Frage von mschreiber15, 153

Läuft jede Religion Gefahr fundamentalistisch zu werden?

Läuft jede Religion Gefahr fundamentalistisch zu werden?? Wir steht ihr zu dieser These. Gerne eine ausführliche Meinung.

LG

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 73
Ja

Ich bin selbst ein religiöser Mensch und der Ansicht, dass Religion, genau wie eine politische Ideologie, durch extreme Auslegung zur Radikalisierung und steigender Gewaltbereitschaft beim Menschen führen kann.

Dieses Risiko besteht meiner Meinung nach bei jeder Weltanschauung, die den Anhängern das Gefühl gibt, zu einer Elite zu gehören, die den übrigen Menschen auf irgendeine Weise überlegen ist.

Alle Ideologien, aus denen sich ein Absolutheitsanspruch ableiten lässt, weisen eine solche Missbrauchsgefahr auf.

Ob das idealisierte und überhöhte  Selbstbild nun auf der "einzig wahren Religion", dem "patriotischen Geist" oder der Vorstellung der "gesellschaftlichen Revolution" basiert, ist da vergleichsweise egal.

Elitedenken, Absolutheitsanspruch, womöglich noch eine einigermaßen charismatische Führergestalt - und der potentielle Missbrauch der jeweiligen Weltanschauung hat einen idealen Nährboden.

Ob der Einzelne nun einer liberalen, konservativen oder extremen Auslegung der jeweiligen Lehre folgt, ist im Wesentlichen seine persönliche Entscheidung - wobei das soziale Umfeld ebenfalls prägend ist.

Antwort
von PWolff, 61
Ja

Nicht nur, was man landläufig unter "Religion" versteht, sondern jede Weltanschauung im allgemeinen.

Der Mensch sucht nun mal nach "absolut sicheren Wahrheiten" und "findet" sie entsprechend oft dort, wo er danach sucht.

Wenn du die Religion/Weltanschauung an sich meinst - die ändert sich nicht, von daher könnte ich auch mit "nein" antworten. Aber ich nehme mal die vermutliche Bedeutung des Begriffs in der Frage, und hier ändert sich das Verständnis von einer Religion/Weltanschauung ziemlich schnell.

Umgekehrt bildet sich für gewöhnlich ebenso schnell eine andere Richtung, die die Relevanz für die Gesellschaft auf 0 zurückschraubt (meistens, um nicht anzuecken).

Antwort
von TUrabbIT, 60

Ich würde das sogar erweitern auf alle Ideologien.

Denn es gibt immer Menschen die aus dem einem oder anderen Grund sich weiter in die Ideologie reinsteigern und diese erweitern bzw. eingrenzen, und oft sind diese charismatisch oder finden charismatische Anhänger die Menschen die auf der Suche sind ansprechen und anwerben können.

Antwort
von Zoroastres, 67
Ja

Eine Religion ist ja meist eine Weltanschauung und will das Wesen der Welt zu erklären und darüberhinaus noch den transzendeten bereich. Also alles. Und wenn sie alles erklärt und recht hat, dann ist die Religion das einzige was zählt. Der Fundamentalismus ist damit in allen Religionen angelegt.

Nur selstn ist er wirklich so zum Ausdruck gekommen, da die Religionne offensichtlich nicht die Wahrheit sind und die Menschen nach zahllosen weiteren Richtlinien und Trieben handeln.

Es kommt also allein darauf an, was die Menschen in ihrer Religion sehen wollen

Daneben gibt es aber Merkmale einer Religion, die sie sehr viel anfälliger für Fundamentalismus machen und in denen man den Anspruch des Fundamentalsimus nur schwerer umgehen kann, was die meisten menschen Gott sei Dank tun.

Antwort
von seguiendo, 77
Ja

Ja, und nicht nur jede Religion, sondern so ziemlich jede Weltanschauung. Es gibt z.B. meines Erachtens nach nicht nur Fundamentalisten in so ziemlich jeder Religion, sondern auch fundamentalistische Atheisten etc.

Fundamentalismus liegt nicht nur im Wesen einer Religion/ Weltanschauung begründet, sondern auch in der Natur des Menschen: Da Menschen nach Sicherheit und Wahrheit suchen, wünschen sie sich natürlich, diese gefunden zu haben und es gibt eben Menschen, die, wenn sie endlich ihre Wahrheit gefunden haben, nicht mehr bereit sind, diese zu hinterfragen. Und wenn dann noch Gruppendynamik dazu kommt, ist das Desaster perfekt.

