Frage von BLNKOCHMODUS, 162

Laptop zurückbringen - Saturn?

Guten Tag, mein Sohn hat sich vor ca. 4 Wochen ein Laptop gekauft während ich auf Kur war. Der Laptop hat fast 800 € gekostet und ich bin damit überhaupt nicht einverstanden. Er ist 17 Jahre und damit beschränkt geschäftsfähig. Da der Vertrag schwebend unwirksam ist, kann ich den Laptop zu Saturn zurück bringen und das Geld wieder verlangen oder nicht?

Antwort
von Jewi14, 49

Du hast es erkannt (andere Antwortgeber leider nicht). Dein Sohn ist beschränkt geschäftsfähig und daher sind Kaufverträge ab einer bestimmten Summe schwebend unwirksam. Das heißt auf Deutsch übersetzt: Der Kaufvertrag ist erst dann gültig, wenn die Erziehungsberechtigten zustimmen.  

Eine Frist in dem Sinne gibt es nicht. Der Händler kann dir eine Frist von 2 Wochen geben um zu antworten, ein Schweigen wird aber als "nein" gedeutet.

Einige sprachen hier von "zur freien Verfügung" -§110 BGB- an. Ja, das gibt es, aber dann muss auch der Händler dies beweisen, nicht umgekehrt.

Was nun angeblichen Wertersatz angeht: Nein, kein Anspruch! Der Gesetzgeber will ja gerade den jugendlichen, unbedarften Käufer schützen und ihn nun mit Forderungen zu konfrontieren, widerspricht geradezu dem Prinzip. Um Wertersatz o. ä zu verlangen, ist aber eine Schuldverhältnis nötig. Nur dieses, nennen wir es einfacher gültiger Kaufvertrag, kam nicht zustande.

Ich kann mich noch gut an eine Frage im Unterricht erinnern: A kauft ein Fahrrad für 500€, die Eltern wissen nichts davon noch stimmen sie zu. Auf dem Weg nach Hause bricht die Fahrradgabel. Wem gehört nun der Schrott? Wie ich schon schrieb: Dem Händler. (Gewährleistung lasse ich außen vor).

Was moralisches: Ob du für deinen bald volljährigen Sohn noch so einschreitest, solltest du dir auch überlegen.

Kommentar von AalFred2 ,

Dein Sohn ist beschränkt geschäftsfähig und daher sind Kaufverträge ab einer bestimmten Summe schwebend unwirksam.

Das stimmt so nicht. Es gibt da keine bestimmte Summe.

Einige sprachen hier von "zur freien Verfügung" -§110 BGB- an. Ja, das gibt es, aber dann muss auch der Händler dies beweisen, nicht umgekehrt

Wobei der Erziehungsberechtigte dabei dann auch nicht lügen darf.

Kommentar von Jewi14 ,

Ich glaube, du interpretierst  "bestimmte" Stumme als eine Zahl. Nur ich habe eben gar keine Zahl genannt! Wenn jemand "bestimmte Summe" schreibt, so ist eben eine unbekannte Größe  gemeint und nicht z. B. 500 Euro.

Bitte einfach mal genau lesen, was ich schreibe und nicht was man lesen möchte.

Was nun das Lügen angeht, nun warum sollte dann die Eltern lügen. Erst den Kauf zustimmen und dann doch ablehnen? Kann vorkommen, aber wohl nicht alltäglich.

Kommentar von AalFred2 ,

Ja, aber auch deine unbekannte Grösse existiert nicht im Gesetz. Summen spielen hier keine Rolle.

Das wird auch beim 10. Lesen nicht richtiger.

Was nun das Lügen angeht, nun warum sollte dann die Eltern lügen.

Du hast doch darauf verwiesen, der Verkäufer müsste im Zweifelsfalle nachweisen, dass die Summe zur freien Verfügung stand. Tat sie das, ist der Nachweis doch einfach, da die Erziehungsberechtigten vor gericht eben nicht lügen dürfen. Tat sie das nicht, kam ja sowieso kein wirksamer Kaufvertrag zustande. 

