Frage von Madameleloup, 85

Leben der Juden in Deutschland heute - Warum diskriminiert?

Das ist eine Frage aus Interesse. Seid ihr selber Jude/Jüdin oder kennt ihr welche bzw. wisst generell etwas über deren Leben hier in Deutschland? Ich habe neulich gehört, dass Juden immer noch kein leichtes Leben hier führen können... dabei sind sie doch nicht weniger deutsch als wir. Woran liegt das ? Und wieso wurden die Juden früher diskriminiert und für absolut alles verantwortlich gemacht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MrHilfestellung, 85

Die Diskriminierung von Juden reicht mehrere hundert bis tausend Jahre zurück. Die Juden waren seit der Diaspore in jedem Staat eine Minderheit und man macht nun mal gerne Minderheiten für Probleme verantwortlich.

 Der christliche Antijudaismus und später der rassistische Antisemitismus sind nicht erst im Nationalsozialismus entstanden. Ebenfalls natürlich der arabische bzw. muslimische Antisemitismus, der besonders den Nahostkonflikt bestimmt.

Antisemitische Vorurteile waren schon immer weit verbreitet in der Bevölkerung, sind aber vorallem in Deutschland Tabu, haben aber natürlich nach '45 nicht aufgehört zu existieren.

Die Uni Leipzig hat 2014 eine Studie veröffentlicht nach knapp 40% der Befragten der Meinung sind, dass "die Juden etwas Besonderes und Eigentümliches an sich haben und nicht so recht zu uns passen".

Über Gründe warum Antisemitismus immer noch verbreitet ist, kann man nur spekulieren. Die oben angeführten Gründe spielen sicher eine Rolle und dann wahrscheinlich noch die Gleichsetzung Israels mit dem Judentum.


Antwort
von Accountowner08, 50

Ich denke offiziell ist Antisemitsmus heute meistens nicht salonfähig, aber unter der Oberfläche brodelt noch einiges an Antisemitismus weiter, und es verschafft sich auch immer wieder Ausdruck.

Konkret muss man sich heute in Deutschland fürchten, wenn man als Jude erkennbar durch die Strassen geht...

Antwort
von Misrach, 51

ich bin selber Jüdin und ich habe keinerlei Problme in Deutschland zu leben. ich denke es leigt auch darn, dass es hier in Berlin, wo ich lebe, eine große jüdische Gemeinde gibt. Natürlich sind ein paar Einschränkungen da, in bezug auf die Mizwot. Aber da ich hier aufegewachsen bin und auch keine stränggläubige Jüdin bin, kann ich damit gut umgehen.

Meinem Freund fehlt dies an der ein oder anderen Stelle schwer. Seine Eltern sind nach Deutschalnd emigriert als er ein Kind war. Er hat natürlich noch andere Werte und Vorstellungen mitgenommen.

Die Diskriminierung wie du sie nennst, die gab es schon seit es das Christentum gibt.  Antisemitus  gibt es in meinen Augen nicht, zumindestes in Deutschland.  natürlich muss man sich erstaml fragen was Antisemitismus überhaupt ist. Es wäre historisch falsch zu sagen, dass es vor Hitler Antisemitismus gegeben hat. Ich kann es einfach nicht verstehen warum bei den kleinsten Bemwekungen und Beleidigungen über Antisemitismus gesprochen wird.  ich denke diese Diskriminierung ist nicht ganz ungewohlt. Genauso wie wenn man Israel kritisiert. man darf Israle nicht kritisieren weil man dann als Antisemitsch gillt. Aber Israel braucht sich nicht zu Wundern, dass  sie kritiesiert werden. Und immer die diese Rechtfertigung,  wir sind Juden wir wurden verfolgt. Wie lange sollen wir denn noch iin der vergangenheit rumlaufen?

Antwort
von eleteroj, 73

das ist sehr sehr differenziert zu betrachten, denke ich. Eine hochinteressante Zusammenstellung zum Thema findet sich in

Grüter, Thomas - "lluminaten und andere Verschwörer. Wie Verschwörungstheorien funktionieren" Fischer eBook / TB 2004

die jüdische Gemeinde in Deutschland, aber auch insgesamt in Westeuropa, hat aber erhebliche zusätzliche Schwierigkeiten, nicht weil angeblich Neonazis mehr werden, sondern weil Millionen islamischer Einwanderer ihren fanatischen Judenhass ja nicht zuhause gelassen haben, sondern ihn teilweise ganz offen auch hier bekunden (antijüdische Demos und Attacken in Dänemark, Holland etc)

Kommentar von Losloslosx3 ,

Die Neonazis sind auch unangenehm genüg, die pöbeln oft genug Juden, die als Juden erkennbar sind auf der STrasse an, es gibt auch immer wieder Fälle, wo Leute zusammengeschlagen werden.

Natürlich vermeidet man auch "gefährliche" Situationen und würde nicht unbedingt mit Kippa in die Fankurve gehen, deshalb passiert nicht so viel.

Hinzu kommt der unterschwellige Antisemitismus, wo Juden eine Wohnung oder eine Stelle nicht kriegen, oder wo Leute sich hinter ihrem Rücken aufregen...

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