Die monotheistischen Religionen bieten allerdings eine zusätzliche Gefahr, fundamentalistisch zu werden, da sie den Absolutheitsanspruch des einen Gottes haben. Das muss aber nicht heißen, dass sie deswegen falsch sind, manchmal sind gerade fehlgedeutete Wahrheiten am gefährlichsten.

Antwort
von IkaGottergeben, 3
Enthaltung

Warum klingt "fundamentalistisch" immer gleich negativ? Für mich persönlich ist die Bibel das Fundament und Yeshua (sog."Jesus") der Fels auf den ich baue und stehe. Ich finde es bedenklicher das soviele bekennende "Christen" ihr Fundament verloren haben oder Teile davon sogar leugnen. 

Antwort
von ThomasJNewton, 34

Mal wieder so eine sinnlose Abstimmung.

Du hast einen wesentlichen Abstimmungpunkt vergessen, "Andere Meinung."

Nicht Religionen sind fundamentalstisch, sondern Anhänger.
Und nur einige, sonst würde man sie nicht fundamentalistisch nennen.

Jede Religion hat ein angebliches Fundament, angeblich.
Ich bezweifele das.

Antwort
von Barney123, 29
Ja

Hallo mschreiber,

Es gibt immer mehr Menschen, die sind innerlich vollkommen verunsichert: Durch ihre Erziehung, in der den Kindern die Welt nicht erklärt wird, sondern nur Angst vor irgendwelchen Bösen Dingen gemacht wird, und ihnen klar gemacht wird, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Viele entwickeln einen Minderwertigkeitskomplex.

Dann suchen sie Halt in einer Religion/Weltanschauung, und stellen fest, dass es da auch andere Möglichkeiten gibt, die Dinge zu sehen. Je verunsicherter so ein Mench ist, je größer sein Minderwertigkeitskomplex ist, um so mehr wird er sich an seine eine Religion/Weltanschauung klammern.

Das ist der Weg zum Fundamentalismus.

Der Weg weg davon führt nur über wissenschaftliche Bildung und ein Verständnis für die Zusammenhänge. Der aber so Manchem für immer verschlossen bleibt

LG

Antwort
von feinerle, 65
Ja

Das ist doch der Sinn einer Religion, deswegen wurde die ja jeweils entwickelt, um die Leute:

a.) schön unter der Kandarre zu halten, anzuerkennen, wer über sie herrscht und dem jeweils zu gehorchen.

b.) Sich möglichst tupfengerade dran zu halten - damit fundamentalistisch zu werden

c.) Andersdenkende bestenfalls auszugrenzen, wenn nicht gar aktiv zu bekämpfen.

d.) Wenn aufgefordert zu Kanonenfutter der Mächtigen zu werden, mit einem frohen Herzen und stolz darauf, so doof zu sein, in den Tod zu marschieren.

e.) Gräueltaten zu begehen, wenn ihnen das befohlen wird.

f.) Sich selbst und gegenseitig zu kontrollieren, ob sie was falsches Denken und ob der Nachbar noch in der Spur ist (das erspart den Spitzeldienst).

g.) Stets einen Teil ihres Einkommens abzutreten, also den Mächtigen zu finanzieren.

Dass man hierzulande das Ding mittlerweile auf den Stand der Volkstümlichkeit runtergefahren haben mag, mag ja sein, das hat jedoch nichts zu bedeuten, den Durchgeknallte hat es immernoch, das kann auch wieder aufleben.

In den USA sind jetzt gerade ein paar Durchgeknallte an der Reihe, am 20 Januar die Macht zu ergreifen. Leute, die meinen, die Welt sei 6700 Jahre alt und die Evolutionstheorie reiner Humbug - wohlgemerkt im stärksten Land der Erde.

Auch wir haben das noch nicht hinter uns, ganz im Gegenteil, der  Stumpfsinn keimt gerade wieder auf.