Kommentar von Jewi14 ,

Mir scheint, du willst vorsätzlich was falsches aus meiner Antwort herauslesen, nur damit du recht behalten kannst.  Ich erspare mir jede weitere Antwort, denn ich bin sicher, andere wissen was ich meine 

Kommentar von AalFred2 ,

Auch dein Gequatsche macht die "bestimmte Summe" nicht richtiger. Es steht einfach etwas falsches in deiner Antwort.

Kommentar von Jewi14 ,

Ist mehr egal, was ein Schwachsinn du von dir gibst. Frage mal einen Mathematiker, was er unter einer bestimmten Summe versteht. Ich beende es nun wirklich, da du nicht in der Lage bist und gewillt, es zu erkennen. Beehre jemand anders mit deinen Auswürfen.

Kommentar von AalFred2 ,

Auch wenn du es noch x-mal wiederholst, bleibt deine bestimmte Summe falsch. Auch mathematisch gesehen. Aber vor allen Dingen juristisch.

Antwort
von Jogi2016, 59

Hi,

ich würde es nicht mit der Holzhammer-Methode versuchen (die wäre eh erfolglos wie schon von ArminSchmitz beschrieben sondern auf Kulanz hoffen.

Hingehen - Umstände erklären und höflich nach einem gemeinsamen Lösungsweg fragen.

Noch etwas: wenn dein Sohn das Geld selber angespart hat - warum dann an dieser Stelle mit dem Holzhammer? Mit 18 kann er dann eh mit dem Geld machen was er will und könnte dann in eine Trotzreaktion fallen.

Wenn das Geld nun weg ist, kann dies doch eher die Lehre aus dem Kauf eines höherpreisigen Gegenstandes sein.

Gruß

Antwort
von TheAllisons, 112

Bring ihn zurück, kläre die Umstände mit der Geschäftsleitung, da wird sicher eine Lösung gefunden

Antwort
von Ifosil, 99

Fraglich, ob die dem überhaupt so einen teuren Laptop verkaufen dürfen. Aber wahrscheinlich sieht er nicht aus wie 17, sondern älter. 
Ja, du kannst dagegen vorgehen, Saturn wird sicherlich einlenken. 
Soll er sich für das Geld lieber einen anständigen Rechner holen, Laptops taugen nix. 

Kommentar von kevin1905 ,

Soll er sich für das Geld lieber einen anständigen Rechner holen, Laptops taugen nix. 

Es kommt immer darauf an, wofür man das Gerät nutzt.

Meinen Laptop kann ich überall mithin nehmen, u.a. zu Kunden, zu Seminaren, in Hotels etc.

Mit meinen PCs würde das schwerer. Einer steht im Büro der andere bei mir zu Hause. Würde ich einen Laptop haben wollen mit der Leistung wie mein PC wäre ich 3.000,- € los und hätte Probleme dies dem Finanzamt als Betriebsausgabe zu verkaufen. =)

Antwort
von SirKermit, 85

siehe dazu auch http://www.finanzfrage.net/frage/minderjaehrige-kauft-ohne-wissen-teuren-compute...

Aber (aus obigem Link)

"Nun hast du dir aber den gezogenen Nutzen bei der Kaufpreiserstattung ebenso anrechnen zu lassen"

Wenn der Verkäufer kulant ist, dann bekommst du die 800 Euro zurück, wenn nein, wird er die Nutzung dagegen aufrechnen. Letzteres halet ich für wahrscheinlicher.

Kommentar von BLNKOCHMODUS ,

Du hältst es für wahrscheinlich, dass der Verkäufer eine Nutzungsgebühr für ein Gerät haben will, was er nicht hätte verkaufen dürfen? 

Der Vertrag ist nichtig. Ich denke nicht, dass die eine Gebühr verlangen. 

Kommentar von SirKermit ,

Es geht nicht um die Gebühr, das Gerät wurde benutzt. Dafür hat man zu bezahlen.

Kommentar von Jewi14 ,

Nein, hat man nicht!

