Frage von HB007, 85

Lässt eine denglische Mischsprache in den Medien die Kinder von heute zur Halbsprachigkeit verkümmern?

Expertenantwort
von adabei, Community-Experte für Englisch, Sprache, deutsch, 47

Nein, die paar "denglischen" Ausdrücke haben keinen großen Einfluss. Viel schlimmer ist sicher die Tatsache, dass viele Kinder kaum mehr lesen, dass in den sozialen Medien wenig auf Grammatik und Rechtschreibung geachtet wird, etc.

Antwort
von HansH41, 34

Nein, glaube ich nicht, sofern die Eltern normales Deutsch sprechen. Und das ist eigentlich immer der Fall. Denglisch hört man nur von affektierten 'Wesen" in Wirtschaft, Politik u.a.

Antwort
von autmsen, 14

Es ist sicherlich richtig dass auch ich viel über sogenannten Medien gelernt habe. So habe ich als Kind eine begrenzte Zeit den Sitzungen des Deutschen Bundestages zugesehen. Danach wurde die Kiste ausgemacht und wir sprachen über diese Luftverschmutzungen. 

Deutsch habe ich zunächst mit der HörZu, dann mit dem stern und später mit dem Spiegel erlernt. - Gut. Da war noch der Brockhaus mit dabei. 

Ansonsten hieß es wohl damals Deutschlandradio wo manche interessante Sendung angehört wurde. 

Englisch habe ich manche Sprachkenntnis dank Bill Haley und Co. .

Nederländisch lernte ich an den Wochenenden. Verschiedene indogermanische Sprachen in den Ferien.

MICH haben noch meine Eltern erzogen. Wie es heute aussieht

lässt mir öfters mal die Haare zu Berge stehen. Deine Frage auch. Denn ich jedenfalls habe meinen Kindern erklärt wo die Wörter her kommen. So wie ich es von meinen Eltern gelernt habe. Hochdeutsch ist ja mit Germanisch auch nicht gerade arg verwandt.

Antwort
von Vanelle, 27

Ah ja "Halbsprachigkeit" ...

Sprache ist etwas lebendiges und ständigen Veränderungen unterworfen. Je mehr und häufiger man Kontakt mit anderen Kulturen hat, um so wahrscheinlicher werden Begriffe aus deren Sprache sich in unserer (?) wiederfinden.

Unabhängig vom Einfluss der Medien "erfinden" wir ständig (Kinder und Jugendliche besonders gern) neue Worte oder ändern deren Sinn. Viele davon finden nie Eingang in die Umgangssprache sondern bleiben auf einen "Benutzerkreis" beschränkt.

Wer in dem Zusammenhang von Verkümmerung spricht, verkennt, dass es hier eher um Kreativität geht. Gefallen muss einem das nicht, aber wer nicht "mitspielt" läuft Gefahr, sich früher oder später nicht mehr verständlich ausdrücken zu können, oder nicht mehr versteht ...

In dem Zusammenhang kann es ein durchaus spannendes Experiment sein, zu versuchen, sich auf seine Muttersprache zu beschränken. "Deutsch" z. B. ist ein wildes Sammelsurium aus Dialekten und Übernahmen aus einer Vielzahl von Sprachen (lateinisch, französisch, englisch, dänisch etc.)

Was dann schnell dazu führt, dass man z. B. Dinge nur noch umschreiben, aber nicht mehr benennen kann ...

Antwort
von Namrehreloesch, 8

Nein. Jede sog. lebende Sprache wandelt sich - und zwar auf nahezu allen Ebenen permanent, der Grammatik ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"), der Semantik und dem Lexikon und in ihren pragmatischen Funktionen. Eine Sprache kann man in gewisser Weise konservieren, wenn man eine Gruppe von z. B. deutschsprechenden aussiedelt in eine andere Kultur und Sprache (ein guttes Beispiel dafür bieten die sog. Wolga-Deutschen, deren Deutsch seltsam mittelalterlich anmutet). Ein Problem der Vereinfachungen einer Sprache, wie dies z. B. bei Pidginisierungen der Fall ist (und letztlich sog. Kreolsprachen), könnte aber letztlich sein, dass der Wegfall bestimmter sprachlicher Differenzierungen kompensiert werden muss, da sich Sprache und Denken in wechselseitiger Beeinflussung entwickeln.

Antwort
von eostre, 39

Wichtiger ist die Sprache der Eltern, von denen lernen die Kinder nämlich.

Antwort
von atzef, 14

Nein.

Das wäre lediglich eine These, die zum Fremdschämen animieren würde. Völlig an den Haaren herbeigezogener, deutschtümelnder, populärunwissenschaftlicher Unsinn. :-)

Antwort
von gerti77hotchick, 26

Nein. Das eigentliche Problem ist, dass kaum ein Kind mehr liest.

Expertenantwort
von AstridDerPu, Community-Experte für Englisch & Sprache, 16

Nein, das Problem liegt woanders, nämlich darin, dass Kinder und Jugendliche heute einerseits zu wenig lesen und andererseits zu viel in sozialen Medien unterwegs sind, in denen Grammatik und Rechtschreibung nichts gilt.

Antwort
von kordely, 11

Nein. Siehe Kreolsprachen. Naja, das würde nicht Deutsch.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreolsprachen

Antwort
von Frooopy, 42

Na wenn das mal das einzige wäre, was Kinder heutzutage zu mangelhaft gesellschaftlich kompatiblen Individuen macht.

Wir werden es sehen, in 10 Jahren oder so...

Antwort
von kuni11, 5

Und das nicht nur die Kinder!

Antwort
von Diodeicieli, 11

Nein.

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