Frage von Aaxxjj, 280

Langsam fahren ohne Grund?

Vor mir ist heute ein älteres Ehepaar auf einer viel befahrenen Hauptstraße auf der man 50 fahren darf ständig 30 gefahren, darauf hin haben ich und einige hinter mir gehupt und aus Sturheit hat der alte Herr mitten auf der Straße ohne Grund eine Vollbremsung hingelegt weil es ihn wohl genervt hat dass so viele Hupen .. Zum
Glück ist nichts passiert
Was wäre passiert wenn ich reingefahren wäre ? Wäre ich dann schuld oder der Mann ?

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 146

Was wäre passiert wenn ich reingefahren wäre ? Wäre ich dann schuld oder der Mann ?

Grunds. hast du mit erforderlichem Abstand und in ständiger Bremsbereitschaft so zu fahren, dass ein Auffahrunfall vermieden werden kann.
Insbesondere dann, wenn du Unsicherheiten des Vorausfahrenden erkennst oder sein Suchen und damit erwartbares plötzliches Bremsen und Abbiegen vermuten kannst.

Andernfalls träfe dich ein quotales Mitverschulden.

Und eine Strafanzeige wg. Nötigung: Den Schleicher darf man nicht weghupen, sondern kann einfach bei Gelegheit zügig daran vorbeifahren :-)


G imager761


Antwort
von Schwoaze, 157

Gut, dass nix passiert ist!

Grundsätzlich würde ich meinen, dass der schuld ist, der einen Auffahrunfall verursacht - in der Regel der, der hinten reinfährt. Du hast aber einen Sicherheitsabstand eingehalten, der groß genug war, und so ist es nochmal gutgegangen.

Ob man dem Langsamfahrer beweisen kann, dass er absichtlich gebremst hat, oder vielleicht nur eine Katze retten wollte, die über die Straße gelaufen ist....

Ich kenne solche Situationen, es ist zeitweise zum Aus-der-Haut-fahren. Dann denke ich mir wieder: Der fährt eben so schnell, wie er es geistig verarbeiten kann. Ist wohl besser, als zu rasen und den Überblick zu verlieren (das betrifft aber eher jüngere Fahrer).

Kommentar von ParagrafenChef ,

Die grundsätzliche Schuld dem Auffahrenden anzulasten, halte ich für rechtlich bedenklich.

Kommentar von Schwoaze ,

Führerschein ist  zwar schon eine Weile her, aber auch weil man damit rechnen muss, schuld zu sein, ist ein Sicherheitsabstand "attraktiv". Unterschiede D zu Ö ??

Kommentar von Crack ,

Die grundsätzliche Schuld dem Auffahrenden anzulasten, halte ich für rechtlich bedenklich.

Aus der StVO:

§ 4 Abstand


(1) Der Abstand zu
einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird.
Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 123

Hallo!

Normalerweise ist derjenige schuld, der auffährt. Allerdings wird es ein findiger Rechtsanwalt bestimmt schaffen, etwa wenn das grundlose "Langsamfahren" nachgewiesen werden kann, dem alten Mann eine Teilschuld reinzudrücken ---------> zumal er das mit der Vollbremsung auch nicht gedurft hätte. Glücklicherweise ist hier jedoch nix passiert.

Ansonsten: Hupen ist genauso eine Nötigung. Die Hupe darf man rein rechtlich eig. nur als Warnzeichen benutzen!

Kommentar von claushilbig ,

Ich glaube nicht, dass es ganz einfach ist, ein Langsamfahren als grundlos nachzuweisen - z. B. Orts-Unkundigkeit kann insbesondere bei einem älteren Fahrer leicht als ausreichender Grund gesehen werden.

Expertenantwort
von bronkhorst, Community-Experte für Auto, 81

Da die "Grundlosigkeit" einer Vollbremsung einem Fahrer mit Wunschzeugin auf dem Beifahrersitz nur schwierig bewiesen werden kann, ware ein teurer Prozess mit großem Zeugenballett und einer Teilschuld der wahrscheinliche Ausgang.

