriger, ich kann mir gut vorstellen, dass du das auch weißt.

Lade jemanden zu dir ein (Familie, Verwandte, Freunde, ...), gehe raus (und da reicht es schon, spazieren zu gehen), versuche am Ball zu bleiben. Die Therapie, die du machst, ist nur eine Hilfestellung, aus deinem Empfinden heraus und damit besser klarzukommen. DU bist aber diejenige, die es auch umsetzen muss. Warte nicht auf die Therapie, sondern komme ihr entgegen (indem du dich selbst therapierst >> geh raus, unternimm was, suche dir Beschäftigung, lass dich nicht fallen).

Nebenbei kannst du dich doch nun schon einmal auf Kommendes, wie deine Ausbildung vorbereiten. Dazu wirst du noch einige Informationen benötigen. Wo du jetzt Zeit hast, würde ich die an deiner Stelle auch nutzen.

Kommentar von DeadMuffin ,

Er hat Angst, dass es mir noch genauso schlecht geht, auch wenn ich an einem Ort wohne, und dann zwischen uns alles kaputt geht.

Kommentar von regex9 ,

Das hört sich ehrlich gesagt mehr danach an, als würde er nicht damit zurechtkommen und dich daher auf Abstand halten wollen.

Kommentar von DeadMuffin ,

Er hat selbst eine Angststörung, und solche Veränderungen machen ihn halt leider dementsprechend sehr zu schaffen. Obwohl er mich liebt, hat er totale Panik vor so einem Schritt, vor allem da er meine psychischen Probleme kennt. Er sagt zwar, er vermisst mich sehr, aber er hat Angst dass durch meinen Umzug alles schief gehen würde und er schuld wäre.

Kommentar von regex9 ,

Und wie lange soll das noch so andauern? Wann will er dir erlauben, zu dir zu ziehen (einmal abgesehen von seiner momentanen Wohnungssituation)? Wenn es dir besser geht? Wenn er sich danach orientiert, hat er dich noch nicht wirklich verstanden.

Kommentar von DeadMuffin ,

Das ist leider das Problem. Wir drehen uns im Kreis. Und ich schaffe es nicht, ihn zu überzeugen. 

Antwort
von silberwind58, 28

Logisch das sich Dein Freund überfordert fühlt,Du jammerst ja nur rum!!! Stell mal endlich was auf die Beine,Job suchen,bzw. Ausbildung machen,Deine Therapien regelmässig,auch wenn die Geld kosten,es geht ja um Deine Gesundheit! Ich glaube nicht,das es Dir besser geht,nur weil Du in der Nähe oder bei Deinem Freund wohnen würdest! Also fang an,Dir auch zu helfen,Probleme lösen,!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Sorry, aber manchmal fehlt einem einfach die Kraft alles umzukrempeln und man ist selbst überfordert. Wirklich so einfach ist das nicht. Da darf man auch mal rumjammern.

Kommentar von silberwind58 ,

Natürlich darf man auch mal jammern,das mach ich auch. Aber davon passiert ja nichts,es ändert sich nichts.Dann muss man auch den Hintern wieder hoch kriegen,damit sich was ändert!

Antwort
von howelljenkins, 19

unabhaengig von deinen beruflichen und privaten wuenschen solltest du dich erst einmal auf eine loesung fuer deine psychischen probleme konzentrieren. die stehen dir naemlich bei allem anderen im weg.

eine therapiesitzung alle 2 wochen ist nicht besonders sinnvoll. lass dich mal bei einer beratungsstelle oder beim arzt ueber alle moeglichkeiten aufklaeren, die es bei euch gibt. vielleicht ist eine stationaere therapie am ende doch die bessere loesung, wenn du dich wirklich darauf einlaesst.

nach deutschland zu ziehen und dann womoeglich deinem freund auf der tasche zu liegen, ist eine sackgasse und wird voraussichtlich erst recht in einer katastrophe enden. 

du musst lernen, mit deinen psychischen problemen fertig zu werden und dann auf eigenen fuessen zu stehen. 

Antwort
von Welfenfee, 16

Es ist doch gar kein Wunder, dass es Dir momentan so richtig schlecht geht. Du stehst nun da ohne irgendeine Aufgabe oder ein Ziel, denn Du hast ja nicht nur einfach die Schule geschmissen, sondern auch noch entsprechend viel Zeit gewonnen, die Du nun mit Dir selber und Deinen Problemen verbringst. Deinen Freund kann ich sehr gut verstehen, doch was meint er denn nun wirklich? Ich glaube nicht, dass er sicher überhaupt noch vorstellen kann mit Dir an eine Zukunft zu denken, denn die Aussichten sind nun nicht gerade rosig. Er wird noch bei Dir sein, weil er Angst hat, dass Du Dir sonst was antust und daran keine Schuld tragen möchte.

Schlimme Erfahrungen hat wohl jeder Mensch und Probleme entstehen ganz von alleine. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Du scheinst zu der Fraktion zu gehören, die eben in der Vergangenheit stecken bleiben, doch so wirklich bringen wird Dir das nichts. Du kannst es nicht ändern und egal wie sehr Du in Grübeleien versinkst machst Du es nicht besser, sondern durchlebst es jeden Tag aufs Neue. Und nun hast Du einfach noch mehr Zeit Deinem Hobby zu frönen.

Freunde verliert man nicht durch einen Schulwechsel oder -abgang, die bleiben bestehen. Das waren keine Freunde, sondern lediglich Klassenkameraden.

Dein Leben geht auch nicht den Bach runter, sondern Du hast es vor die Wand gefahren, denn Du bist der Lenker. Was hast Du denn für einen Berufswunsch? Wie und wo lebst Du jetzt? Es ist übrigens völlig normal, dass nur alle zwei Wochen Therapiesitzungen stattfinden, doch dann sind es meistens Doppelstunden und es handelt sich um die sogenannte Verhaltenstherapie.