Kommentar von TUrabbIT ,

Deine Ausführungen sind recht einseitig auf negative Aspekte die in Religion/Ideologien auftreten können, speziell sind diese sehr auf die Zeit der größten Macht der katholischen Kirche und deren Missbrauch ausgelegt. Desweiteren setzt du für Religion eine gezielte Entwicklung als Werkzeug für Missbrauch und Macht voraus, dem kann ich nicht zustimmen.

Kommentar von feinerle ,

Du hast recht - und genau davon gehe ich auch aus.

Religionen wurden durch Herrscher geziehlt dazu eingesetzt, ihre Macht zu festigen.

Und dabei war es den meisten Herrschern völlig egal, welche Religion. Wenn sich eine bot, die sich dafür eignete, dann her damit.

Auch das Christentum wurde zu nichts anderem eingeführt und verwendet, der Vorläufer dazu gar mehrfach.

Selbst das, was da einige Gott nennen, war nichts anderes zunächst als die Geschichte eines Berggottes (und seiner Frau) eines einzelnen kleinen Beduinenstammes, bis ein Herrscher aus mehreren Göttern diesen einen aussuchte, alle anderen verboten hat, um seine Untertanen zu einen und einer einheitlichen Ideologie zu versorgen. (Die Frau hat man später weggelassen.....)

sind recht einseitig auf negative Aspekte

Ich sehe keine positiven Aspekte. Ich sehe nichts positives daran, Menschen mit erfundenen Schauermärchen Hoffnung auf irgendwas zu machen, bis hin zu einem angeblichen Leben nach dem Tod - ich sehe darin nichts anderes als glatten Betrug.

speziell sind diese sehr auf die Zeit der größten Macht der katholischen Kirche und deren Missbrauch ausgelegt.

Das war kein Missbrauch, das war die alternative Religion schlechthin, das war nichts anderes, als auszuleben, was in diesem blutrünstigen Ding mit Namen Bibel steht.

Desweiteren setzt du für Religion eine gezielte Entwicklung als Werkzeug für Missbrauch und Macht voraus,

Exakt. Genau das. Ich zitiere jemanden, der das wissen musste, der war quasi Fachmann auf dem Gebiet Macht:

Das Volk braucht eine Religion. Und diese Religion muß sich in den Händen der Regierung befinden. (Napoleon I. Bonaparte, (1769-1821)




dem kann ich nicht zustimmen.

Klar. Wenn man auf diese Masche reingefallen ist, muß man es verteidigen, wie ich schrieb unter c.) und f.)

Kommentar von danhof ,

Das ist doch der Sinn einer Religion, deswegen wurde die ja jeweils entwickelt, um die Leute:

Belege dafür, dass z.B. das Christentum erfunden ist?

a.) schön unter der Kandarre zu halten, anzuerkennen, wer über sie herrscht und dem jeweils zu gehorchen.

Gott ist mein Boss. Was hat das mit Kandarre zu tun? Kein Mensch auf der Welt kann mir an Gottes Stelle befehlen, was ich tun soll.

b.) Sich möglichst tupfengerade dran zu halten - damit fundamentalistisch zu werden

Zu tun, wovon man überzeugt ist, ist also fundamentalistisch. Jeder, der seine Steuererklärung korrekt macht, ist also ein Fundamentalist?

c.) Andersdenkende bestenfalls auszugrenzen, wenn nicht gar aktiv zu bekämpfen.

Gilt nicht für z.B. das Christentum. Wir sollen das Evangelium weitergeben. Sicher nicht nur an Christliche Brüder und Schwestern, sondern auch an die Welt, die davon nichts weiß. Und Jesus sagt nicht, dass wir andere aktiv bekämpfen sollen.

d.) Wenn aufgefordert zu Kanonenfutter der Mächtigen zu werden, mit einem frohen Herzen und stolz darauf, so doof zu sein, in den Tod zu marschieren.

Jesus fordert uns nicht auf, Kanonenfutter der Mächtigen zu werden. Wir dienen im Idealfall nur unserem Herrn.

e.) Gräueltaten zu begehen, wenn ihnen das befohlen wird.

Nein. Siehe oben

f.) Sich selbst und gegenseitig zu kontrollieren, ob sie was falsches

Denken und ob der Nachbar noch in der Spur ist (das erspart den
Spitzeldienst).

