Frage von sbm94, 119

Landschildkröte kein Winterschlaf?

Ich habe seit 13 Jahre eine landschildkröte und sie hat jeden Winter Winterschlaf gehalten. Dieses Jahr haben ich sie im Oktober an einen ruhigen, kühlen Ort getan da sie schon zuvor sehr viel geschlafen und nichts gegessen hat. Aber sie schläft nicht durch. Sie hat zwischen durch immer Krach gemacht und war wach. Heute hat sie sogar gegessen und scheint total wach zu sein. Es ist einfach zu warm für sie. Aber das ist doch nicht gut wenn sie keinen Winterschlaf halten kann wenn sie es Jahre zuvor immer getan hat? Allgemein für alle Tiere die sonst Winterschlaf halten? Was kann es für folgen haben? Muss ich jetzt auch etwas bestimmtes achten oder falls der Winter im Januar/ Februar kommt, soll ich sie dann wieder "schlafen legen"?

Antwort
von Sophia2008, 58

Hallo,

es wäre interessant zu wissen, wo du deine Schildkröte überwinterst. Da du vom Wetter schreibst, kann ich mir vorstellen, dass du sie draußen überwinterst? Wenn ja, dann kann es durch den warmen Winter immer mal dazu kommen, dass die Schildkröte ihren Platz wechsel oder sogar richtig aktiv wird. Normalerweise sollte die Temperatur gerne bei 4-6 Grad liegen. Überwintert man die Schildkröten draußen, sind die Temperaturen dies Jahr ggf. drüber. Als wechselwarme Tiere reagieren die Schildkröten auf die Temperatur, daher der Unterschied zwischen Winterstarre und Winterschlaf. Wenn man mal einen Blick in den natürlichen Lebensraum wirft, ist das gar nicht so schlimm. Dort ist es auch nicht konstant 5 Grad sondern die Tiere kommen sogar mitten im Winter an die Erdoberfläche, fressen, sonnen sich und verstecken sich wieder. Hier bei uns reicht die Sonnen wiederum für das Sonnenbad nicht aus. Es ist also zu warm für die Starre, aber zu kalt, um den Körper "in Schwung" zu bringen. Es ist schwierig, hier zum "richtig" oder "falsch" zu raten, weil wie gesagt die Temperatur bei 5 Grad liegen soll, aber beim Vorbild Natur die Temperatur dort auch schwankt. Ich selbst handhabe es daher so, dass die Schildkröten, die in der Überwinterungsgrube überwintern, Zugang zum Gewächshaus haben. Dort schalte ich je nach Bedarf die Wärmelampe hinzu. Auch im Winter. Wenn also Sonnenschein die Tiere aktiv werden lässt, schalte ich manuell die Lampe für eine Std. am Tag vormittags zu. Ich biete Futter an (im milden Winter findet man noch Wildkräuter) und sorge für frisches Wasser. Getrunken wird meist nicht, wobei ich natürlich nicht immer anwesend bin, um es zu kontrollieren. Appetit kann durchaus vorhanden sein.

Achte aber auch auf die Bodentemperatur. Während also die Lufttemperatur recht warm erscheint, hat die Erde eine gute Pufferwirkung. Es ist dort kühler und Temperaturschwankungen sind geringer. Den Fühler des Thermometers darfst du also gerne direkt neben der Schildkröte platzieren.

Wenn deine Schildkröte woanders überwintert (Keller, Dachboden, Schuppen o.ä.), dann sitzt sie dort in ihrer Kiste und kann quasi nichts anderes machen. Hier würde ich dann empfehlen, sie besser in einen Kühlschrank umzusetzen. Dort hast du konstante Temperaturen.

Bei Schildkröten ist es so, dass die Körperfunktionen während der Starre auf das Minimum herunter gefahren sind. Bei einer warmen Überwinterung,  beginnt der Stoffwechsel wieder, aber es reicht nicht aus, um Abbaustoffe wieder auszuscheiden. Das könnte gefährlich werden. Daher sollten die Schildkröten entweder sich selbst auf Temperatur bringen können (Lampe kurze Zeit anbieten) oder bei unter 8 Grad starren. 

Sonst lies dich mal durch die Bücher von Wolfgang Wegehaupt http://www.landschildkroeten-haltung.com/shop/literatur/ Er beschreibt wunderbar die Lebensräume der Landschildkröten. 

