Frage von Frag1234, 64

Wie laufen Aktiengeschäfte ab?

Ich kaufe von BMW eine Aktie, aktuell ist sie 101,4 wert (laut finanzennet, keine Ahnung welche Einheit) invoer Jahren steht da vielleicht am 10.11.2019 134,7 wert. Ist die Differenz mwin Gewinn? Wird da noch was abgezogen? Eigentlich mache ich doch immer Gewinn, wenn ich solange warte bis der Wert besser ist als der Wert als man die Aktien gekauft hat.

Antwort
von Hupfdohler, 52

Das ist im Grunde zwar Dein Gewinn, aber da wird tatsächlich noch was abgezogen:

1. Handelsgebühren: Die Bank, die Deinen Kauf- oder Verkaufsauftrag ausführt, macht das nicht kostenlos, und auch die Börse, an der der Handel letztlich stattfindet, will dafür bezahlt werden. Die Gebühren der Bank sind normalerweise wesentlich höher als die der Börse. Bei einem kleinen Anlagebetrag (etwa 1.000 Euro - kleinere Beträge in Aktien anzulegen, ist normalerweise nicht sinnvoll) würde ich bei Direktbanken ungefähr 10 Euro Gebühren sowohl für den Kauf als auch für den Verkauf erwarten. Bei größeren Beträgen sind die Gebühren möglicherweise höher, aber im Verhältnis zum Anlagebetrag fallen sie weniger ins Gewicht. Sparkassen, Volksbanken und andere Filialbanken können wesentlich teurer sein, gerade bei kleinen Anlagebeträgen.

2. Steuern: Kursgewinne sind als Kapitalerträge einkommensteuerpflichtig. Die Steuer wird direkt beim Verkauf als Quellensteuer abgezogen. Der Steuersatz liegt bei gut 25 % - natürlich vom Gewinn, nicht vom Anlagebetrag. Wenn Dein persönlicher Einkommensteuersatz niedriger liegen sollte, bekommst Du die Differenz nach der Steuererklärung zurück.

3. Depotgebühren: Für die Aktien brauchst Du ein Wertpapierdepot. Meist verlangt die Bank Gebühren für ein solches Depot, es gibt aber auch Banken, gewöhnlich Direktbanken, die ein kostenloses Depot anbieten.

Es kommt aber auch noch etwas hinzu: die Dividende. Viele Aktiengesellschaften zahlen ihren Aktionären jährlich einen Anteil am Gewinn aus - eben die Dividende. BMW zahlt seit langem jedes Jahr eine Dividende, und wahrscheinlich werden sie das auch weiter tun. Selbst wenn der Kurs in den nächsten Jahren also nicht wie erhofft steigen sollte, sondern gleich bliebe, hättest Du einen kleinen Gewinn aus der Geldanlage. Wenn der Kurs natürlich fällt, kann das auch einen Verlust bedeuten, der die Dividende (möglicherweise weit) übersteigt.

Ach so, von wegen "keine Ahnung welche EInheit": Die Aktienkurse an deutschen Börsen sind fast immer in Euro, und bei BMW auf jeden Fall.

Kommentar von Frag1234 ,

Danke, sehr hilfreiche Antwort. :)

Kommentar von BrutalNormal ,

Zu 2) kommen leider auch noch Soli und Kirchensteuer dazu.

Ledig hast du aber auch noch einen Pauschbetrag von derzeit 801€. Alles was darüber ist, wird dann wie beschrieben versteuert

Antwort
von kevin1905, 21

Ich kaufe von BMW eine Aktie, aktuell ist sie 101,4 wert (laut finanzennet, keine Ahnung welche Einheit)

Das kommt darauf an wo du sie kaufst. An deutschen Börsenplätzen wird in € notiert.

Ist die Differenz mwin Gewinn?

Steuerlich korrekt wäre es dein Überschuss. Aber ja.

Wird da noch was abgezogen?

Wenn kein Freistellungsauftrag erteilt wurde, zieht die Bank im Moment wo du den Gewinn realisierst (die Aktie verkaufst) die Kapitalertragssteuer von 25% zzgl. Soli und ggf. KiSt raus und führt diese ans Finanzamt ab.

Ist dein Steuersatz geringer als 25% oder hast du im Kalenderjahr weniger als 801,- € an Kapitalerträgen eingenommen empfiehlt sich die Anlage KAP bei der Einkommensteuererklärung abzugeben (wenn du ausländische Wertpapiere hast, für deine keine Quellensteuer abgezogen wird, bist du hierzu sogar verpflichtet, ansonsten läge ggf. eine Steuerstraftat vor - § 370 AO).

Eigentlich mache ich doch immer Gewinn, wenn ich solange warte bis der Wert besser ist als der Wert als man die Aktien gekauft hat.

