Frage von Timox852, 35

Langlebigkeit schwach radioaktiver Abfälle?

Habe mir ein paar Quellen angeguckt, die meinten das schwach radioaktive Abfälle nur eine kurzlebige Radioaktivität haben. Allerdings haben ja alle Elemente eine andere Halbwertszeit?

Sind also schwach radioaktive Abfälle nur welche mit einer kurzen LAnglebigkeit?

Oder liegt es daran, dass schwach radioaktive Abfälle meistens Gegenstände, wie z.B. Putzlappen oder Schutzkleidung sind, die kontaminiert wurden?

Wie lange würde diese radioaktive Strahlung dann dauern?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Peterwefer, 19

schwach radioaktiv hat nichts mit der Länge, sondern mit der Intensität der Radioaktivität zu tun.

Kommentar von Timox852 ,

Kann eine Schutzkleidung dann sowohl hoch als auch schwach radioaktiver Abfall sein?

Kommentar von Peterwefer ,

Ja, durchaus. Hier kommt es ja darauf an, wie stark sie mit dem radioaktiven Material beschmutzt ist.

Kommentar von SlowPhil ,

"Hat nichts damit zu tun" ist falsch. Wenn man einen bestimmten radioaktiven Stoff isoliert, ist die Halbwertszeit reziprok zur spezifischen Aktivität: T_½ = ln(2)/λ.

Antwort
von Spezialwidde, 15

Schwach heißt hier dass die Strahlungsintensität gering ist, das hat nichts mit der Halbwertszeit der strahlenden Stoffe zu tun, die kann trotzdem Jahrtausende betragen. Damit sind zb gebrauchte Schutzanzüge oder Filter gemeint die vergleichsweise geringe Konzentration an strahlenden Nukliden enthalten.

Antwort
von SlowPhil, 3

Es kommt darauf an, warum besagte Abfälle schwach radioaktiv sind. Sind Sie es, weil der größte Teil der darin vorhandenen Radionuklide kurzlebig und bereits zu stabilen Nukliden zerfallen, also die Konzentration von Radionuklide gering ist, mag es stimmen.
Liegt es daran, dass die vorhandenen Radionuklide eine geringe Aktivität aufweisen, stimmt das exakte Gegenteil. Es ist ja das Zerfallsgesetz
n(t) = n₀ exp(–λt),
wobei n(t) die Stoffmenge zum Zeitpunkt t und n₀ die zum Zeitpunkt t=0 ist. Je größer λ, desto schneller zerfällt das Nuklid, es ist
dn/dt = –λn.
Das - ohne Vorzeichen - ist aber auch die Aktivität des entsprechenden Nuklids.
Allerdings kann ein Nuklid stabile oder ihrerseits radioaktive Tochternuklide haben, die eine Zerfallsreihe bilden. Schwere Radionuklide, sie sind meist α-Strahler, neigen dazu, lange Zerfallsreihen zu haben. Das beste Beispiel ist Natururan, das heute zum weitaus größten Teil aus Uran 238 besteht. Seine Halbwertszeit entspricht dem Alter der Erde.
Etwa 6 mal schneller (nach menschlichen Maßstäben immer noch sehr langsam, nämlich mit über 700 Millionen Jahren Halbwertszeit) zerfällt Uran 235, das in Kernbrennstäben und - waffen Verwendung findet.
So muss bei Entstehung der Erde etwa das Doppelte an U-238, aber grob gerechnet etwa das 60fache der heutigen Menge an U-235 vorhanden gewesen sein. Vieles davon mag zur Aufheizen des Erdinneren beigetragen haben. Stellenweise soll die Konzentration für die spontane Entstehung eines natürlichen Kernreaktors ausgereicht haben, was aber auch so 2-4 Halbwertszeiten von U-235 her sein soll.
Eines setzt aber Radioaktivität in jedem Fall frei, egal, ob sie natürlich, von Menschenhand konzentriert ist oder auch aus "Abfall" stammt: Jede Menge Energie.

Antwort
von SlowPhil, 4

Kontaminierte Putzlappen, Filter etc. Mögen in der Tat deshalb schwach radioaktiv sein, weil die Konzentration der Radionuklide gering ist. Haben die selbst eine hohe spezifische Aktivität, sind sie auch schnell wieder weg.

Expertenantwort
von musicmaker201, Community-Experte für Chemie, 24

Das kommt immer auf die Halbwertszeit des radioaktiven Stoffs an.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community