Kommentar von SirKermit ,

Warum nicht? Wie sieht die Rechtslage aus?

Kommentar von LouPing ,

Hey Jewi14

Bist du dir sicher? 

Wenn dem so wäre gäbe es einen gigantischen Markt für schwebende Verträge.

Der Minderjährige kauft sich spontan was, nutzt es paar Wochen und gibt es gebraucht zurück-was ein Verlustgeschäft für die Unternehmen. 

Die Kids kennen die Gesetze heute sehr genau. Ein iphone wegen der Kumpels- ok, das geht eh bald wieder zurück. 

Ich würde nie wieder einem Minderjährigen was verkaufen! 

Das es hier eine Benutzungsgebühr gibt halte ich für nachvollziehbar und logisch. 

Kommentar von SirKermit ,

Ich hätte da noch einen Hinweis, allerdings aus der "Autoszene": http://www.iww.de/asr/archiv/ruecktritt-vom-kaufvertrag-so-berechnen-sie-die-nut...

"Die juristische Logik hinter der Nutzungsentschädigung lautet: Jeder
gibt das zurück, was er bekommen hat. Der Käufer gibt das Auto zurück, der Verkäufer das Geld. Der Käufer muss aber auch noch – bildhaft gesprochen – „die gefahrenen Kilometer“ zurückgeben. "

Der Verkäufer gibt das Geld zurück und müsste im Gegenzug das neue Gerät in dem Zustand zurückbekommen, in dem er es verkauft hat. Was ja nicht geht. Diese Wertminderung müsste meiner Meinung nach somit ersetzt werden.

Kommentar von Droitteur ,

Grundsätzlich ist der Nutzungsersatz ja auch wirklich etwas sinnvolles. Allerdings gilt das nicht immer uneingeschränkt; beim Minderjährigenrecht kann man da schon streiten.

Es geht beim Nutzungsersatz übrigens nicht mal um eine Wertminderung, sondern allein darum, dass jemand einen Nutzen hat ziehen können. Bei Minderjährigen trägt das nicht, weil nach dem Willen der Eltern der Minderjährige die Nutzen gar nicht hätte ziehen sollen. Dies würde zum Beispiel das Minderjährigenrecht für Mietverträge ganz konterkarieren - hier könnten Verkäufer mit Minderjährigen nun wirklich nach deiner Argumentation im Ergebnis wirksame Verträge abschließen. Ein offensichtlicher Widerspruch.

Kommentar von Droitteur ,

Ich kann die Antwort von jewi nur unterstreichen. Eine Gebühr würde den Zweck des Jugendschutzes völlig ad absurdum führen. Eine Norm, die eine solche Gebühr hergeben würde, ist mir auch nicht bekannt. 

Kommentar von Jewi14 ,

@LouPing: Entschuldigung, aber nicht nur die Kinder kennen die Gesetze sehr genau, der Händler sollte, nein muss sie auch sehr genau kennen. Jeder, der einen kfm. Beruf erlernt, lernt sehr schnell was mit dem Taschengeldparagraf los ist.

Du gibst also den Jugendlichen "schuld". Nun wie wäre es, wenn man erst man bei den Verkäufer anfängt und ihn fragt, warum er etwas verkauft, wo die Zustimmung der Eltern nötig ist. Wenn der Händler vor Geldgier nicht einfach alles an Minderjährige verkauft, so muss er ganz sicher auch nicht nachher nach Wertersatz herumheulen.

Du sattelst das Pferd echt von hinten auf. Der Fehler beginnt beim Händler, nicht beim jugendlicher Käufer!

@sirkermit: Es geht um ein gültigen Kaufvertrag, der zurück genommen wird. Hier aber kam nie einer Zustande, daher auch keinen Wertersatz.

Antwort
von lutsches99, 97

genau richtig

Antwort
von ArminSchmitz, 40

Die Frage ist doch, ob der Sohn die vorhandenen Finanzmittel zur freien Verfügung hatte. Dann wäre der Vertrag nämlich auch ohne Deine Zustimmung wirksam:

https://dejure.org/gesetze/BGB/110.html


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