Kann ich nicht bestätigen. Das hat nichts mit Religion zu tun, als mit der Zufriedenheit und Zeit im eigenen Leben ("Das Treppenhaus ist schon wieder nicht geputzt", "die Nachbarin oben hat schon wieder einen neuen Kerl")

g.) Stets einen Teil ihres Einkommens abzutreten, also den Mächtigen zu finanzieren.

Machst Du auch, wenn Du im ADAC bist oder Amazon Prime haben willst.

Christen und Christliche Leiter sollen wohl von Luft und Liebe leben?

In den USA sind jetzt gerade ein paar Durchgeknallte an der Reihe, am 20 Januar die Macht zu ergreifen.

Nun warten wir erst einmal ab, wie der Regierungsstil sein wird.

Leute, die meinen, die Welt sei 6700 Jahre alt und die Evolutionstheorie reiner Humbug - wohlgemerkt im
stärksten Land der Erde.

Das ist ihr gutes Recht.

Also ich halte fest, dass ich in den ganzen Ausführungen nicht ein vernünftiges Argument finden konnte.

Kommentar von feinerle ,

Belege dafür, dass z.B. das Christentum erfunden ist?

Negativ. Unzulässige Beweislastumkehr. Immer der, der eine Geschichte, wie z.B. die des Christentum, behauptet, belet, niemals andersrum.

Deswegen, man belege die Geschichtchen darin, jeden einzelnen Punkt, jede einzelne Behauptung, Ausführung, Folgerung auf empirisch / faktischer Basis.

Solange man das nicht tut, ist das ein Märchen.

Gott ist mein Boss.

Aha. Schonmal persönlich mit dem zusammengetroffen?

Was hat das mit Kandarre zu tun? Kein Mensch auf der
Welt kann mir an Gottes Stelle befehlen, was ich tun soll.

Genau, nur die, die behaupten, sie wüssten was das angebliche Gottdings will, die reden Dir rein, indem sie es als den Willen dieses Gottdings ausgeben und Du folgst dem dann.

Noch nie einen Chef gehabt? Also ich meine so richtig, hier, in der Realität, bei der Arbeit z.B. Der kann Dir nicht sagen, was Du zu tun hast? Wenn dem so ist, Willkommen in der Arbeitslosenstatistik.

Zu tun, wovon man überzeugt ist, ist also fundamentalistisch.

Unter Umständen ja.

Jeder, der seine Steuererklärung korrekt macht, ist also ein Fundamentalist?

Nein, Gesetzestreu. Der Unterschied liegt darin, Gesetze stehen fraglos über jeglichen Religionen.

Gilt nicht für z.B. das Christentum.

Nö, gar nicht. Deswegen hat man nicht Leute umgebracht, die sich nicht bekehren lassen wollten. Nein, gar nicht. Ist niemals passiert, gell?

Wir sollen das Evangelium weitergeben.

Das tut schon der Buchhanel, da klann mn sich so ein Ding kaufen, wenn man Lust dazu hat. Damit also bereits erledigt.

Sicher nicht nur an Christliche Brüder und Schwestern, sondern auch an die Welt, die davon nichts weiß.

Wie gesagt, der Buchhandel machts möglich.

Und Jesus sagt nicht, dass wir andere aktiv bekämpfen sollen.

Nein, gar nicht. Überhaupt nicht. Da sieht man mal, wie wenig manche Leute das Ding kennen, das sie da blind nachplappern:

(Lk 19,27)  Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche, bringt her und erwürgt sie vor mir!

Jesus fordert uns nicht auf, Kanonenfutter der Mächtigen zu werden. Wir dienen im Idealfall nur unserem Herrn.

Ja ne oder?

<Mt 10,34-39 (Jesus sagt): Viele glauben, dass ich als Friedensbringer gekommen bin. Ich bringe aber nicht Frieden sondern das Schwert. Ich werde die Kinder gegen ihre Eltern aufwiegeln (und die Familien spalten), so dass die eigenen Hausgenossen zu Feinden werden. Wer seine Eltern oder seine Kinder mehr liebt als mich, kann nicht zu mir gehören. Wer nicht bereit ist, sein Kreuz auf sich zu nehmen und mir zu folgen, der ist meiner nicht wert.

Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben wegen mir verliert, der wird es finden.

Mensch, lies doch das Ding mal ganz durch, bevor Du etwas behauptest, was nicht so ist.