Antwort
von Geochelone, 51

Erst einmal: Landschildkröten halten keinen Winterschlaf wie Igel, Bären und Murmeltiere ! Sie halten eine Winterstarre, die bei diesen wechselwarmen Tieren nur an der Temperatur liegt. In dieser Zeit soll der Stoffwechsel auch fast ganz zum Stillstand kommen, so dass sie für diese Zeit auch keine Fettreserven o.ä. brauchen.

Europäische Landschildkröten brauchen diese Ruhezeiten (optimaler Weise bei 3-7°C) für eine gesunde Entwicklung und einen stressfreien Lebensrhytmus.

Wenn es einmal aber besondere Gründe gibt, die die Starre stören, dann ist es besser, diese in einem Jahr auszusetzen, als die Starre mehrfach zu stören oder das Tier bei halbwarmen Temperaturen leben zu  lassen. In diesen Fällen drohen durch unzureichenden Stoffwechsel Abbaustoffe das Tier zu vergiften.

Sieh mal zu, dass du deiner Schildkröte für den nächsten Winter ein konstant-kaltes Winterquatier besorgen kannst.

Antwort
von fritzkatze, 57

Was du auf keinen Fall machen solltest ist sie zu füttern , sie hören auf zu fressen um ihren Darm zu entleeren, das Futter kann im Darm zu faulen anfangen und das vergiftet sie. Du musst sie jetzt mit warmen Wasser baden damit sie ihren Darm wieder entleeren. Der Raum in den die Schildkröte überwintern sollte eine Temperatur zwischen 5 bis 10 Grad plus haben , meine schlafen jetzt schon den 40 Winter durch.
Für Wildtiere sind die hohen Temperaturen ein Problem denn sie kommen aus ihren Biorhythmus, sie werden wach und finden keine Nahrung.

Kommentar von Sophia2008 ,

Nein bitte nicht baden. Dieser riesige Temperaturunterschied würde den Organismus stark belasten und macht auch keinen Sinn. Der Darm soll nicht leer sein, da die Darmbakterien nötig sind, um die Darmflora auch während der Starre aufrecht zu erhalten. Damit nichts fault, ist natürlich eine artgerechte Ernährung Voraussetzung. Im natürlichen Lebensraum fressen sie sogar während der Winterstarre, wenn die Sonne sie in Wintermonaten an die Erdoberfläche lockt. Früher vor 40 Jahren wusste man es noch nicht besser. das ist auch nicht schlimm. Aber heute ist das Wissen weit voran geschritten und man weiß, dass der Darm nicht "leer gebadet" werden soll. Das macht im natürlichen Lebensraum auch niemand

Kommentar von fritzkatze ,

Hat ihnen bis jetzt wie es aus sieht nichts geschadet.

Kommentar von Sophia2008 ,

Stress kannst du auch nicht sehen, ebenso wie sich Organe und der Panzerquerschnitt entwickeln. Man muss ja auch nicht warten, bis man was sieht sondern die Haltung artgerecht gestalten, damit vorbeugend erst gar nicht Krankheiten entstehen oder man Stress fördert. 

Kommentar von fritzkatze ,

Ich gebe euch recht das sich das Wissen weiter entwickelt hat ,aber wär Tiere über 40 Jahre betreut weis wann sie sich wohlfühlen oder nicht. Also warum schadet das Baden nun den Tieren , ich weis auch das sie von selbst im Herbst aufhören zu fressen und es dann einfach ruhig haben wollen ,aber keines  der Tiere ist bis jetzt mitten im Winter aufgewacht sondern erst wenn es deutlich wärmer als 15 grad wurde. Ist das artgerecht genug ?

Antwort
von Kristall08, 44

Tja, es ist ziemlich nachteilig, wenn man keinen Kühlschrank zur Verfügung hat, auf den man ausweichen kann....

Die Natur spielt in diesem Jahr etwas verrückt, da kann man nicht viel machen. Es ist nicht die Riesenkatastrophe, wenn deine Schildkröte erst im Februar/März in die Starre fällt - Schildkröten halten keinen Winterschlaf. Ihre Starre ist temperaturabhängig, deswegen bleiben sie derzeit munter.

Versuche, das beste daraus zu machen und beobachte die Wetterlage. Es wird vermutlich nicht schlagartig kalt werden, sondern langsam. Dann bereitest du das Tier ganz normal vor. Oder du besorgst dir einen Kühlschrank.

Antwort
von Giirl2000, 48

Du musst sie an einen Kühleren Ort bringen. Winterschlaf ist ziemlich wichtig.

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