Frage von IAMNOTALONE, 96

Langfristiger Ausblick bei der Bundeswehr?

Hallo liebe Community, ich bin momentan dabei mein Abitur zu machen und bald stellt sich die Frage, was mache ich danach?

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass sich eine Stelle bei der Bundeswehr oder bei der Bundespolizei finden lässt. Natürlich habe ich meine Eltern auch schon nach Rat gefragt. Sie sind der Meinung , dass ich zur Bundespolizei gehen soll,weil ich höchstens 10 Jahre bei der Bundeswehr arbeiten werde und dann heißt es: Tschüß!

So ganz kann ich das nicht glauben. Deswegen ist meine Frage : Lohnt es sich zur Bundeswehr zu gehen? Habe ich langfristige Aussichten? Oder ist die Wahl der Bundespolizei vielleicht doch besser?

Ich hoffe, mir kann jemand einen Rat geben und meine Fragen beantworten. MfG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von navynavy, Community-Experte für Bundeswehr, 93

Hier kann man tatsächlich nur schwer einen Rat geben.

Grundsätzlich scheint mir hier einmal mehr der verbreitete Irrtum vorzuliegen, Bundeswehr und (Bundes)polizei seien ähnliche/verwandte Berufsfelder. Diese Vorstellung könnte falscher nicht sein. Abgesehen vom täglichen Umgang mit Schusswaffen - dieser aber mit völlig verschiedenen Grundlagen - existiert kaum eine Gemeinsamkeit, abgesehen vom Tragen einer Uniform :-)

Du musst schon für Dich entscheiden, was Dir eher liegt. Das kannst Du nur, wenn Du Dich objektiv und gründlich informierst - z.B. durch ein Praktikum bei beiden Organisationen.

Deine Eltern haben allerdings insofern schon recht, dass die Übernahme ins Verhältnis eines Berufssoldaten (also jemand, der sein ganzes Erwerbsleben bei der Bw verbringen kann) heutzutage sehr schwer zu erreichen ist. Nach im Schnitt 12 bzw. 13 Jahren (je nach Laufbahn) enden tatsächlich die meisten Soldatenkarrieren. Bei der Bundespolizei hättest Du mit der Chance auf Verbeamtung natürlich einen gewissen Sicherheitsfaktor, was die Lebensplanung angeht. Das ist aber ein Grund, der bei den hier zur Frage stehenden Berufen - Soldat und Polizist - keine allzu große Rolle spielen darf, hier geht es um Berufung, nicht nur Beruf.

Lohnen kann sich auf die jeweils eigene Weise beides - es ist die Frage, was Du lieber machen möchtest.

Antwort
von Apfelkind1986, 81

Wenn es dir nur um die Karriereaussichten geht, nimm die Polizei, dort wirst du Beamter auf Lebenszeit.

Bei der Bundeswehr wirst du sehr gut ausgebildet, machst ein Master-Studium, bist aber höchstwahrscheinlich nach 13 Jahren wieder draußen, weil nur 2% zum Berufsoldaten übernommen werden.

Kommentar von Tronje2 ,

Du bewertetst die Karriereaussichten bei der Polizei zu hoch!

Vor allen Dingen du bist und bleibst ein Polizist, versiehst u. U. Schichtdienst bis zur Pensionierung.  MfG

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Ich kenne mir durchaus mit den Aussichten bei der Polizei aus. Mit Abitur kommt nur der gehobene Dienst in Frage, das sind die Besoldungsgruppen A09-A13. 

Ist bei der Offizierlaufbahn nichts anderes. Und ob es familienfreundlicher ist, in Auslandseinsätze zu gehen und alle 2 Jahre versetzt zu werden, wage ich mal zu bezweifeln.

Antwort
von Tronje2, 96

Das ist eine Sache der persönlichen Einstellung.

Die Arbeit und auch die Bezahlung ist sehr sehr unterschiedlich.

Du musst dich also in eigener Initiative schlau machen, denn einen Rat kann man dir zwar geben, der ist aber von der Einstellung des Ratgebers geprägt. MfG

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Die Bezahlung ist außer in den ersten 3 Jahren ziemlich identisch.

Kommentar von Tronje2 ,

Langfristig gesehen.

Antwort
von lesterb42, 21
Bundespolizei

Wenn überhaupt, dann Polizei. Was die Bundeswehr angeht haben deine Eltern recht und dann mit Anfang 30 nochmal durchstarten ist verdammt hart.


Antwort
von Fishkeeper99, 64

Bundespolizei und Bundeswehr haben aber nichts miteinander zu tun. Du könntest auch zu den Feldjägern. Gruß

Antwort
von Jatoll, 56

Die aussage das nur 2% Berufssoldat werden ist totaler Quatsch.

Es werden bei Truppenoffizieren deutlich über 35% Berufssoldat.

Vorteil Bundeswehr ist, dass du ein Studium deiner Wahl absolvieren kannst und selbst wenn du keine BS werden kannst mit diesem Wunschstudim immer auf dem Arbeitsmarkt unter kommst.

Kommentar von rav3ry ,

35% erscheinen mir eine sehr gewagte These ;)

Kommentar von Jatoll ,

Bei Truppenoffizieren, ja sicher.

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Ich lach mich kaputt.

Da sag ich doch gleich mal den Kameraden Bescheid. Und das Personalamt informiere ich auch gleich, die wissen davon noch gar nichts. ;)

Woher nimmst du dein "Wissen"?

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Um überhaupt bei der Auswahl betrachtet zu werden, muss deine Beurteilung im obersten Drittel liegen. Jeder Disziplinarvorgesetzte darf jedoch nur 10% seiner Soldaten überhaupt in diesem Drittel einreihen. Wie du dann zu der Aussage kommst, über ein Drittel der Offiziere würden Berufsoldat, verwundert mich sehr.

Aus dem Jahrgang meiner Truppengattung (70 Soldaten) sind 4 Berufsoldat geworden.

Kommentar von Jatoll ,

Meine Darstellung gilt nur für Truppenoffiziere mit bestandenem Studium.

Zu den Beurteilungsprozenten sind die 10 % auch falsch.

Die Spitzengruppe ab Beurteilungsnote 7,31 können 15% aller Truppenoffiziere betragen.

Das Mittelfeld mit 20%

65% sind im Notenschnitt unter 6,20.

Meine Aussage bezieht sich auf die letzten beiden Jahre.

Nebenbei solltest du als "Beurteilungskundiger" ja wissen das es nicht auf die Note ankommt sondern auf der "richtige" Kreuz.

Die Reihungstabelle wird rein nach Punkte gemacht.

Der Unterschied je Kreuz sind 51 Punkte

Der Unterschied je ganzer Note allerdings beträgt nur 13 Punkte.

Also wenn du eine 6,0 hast aber das Kreuz nur einen höher als der Kamerad mit 8,0 dann hast du in der Reihung immer noch 25 Punkte mehr als der 8,0 Typ.

Nebenbei würde ich dir da du ja Soldat zu sein scheinst einfach mal empfehlen zu deinem Personaloffizier zu gehen und dich grundsätzlich beraten zu lassen.

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Das ist nicht nötig, da ich nicht vor habe, einen Antrag auf Übernahme zu stellen. Das mit den % Zahlen ist möglich, habe die nicht komplett auswendig auf dem Schirm, da mir Beurteilungen entsprechend egal sind. Mich interessiert nur noch mein Dienstzeugnis am Ende und das schreibe ich selbst.

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