Klar. Das macht ein Buy-und-Hold Anleger so. Du musst aber im Kopf haben, das Markettiming sehr schwierig ist. Wenn du auf Höchststand kaufst, kann es sein, dass du den nächsten Crash voll mitnimmst.

Auch darfst du nicht vergessen, dass es einen erheblichen Unterschied zwischen Nominal- und Realrendite gibt.

Wenn du für 101,40 € kaufst und für 134,70 € vertickst, ist deine Nominalrendite knapp 33% (ohne zwischendurch eingestrichene Dividendenerträge, die BMW meines Wissens ausschüttet).

Nun musst du aber bedenken:

  • jede Order kostet Geld. Bei Filialbanken mehr als bei Direktbanken. Es gibt meist ein volumenabhängiges Entgelt und einen Festpreis. Daher macht es i.d.R. keinen Sinn Einzelaktien für weniger als 1.000 bzw. 1.500,- € Volumen einzkaufen. Neben dem Brokerentgelt, gibt es noch die Handelsplatzabgabe (entfällt über Tradegate).
  • Steuern hatte ich bereits erwähnt
  • Inflation. Die Kaufkraft des Geldes sinkt jedes Jahr. Aktuell sehr moderat im Schnitt aber um 2% p.a. Das muss man im Kopf haben.
  • Verluste aus Aktiengeschäften können NICHT mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden (z.B. mit Arbeitslohn), sondern nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften (gleiche Assettklasse).

Es gibt viele mögliche Investmentstrategien und ich würde dir raten dich ein bisschen schlau zu machen und ein Musterdepot zu nutzen bevor du echtes Geld in die Hand nimmst. Dadurch lernst du die technischen Abläufe. Die psychologischen Aspekte des Investierens kann es aber nicht vermitteln.

Antwort
von Maerri, 64

So wie du es beschrieben hast läuft der Vorgang ab. Allerdings kann der Wert der Aktien auch sinken. Du machst also incht unbedingt Gewinn. Außerdem musst du immer mit einberechnen wie stark der Euro zum Zeitpunnkt des Kaufs und Verkaufs war.

Antwort
von nordderby, 11

Bei einem Wertpapierhandel gibt es eine Reihe anteiliger Kosten/Gebühren, die den eigentlichen Gewinn schmälern:

- Abgeldungssteuer (fällt an bei Verkauf bzw. auch schon bei Erträgen, beispielsweise bei Dividendenzahlungen oder sonstigen Maßnahmen)
- alternativ, falls steuerpflicht in USA besteht USA-Steuern

- diverse Gebühren
  - börsabhängige Entgelte
    legt die jeweilige Börse teilweise gestaffelt fest (abhängig vom Geschäftsvolumen)
  - Provision der depotführenden Bank
    ist im Allgemeinen dem Preisverzeichnis zu entnehmen
- bei bestimmten ausländischen Wertpapieren bestimmter Länder fällt
  noch sogenannte Finanztransaktionssteuer an

dann gibt es noch ein paar wertpapierabhängige gewinnmindernde Faktoren, die häufig von den Banken nicht mit angezeigt werden, beispielsweise Poolfaktoren.

Übrigens:

irgend wann (ca. 2017/2018) soll es eine MIFIDII-Verordnung geben, die für mehr (Gebühren)transparenz bei Wertpapiergeschäften sorgt, so dass die voraussichtlichen Kosten eines Wertpapiergeschäfts bereits bei der Orderfreigabe mitgeteilt werden müssen.

Antwort
von annokrat, 39

da geht es bei uns um €. was du nicht übersehen darfst: die aktie könnte nach einem jahr auch nur noch 80€ wert sein, da ist dann nichts mit gewinn beim verkauf.

annokrat

Antwort
von klukermann, 40

Für den (Ver)Kauf fallen auch meist Gebühren an. Die musst du von deinem Gewinn auch noch abziehen.

Kommentar von Frag1234 ,

Wie hoch sind diese ?

Kommentar von klukermann ,

Kann man nicht genau sagen. Hängt von der Gebührenordnung deines Depots und dem Handelsplatz ab. Z.T sind es feste Beträge. Z.T hängt das auch von dem Ordervolumen ab. Ich habe meist einen Betrag von 10€ jeweils für Kauf und Verkauf gezahlt. Wobei das von Volumen um die 500€ waren.

Kommentar von Frag1234 ,

Und bist du im Plus oder Minus. 

Kommentar von Frag1234 ,

? :)

Kommentar von klukermann ,

Minus :D

Kommentar von Frag1234 ,

Schade. :)

Antwort
von h3nnnn3, 40

du machst erst plus, wenn du die aktie verkaufst.

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