Im Ergebnis verlieren also alle dabei, weil sie auf Prozesskosten und einer Rückstufung hängen bleiben.

Die Lehre daraus sollte sein, sich wedrr an Nötigung im Straßenverkehr zu beteiligen noch solche Rachebremsungen durchzuführen.

Wenn mir jemand zu dicht auffährt, bediene ich die Scheibenwaschanlage - wenn der Hintermann mein Wasser abkriegt, merkt er meist, dass er sich im Abstand vergreift... und es ist völlig legal.

Antwort
von DerTroll, 137

Du wärst daran schuld. Zumindest grundsätzlich. Du mußt Abstand halten, und rechtzeitig zum Stehen kommen, falls er vor dir bremst, was ja auch mal berechtigt sein kann. Der Fahrer vor euch wird allenfalls eine Teilschuld kriegen, wegen der unnötigen Vollbremsung. Übrigens hupen hättet ihr auch nicht gedurft. Das ist Nötigung (auch wenn ich es gut nachvollziehen kann, daß man bei so etwas genervt ist).

Kommentar von ParagrafenChef ,

Er ist rechtzeitig zum stehen gekommen. Keiner schreibt das er nicht genügend Abstand gehalten hat!

Der Vollbremser trägt die Hauptschuld. Der Fragesteller sicher eine Teilschuld.

Kommentar von DerTroll ,

Die Frage war, was wäre wenn, er hinten reingefahren wäre. Und dann hätte er den Sicherheitsabstand nämlich nicht eingehalten.

Kommentar von claushilbig ,

Der Vollbremser trägt die Hauptschuld.

Dafür muss man dem aber erst mal nachweisen, dass seine Vollbremsung grundlos war - wenn der z. B. eine Katze am Straßenrand sieht und fürchtet, dass sie auf die Straße rennt, dann reicht das als Grund wahrscheinlich aus (und jetzt beweise, dass da keine Katze war ...)

Antwort
von Stefffan7, 136

Der Mann währe Schuld. Allerdings würdest du wegen Nötigung im Straßenverkehr ebenfalls massive Probleme bekommen.

Kommentar von claushilbig ,

Der Mann währe Schuld.

Sicher? M. E. sogar eher unwahrscheinlich!

  • Woher soll irgendwer wissen, ob seine Vollbremsung wirklich ohne Grund erfolgt? Vielleicht musst er ja bremsen, weil ihm sonst ein Vogel vor die Scheibe geflogen wäre. Schreck über den Aufprall eines großen Insekts auf die Fronstscheibe wäre auch Grund genug ...
  • Bei Auffahrunfällen hat eigentlich immer der Auffahrende Schuld, zumindest eine (überwiegende) Teilschuld. Laut StVO ist immer ein so ausreichender Abstand einzuhalten, dass man auch bei plötzlichem Bremsen des Vordermanns noch rechtzeitig anhalten kann - wer auffährt, hat offenbar diesen Abstand nicht eingehalten.
Kommentar von Stefffan7 ,

Er muss mit einer Mithaftung rechnen: "

Wer im Straßenverkehr sein Fahrzeug grundlos abbremst, gefährdet andere Verkehrsteilnehmer und haftet für einen daraus entstandenen Schaden mit 30 Prozent. Dies geht aus einer Entscheidung des Amtsgerichts München hervor.
"

Antwort
von tuilaai, 75

Wenn du den Sicherheitsabstand zum vorderen Wagen gehalten hast, passierte es gar nicht.

Kommentar von Aaxxjj ,

Wie gesagt es ist nicht passiert ich habe ja auch nur gefragt was gewesen WÄRE

Kommentar von tuilaai ,

Dann zahlt deine Versicherung.

Antwort
von catweasel66, 89

du bekommst ne teilschuld...weil du draufgefahren bist.

Kommentar von ParagrafenChef ,

Der Fragesteller ist nicht sprichwörtlich draufgefahren! Außerdem kann er genügend Abstand gehalten haben!

Kommentar von catweasel66 ,

und dem opa ist ein pferd über die straße gelaufen was der, der draufgerauscht ist nicht gesehen hat.....

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