inwieweit kann die Art , wie ich etwas umschreibe, die Reaktionen meiner Mitmenschen beeinflussen - also inwieweit ist Kommunikation ein Instrument der Manipulation?

Ein Beispiel:
Wenn ich einen Unfallzeugen befrage, liegt die Schätzung der Geschwindigkeit höher, wenn ich formuliere: "Wie schnell waren die Autos, als es krachte?", statt: "...als es zu dem Unfall kam?"
Deshalb sollte man bei Vernehmungen so neutral wie möglich formulieren.

Ohne Kommunikation: keine Manipulation.
Da erhebt sich dann die Frage, wann fängt Kommunikation an? - Außerdem wolltest du doch ins Bett gehen? ;-)
sender am 24. November 2007 14:06 Da war ich doch? Einwegkommunikation beispielsweise Werbung: fast überall. Auf meiner Tastatur ist der Hersteller aufgedruckt. Und natürlich nicht auf der Rückseite. Das hilft ihm aber auch nicht, wenn das Produkt nichts taugt. Dise Tastatuhr hir verstäht nemlich nicks vom Rächtscheibunk! Sowas kaufe ich nicht noch ein mal.
Manipulation im Sinne von Beeinflussung ist jede Aktion. Allerdings gehören zur gezielten Manipulation zwei Faktoren. Ein ausreichend starkes Signal durch den Manipulierenden und eine Empfangsbereitschaft des zu manipulierenden. Dass ein Signal stark genug ist, setzt voraus, dass Du den Empfänger gut einschätzen kannst. Du musst ihm gegenüber glaubwürdig sein - sonst hilft die beste Maninpulation nichts. Manipulation durch Texte gelingen, wenn man Gefühlsäußerungen einbaut bzw. Worte verwendet, die Gefühle oder auch Gedankenverbindungen zu bisherigen Ereignissen hervorrufen. Es wird oft unbeabsichtig manipuliert. Je nachdem wie man sein Gegenüber einschätz, werden die Äußerungen automatisch anders formuliert.

Manipulation beginnt ja eigentlich in dem Moment, in dem ich mich in eine Situation, in einen Prozess einschalte, also schon mit meiner bloßen Anwesenheit. Will sagen: Manipulation ist die Art, wie wir unser Leben leben. Wir manipulieren ständig.
Manipulation im Sinne von Beeinflussung (also negativ gefüllt) funktioniert ebenfalls verbal wie nonverbal. Es würde ausreichen, wenn der als streng und gnadenlos geltende Chef plötzlich und unerwartet im Raum steht. In der Regel verändert sich dadurch das Raumgefühl und die Arbeitsatmosphäre.
Manipulation durch Kommunikation ist natürlich die Königsdisziplin. Wir werden ständig manipuliert durch direkte oder unterschwellige Botschaften (Werbung, Nachrichten, ...). Wer sich über diese Dinge keine Platte macht, ist i.d.R. umso leichter zu manipulieren.
Für die Auseinandersetzung mit den eigenen Wirkungen empfehle ich das so genannte Johari-Fenster (z.B. unter http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Joharifenster.shtml):
Gruß Barnabas