Kann ich nicht bestätigen. Das hat nichts mit Religion zu tun, als mit
der Zufriedenheit und Zeit im eigenen Leben ("Das Treppenhaus ist schon wieder nicht geputzt", "die Nachbarin oben hat schon wieder einen neuen Kerl")  .......

.... und der neue im Haus geht nicht in die Kirche! Kommt also genau hin.

Machst Du auch, wenn Du im ADAC bist oder Amazon Prime haben willst.

Ja, nur das suche ich mir selbst aus, und zwar ohne dass die mit jeweils Angst einreden, so ich das nicht tue, irgendwie in ein paar Jahren gebraten zu werden oder sowas irrsinniges in der Art.

Christen und Christliche Leiter sollen wohl von Luft und Liebe leben?

Nein, natürlich nicht, die könnte jedoch ruhig mal was normales arbeiten, statt ihre Brötchen damit zu verdienen, den Leuten unbelegte Sagen und Märchen aus 1001 Nacht unterzujubeln.

Obwohl, schauet die Lilien.....

https://www.youtube.com/watch?v=hh5hRY6Hx78

Nun warten wir erst einmal ab, wie der Regierungsstil sein wird.

Richtig. Nur kann man jetzt schon erahnen, was daraus werden kann, wenn Leute an die Macht kommen, die von ihren Märchen so dermaßen entrückt sind, dass man es getrost schon als pathologisch einstufen kann.

Das ist ihr gutes Recht.

Das mag ihr Recht sein, nur ob das besonders schlau sei, das steht auf einem anderen Blatt

Also ich halte fest, dass ich in den ganzen Ausführungen nicht ein vernünftiges Argument finden konnte.

Das kommt davon, weil Du es durch die Brille Deines Märchens und vom emotional verankerten Willen, diese Sichtweise bis zum Schluß durchzuziehen, siehst.

Würdest Du mal rein faktisch drüberschauen, würden Dir Deine eigenen offensichtlichen Fehler auffallen. Nur dazu muß man halt bereit sein denn wie heißt es so schön:

Wer in christlichen Fragen den Verstand befragt, bekommt unchristliche Antworten.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo danhof,

wenn Du es schaffst, das was Du da schreibst zu leben, Hut ab.

Nur: ich gehe inzwischen auf die 60 zu. Habe in meinem Leben genau drei Menschen kennengelernt, die das machten. Es gibt noch ein paar Kandidaten, die so leben, von denen ich aber nichts über ihre Einstellung zur Religion weiß.

Dagegen kenne ich viele, die in keinem Gottesdienst fehlen, sich aber genau so verhalten, wie feinerle beschreibt.

LG

Antwort
von Schoggi1, 15
Ja

Natürlich 

''Fundamentalistisch''

Das wird immer als etwas negatives angesehen. Aber heisst Fundamental nicht einfach nur dass man seinen glauben und seine Religion ernst nimmt? Dass man sie ''extrem'' auslebt? Ich finde das etwas gutes sofern die Religion gut ist. 

Ich bin Fundamentalist. Gebe es offen und ehrlich zu... Je fundamentaler ich als Christ bin desto besser. Je extremer ein Christ ist, desto sinnvoller. Unser Fundament ist Jesus Christus, seine Lehre, die Nächstenliebe, Freude, Frieden und Barmherzigkeit. Wenn wir als Christen diese Dinge bzw. Eigenschaften extrem ausleben, dann kann das doch nur gut sein.

Wenn jemand seinen Glauben getreu auslebt, egal ob er Christ, Muslim, Buddhist, Hindu oder anderer Richtungen, hat es Konsequenzen in seiner Nachfolge! Das kann sich negativ und positiv auswirken. 

Aber Fundamental seinem glauben gegenüber kann natürlich jeder sein. Wenn man Fundamnentalissmus schlecht ist, dann ist ganz einfach die Religion oder deren Lehre schlecht.

Kommentar von earnest ,

"Je extremer ein Christ ist, desto sinnvoller"?

AUWEIA. Das tut weh.

Kommentar von Schoggi1 ,

Tut mir leid wenn es dir weh tut.

Kommentar von earnest ,

Nun, die "extremen Christen" haben damals den "Hexen" und den "Heiden" schon sehr wehgetan ...