Du brauchst ein Ziel und positive Erlebnisse. Was würde Dir Freude bereiten? Vielleicht gibt es ja irgendwelche Kurse, die vorteilhaft für eine Bewerbung wären oder Du kannst ein Praktikum anfangen in dem Bereich.

Vielleicht hast Du ja Verwandte, die weiter weg wohnen und kannst die besuchen oder Du redest mal mit Deinem Freund, ob Du nicht ein paar Tage länger bei ihm bleiben kannst, denn das ihm Angst und Bange wird, wenn er sich Deiner Probleme annehmen soll und er dann Deinen absoluten Mittelpunkt darstellt. Er wird auch Angst haben, dass Du ihn in sämtlichen Bereichen einschränkst und/oder beklagst, dass Du Zuviel alleine bist.

Kommentar von DeadMuffin ,

Er sagt mir selbst ständig, dass er eine Zukunft mit mir will. Nur hat er eben Angst davor, dass es mir nicht besser gehen wird. Und bei mir geblieben ist er, weil er mich trotz allem liebt. 

Mir ist das bewusst, nur waren es eben Freundschaften, man hat auch privat was miteinander gemacht, was jetzt total fehlt.

Und mein Berufswunsch liegt im kaufmännischen Bereich. Es ist auch nicht so als hätte ich nichts gemacht, ich war beim Arbeitsamt, habe mich auf einige Stellen beworben, nur kam eben nichts Positives zurück und jetzt ist es nunmal zu spät für eine Ausbildung, die 2016 beginnt. 

Kommentar von Welfenfee ,

Ich habe Industriekauffrau gelernt und im Februar begonnen. Das ist wohl ungewöhnlich, doch natürlich möglich. Sehe halt erstmal zu, dass Du einige Zeit einen Tapetenwechsel erfährst. Wie ich schon schrieb, geht jeder Mensch mit Problemen anders um und es ist doch nicht verwerflich, wenn man zu denen räumlichen Abstand haben will und sich einen Neuanfang wünscht und ein komplett neues Umfeld braucht. Gerade im kaufmännischen Bereich wird von vielen Unternehmen gerne gesehen, wenn die Azubis das Abitur vorweisen können, auch das keine gesetzliche Vorschrift ist. Du solltest einen Schreibmaschinenkurs belegen und lernen das 10-Finger-System zu beherrschen. Hier in Deutschland werden auch Buchhaltungskurse an der VHS angeboten. Du könntest Dich auch darum bemühen, dass Du das Fachabi Wirtschaft erlangst. Es kann niemals schaden, wenn man die gängigen Programme wie Excel, Word, Access, Power Point und den Publisher beherrscht. Dafür gibt es sicherlich auch Kurse, bei deren Abschluss man ein Zertifikat als Nachweis erhält.

Einen Ausbildungsplatz zu bekommen ist nicht so einfach und gerade im kaufmännischen Bereich heiß begehrt. Wie sieht denn Dein Abschlusszeugnis aus? Es macht auf einen Arbeitgeber keinen guten Eindruck, wenn die Schulausbildung mal so eben hingeschmissen wird und somit wirst Du Dich so richtig ins Zeug legen müssen, damit Du Dein Ziel erreichst.

Wenn Du die Möglichkeit hast, dann gehe spazieren und zwar möglichst im Wald. Spazierengehen heißt nicht blind da durch rennen, sondern lauschen, sehen, spüren und Kraft tanken. Die Natur tut der Seele gut.

Wenn Deine Klassenkameraden auch Deine Freunde sind, dann werden sie diese Dir nicht kündigen nur weil Du die Schule verlassen hast und die dürfen sich nach wie vor mit Dir treffen. Probleme kann man nicht wie Warzen besprechen und durch Reden alleine verschwinden die nicht.

Gibt es irgendwas, was Du gut kannst und auch gerne machst oder eben lernen möchtest? Fotografieren ist ein tolles Hobby und hat man ein Gespür dafür, dann findet man die tollsten Motive und zwar Draußen und auch Drinnen.

Du solltest einen Neurologen aufsuchen, der Dir für die nächsten Tage mit Medikamenten hilft. Von denen wird man anfänglich sehr müde und auch schlafen wird Dir gut tun, denn morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus und man wacht selten mit den selben schlechten Gefühlen auf, mit denen man eingeschlafen ist.

Kommentar von DeadMuffin ,

Hier in Österreich ist das etwas anders als in Deutschland. Ich war an einer Handelsakademie, das is sowas wie die FOS in Bayern. Im kaufmännischen Bereich kenne ich mich also SEHR gut aus, da ich ja bis zur 12. dort war, ich beherrsche auch alle Computerprogramme, kann das 10-Fingersystem, hatte Fächer wie Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik und Rechnungswesen. Nur gibt es hier leider keinen Abschluss zwischen Pflichtschulabschluss und Abitur. Pflichtschulabschluss hat man nach der 9., den hab ich mit 1,0 bestanden, hab also wenigstens da nen ausgezeichneten Erfolg vorzuweisen. Durchgefallen bin ich in der 12. in Mathe, allerdings is Rechnungswesen in dem Bereich ja wichtiger als höhere Mathematik wie Integralrechnung. In Deutsch und Englisch habe ich jeweils eine 1, und auch sonst bis auf Mathe sehr gute Noten. Bis zur 10. hatte ich jedenfalls ausgezeichnete Zeugnisse, nur gibt es hier leider keine mittlere Reife. 

Antwort
von Harald2000, 27

Warum nicht einen neuen Anfang machen in D. Das Problem mit der PT über KV löst sich dann gleich mit.

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