Kommentar von Schoggi1 ,

das wahren Religiöse Christen (katholiken) und nicht Nachfolger von Jesus. 

Ich unterscheide das Religiöse Christentum vom Jesu-glauben. 

Kommentar von earnest ,

Du entlarvst dich mit einem solchen Satz, demzufolge nur Katholiken wahre Christen seien.

Kommentar von Schoggi1 ,

Oh sorry ich meinte das ''waren'' religiöse Christen nicht ''wahre'' ;D 

Ach ja und ich will nicht pauschal sagen dass Katholiken keine richtigen Christen sind. Es gibt natürlich auch unter ihnen solche die das Evangelium verstehen. 

Antwort
von earnest, 32
Ja

JEDE Ideologie, - und selbstverständlich gehören Religionen dazu - die den Anspruch erhebt, die einzige "Wahrheit" offensiv zu verkünden, läuft nicht Gefahr, fundamentalistisch zu werden: Sie ist es schon.

Unterschiedlich ist nur der Grad an Fundamentalismus, abzulesen zum Beispiel am Ausmaß der Intoleranz Andersdenkenden gegenüber. Das kann reichen vom Ignorieren über die Missachtung bis hin zur Verfolgung. Und auch das Spektrum von Verfolgung ist breit: von massiver Diskrimierung zu akuter Gefahr für Leib und Leben.

Eine eiserne Grundregel scheint zu sein: je monotheistischer, desto stärker die Gefahr, in den Fundamentalismus abzugleiten.

Und umgekehrt: je bunter die Götterwelt, desto größer die Chance auf Toleranz.

Mit der letztgenannten Einschränkung muss ich, fürcht ich, für ein prinzipielles JA stimmen.

Gruß, earnest

Antwort
von joergbauer, 36
Möglich

Es steckt in allem die Tendenz, daß man über das Ziel hinaus geht - was das eigene Engagement, die Zielsetzung, die eigenen Möglichkeiten, die Beurteilung anderer und die eigene Wahrnehmung betrifft. Man kann in so ziemlich allem von rechts oder von links vom Pferd fallen. Aber dies stets gerecht und objektiv zu beurteilen, ist nicht immer einfach und gleich offensichtlich. Wer selbst in manchen Dingen eher liberal und weltoffen oder auch gleichgültig ist, wird eben mit anderen Maßstäben über den Einsatz und die Einstellung anderer denken, als einer, der selbst irgendwo stärker involviert ist und andere vielleicht sogar wegen ihrer Einstellung und Praxis bewundert.

Was den Glauben an Gott betrifft, so gibt es sicherlich auch hier Menschen, die mit ihrer Umsetzung manchmal für andere auch schwer zu begreifen sind. Aber das allein kann ja (wie gesagt) nicht der Maßstab sein es richtig und gerecht einzuschätzen. Wenn man offensichtlich anderen schadet, oder wie die politisch-radikalisierten Religiösen, anders Gesinnte meinen töten zu müssen, dann kann und muss man logischerweise von verkehrter Weltanschaung (Radikalisierung) sprechen. Das ist kriminell und böse.

Seinen Glauben friedlich aber konsequent zu vermitteln und darin zu leben, hat mit negativer Radikalität nichts zu tun. Ein Fundament zu haben ist nichts schlechtes und solche Menschen als Fanatiker und/oder "Fundamentalisten" zu beschimpfen, tut dem Wort Unrecht. Die (ganze) Bibel ist so ein Fundament und eine Grundlage. Was Jesus Christus betrifft, so sehen ihn manche vielleicht als einen solchen Fundamentalisten (negativ), aber ihm tut man damit garantiert massiv Unrecht, denn er starb für seine Überzeugung (Johannes 3,16). Und laut Bibel zur Vergebung unserer Sünden. Kann man das mehr oder weniger glauben?

Daher gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ER ist, was die Bibel sagt und bezeugt (Gottes Sohn, Messias und Erlöser, Gott als Mensch und das Alpha und Omega und der Weltenrichter) oder ER ist ein religiöser Spinner gewesen, den andere aus religiösen Gründen groß gemacht haben, und der nicht mehr lebt. Ich stehe für Ersteres! Auch ein Apostel Paulus wird nicht selten als Fanatiker beschimpft, aber auch ihm tut man Unrecht. Wenn es eine absolute Wahrheit gibt (Johannes 14,6) dann wird die natürlicherweise auch immer angegriffen und angezweifelt. Das liegt in der Natur der Dinge. Was einem nicht passt, kann man auch immer schnell mit dem Stempel "übertrieben", "fanatisch" und "funamentalistisch" versuchen in die unglaubwürdige Ecke zu schieben. Richtig ist das nicht immer.

Kommentar von earnest ,

Es gibt noch - mindestens - eine dritte Möglichkeit: ER (oder SIE) war nicht und ist nicht.

Würde das Erwägen dieser MÖGLICHKEIT deine Anwort verändern, joerg?

Und natürlich gibt es keine absolute Wahrheit, sondern nur gefühlte Wahrheiten, für einen Menschen passende "Wahrheiten".

Das wird dir jeder Psychologe bestätigen können.

Würde die Erkenntnis, dass es keine absolute Wahrheit gibt, einen Einfluss auf deine Antwort haben?

Ein letzter Punkt: Die Fanatiker werden in keine Ecke geschoben - sie sorgen selbst für ihre grenzwertige Position.

Kommentar von joergbauer ,

Zum Glauben braucht man weder einen Psychiater, Psychologen oder Humanisten. Man braucht Gott - in jeder Hinsicht. Wenn es IHN nicht gibt, ist sowieso alles nur Lug und Selbstbetrug! Woher willst du wissen, daß es keine absolute Wahrheit gibt? Das ist keine Erkenntnis von dir, sondern nur eine Vermutung und Behauptung, möglicherweise ein Wunschdenken. Wenn ich das Gegenteil behaupte, ist es sicherlich ebenso. Ich glaube an Gott und daß der geisterfüllte Glaube der Schlüssel zur Wahrheit ist - so wie es in der Bibel geschrieben steht! Ich erlebe es so und bin da gar nicht alleine.

Kommentar von earnest ,

Mit dem genauen Lesen hast du's wohl nicht so...

Ich habe nirgends behauptet, für den Glauben brauche man einen Psychiater. Dass man dafür Gott braucht, ist hingegen eine Binsenweisheit, die zu erwähnen fast schon peinlich ist, joerg.

Nein, ich weiß nicht, was DIE Wahrheit ist. Da hast du völlig Recht. Ich weiß aber, dass diejenigen, die von sich behaupteten und behaupten, DIE ABSOLUTE WAHRHEIT zu kennen, unendliches Leid über die Menscheit gebracht haben - und immer noch bringen.

Du verzeihst mir daher hoffentlich mein Misstrauen hinsichtlich einer für ALLE geltenden "absoluten Wahrheit".

Kommentar von joergbauer ,

Also, ich habe die absolute Wahrheit nicht - woher auch? Aber ich glaube an jemanden, der genau das von sich als Person behauptet, und der für mich auch absolut glaubwürdig ist, nämlich Jesus Christus (Johannes 14,6). Und der Heilige Geist in mir bestätigt das. Und ob mir das mit der absoluten Wahrheit  jeder Psychiater ausreden würde (wie du geschrieben hast), ist hier dann völlig uninteressant - darum ging es mir.

Du wirst lachen, es gibt auch Gläubige, bei denen spielt Gott weniger eine Rolle als gedacht, daher ist das keine peinliche Binsenweisheit, sondern der springende Punkt. Gott nur vom Hörensagen wahrzunehmen, oder ihm in seiner Macht und Größe tatsächlich zu begegnen, sind zwei Paar Schuhe. Das hat auch schon Hiob lernen müssen. Es geht nur um Gott - in allem.

https://www.youtube.com/watch?v=Cg8L3rOS8Lc

Kommentar von earnest ,

Es freut mich, dass du dich nicht im Besitz der absoluten Wahrheit fühlst.

Ein Gläubiger, bei dem Gott nur eine vergleichsweise geringe Rolle spielt (falls ich dich jetzt richtig verstanden habe), ist mir übrigens bisher noch nicht begegnet. Ich würde ihn dann wohl eher als einen Karteichristen bezeichnen.

So "ein bißchen an Gott glauben" finde ich eine schwierige Vorstellung.

Allerdings kenne ich einige Menschen, die von sich behaupten, sie seien schon Gott oder Allah begegnet. Auch solche, die behaupten, sie seien schon Satan begegnet ...

Kommentar von joergbauer ,

Ja, richtig, besitzen tue ich gar nichts, aber ich glaube an denjenigen, der die absolute Wahrheit besitzt und in Person ist. Ich mache Fehler,  bin wankelmütig, dreidimensional, begrenzt, unruhig, schwach und vieles mehr - Gott ist das alles nicht! Und der Glaube an Gottes Kraft und Souveränität (auch gerade in der Erlösung) macht mich stark und gibt mir Frieden!

Antwort
von latricolore, 8

Generell kann wohl alles Gefahr laufen, übergriffig zu werden und somit meine Freiheit im Denken und Handeln beschneiden zu wollen
So zumindest bezeichne ich fundamentalistisch.
Egal, ob es sich um eine Religion, eine Ideologie oder sonstige Anschauungen handelt.

Da es aber die Menschen sind, die die jeweiligen Schriften so auslegen, ist die Frage mMn falsch formuliert = ich stimme nicht ab.

Vom Buddhismus ist mir übrigens nichts in der Richtung bekannt.

Antwort
von Hamburger02, 50

Jeder Religion droht diese Gefahr, wenn sie einen Absolutheitsanspruch in dem Sinne erhebt, die einzig wahre Religion zu sein und als einzige die absolute Wahrheit zu kennen.

Antwort
von Aktzeptieren, 41

Wenn du Atheisten fragst dann sagen sie ja, wenn du Gläubige Fragst sagen sie nein und wie wollen diese Atheisten mehr über die Religionen Wissen ohne diese Religion "auszuleben". Die sehen irgendwas in den Medien gegen Religionen z.b. Islamistisches Attentat und schieben dann alles auf diese Religion, obwohl es nur einpaar Leute waren die 0% mit dem Islam zu tun haben.

Kommentar von earnest ,

Deine Antwort lenkt vom Thema ab.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Damit sagst du, dass man durch das "Ausleben" einer Religion etwas lernt.

Wenn ich dich richtig verstanden habe.

Kommentar von Aktzeptieren ,

Ja du Lernst :) Aber niemand zwingt dich dazu, jeder darf selber entscheiden was er macht. Earnest ich glaub nicht das es ablenkt. Wenn dir meine Antwort nicht dann bewerte sie schlecht und wenn sie dir gefällt dann gut :)

Kommentar von earnest ,

Ich vergebe grundsäzlich keine "Runterdaumen", Aktzeptieren, weil ich diese mehr oder weniger subtile Form des Mobbings nicht mag.

Kommentar von Aktzeptieren ,

ok find ich gut und was von meiner Antwort lenkt bitte ab? Ich schreibe nur meine Erfahrung.

Antwort
von Bibliothikar, 55
Ja

Jeder der sich in seinen Glauben reinsteigert ist ein Potenzieller Selbstmordattentäter.

Antwort
von josef050153, 5
Nein

Keine Religion läuft Gefahr, fundamentalistisch zu werden. Es sind immer die Menschen, welche so einen Weg einschlagen.

Antwort
von danhof, 13

Zunächst ist zu klären, was "fundamentalistisch" bedeutet.

Ich bin in einer Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde. Die Bibel und der Glaube an Jesus Christus ist unser Fundament. Wir sagen nicht "Wir sind alle gut und kommen in den Himmel, Hauptsache ein guter Mensch", sondern orientieren uns an der Bibel.

Wir drehen unser Fähnchen nicht nach dem Wind des Zeitgeistes, sondern stehen zu unseren Überzeugungen.

Wenn man DAS fundamentalistisch nennt, dann ja :-)

Kommentar von earnest ,

Ich unterstelle dir zunächst einmal, danhof, dass du genau weißt, dass der Fragesteller nicht DIESE Art von Fundamentalismus meinte.

Dessen ungeachtet bleibt festzustellen, dass gerade im Bereich der Freikirchen Tausende unterwegs sind, die dort genau DAS verkörpern, was der Fragesteller gemeint haben dürfte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus

Antwort
von fricktorel, 7

Sagen wir mal so: jede "Religion" (Eph.2,2) geht in die selbe Richtung:

 zu ihrem "Gott" (2.Kor.4,4; Offb.12,9).

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