Frage von newbiker922, 106

Lärmbelästigung in sanierter Wohnung, wie vorgehen?

Ich bin nach längerer erfolgloser Wohnungssuche am 01.02.2016 in eine 1 Zimmer Wohnung gezogen. Es handelt sich dabei um eine 1 Zimmerwohnung in einem Mehrfamilienhaus aus den 1960er Jahren. Die von mir bezogene Wohnung wurde vor meinem Einzug komplett neu Saniert (neues Bad, neuer Boden, neue Elektroleitungen). Es handelt sich bei der Liegenschaft um eine Seniorenwohnanlage, jedoch werden die Wohnungen auch an Studenten (so wie mich) vermietet.

Seit der ersten Nacht in der Wohnung werde ich permanent durch laute Fernsehgeräusche belästigt. Diese Geräusche kommen aus der Wohnung unter mir, die von einem älteren Herrn bewohnt wird. Er schaut von ca. 20 Uhr an Fernseher, meistens bis ca. 01:00 Uhr - 03:00 Uhr Nachts. Das Fersehgeräusch ist laut und deutlich in meiner Wohnung zu hören und unheimlich nervig. Als wäre das nicht genug, geht der Nachbar dann zwischen 01:00 - 03:00 Uhr ins Bad duschen. Dabei entsteht ein extrem lautes Wasserrauschen, welches aus meiner Wand kommt und so laut ist, dass ich davon immer geweckt werde. Es ist kurioserweise lauter, als wenn ich den Wasserhahn oder die Dusche in meiner eigenen Wohnung betätige.

Die Wohnung scheint extrem schlecht gegen Schall isoliert worden zu sein, bzw, ich vermute dass im Zuge der Sanierung die Wände geöffnet und nicht fachgerecht wieder geschlossen wurden. Man hört wirklich alles aus der Wohnung unter mir. Der Mieter hustet die halbe Nacht lang, da er scheinbar Lungenprobleme hat, was ebenfalls extrem störend ist. Auch höre ich seine Klingel bei mir in der Wohnung so als würde meine eigene klingeln.

Ich bin normal nicht sonderlich empfindlich, aber in dieser Wohnung ist es einfach nicht möglich abends zur Ruhe zu kommen und mal abzuschalten, da man permanent , jeden Abend und bis spät in die Nacht hinein durchgehend beschallt wird.

Ich habe der Wohnungsbaugesellschaft bereits mein Problem geschildert, worauf hin diese den Mieter unter mir bitten wollte den Fernseher leiser zu stellen. Bisher ist dies nicht geschehen und selbst wenn er der Fernseher leiser stellen würde, wäre da immer noch das extrem laute Wassergeräusch aus meiner Wand und das durchgehende Husten.

Gibt es ein Gesetz, dass den Vermieter verpflichtet, ein Mindestmaß an Schallschutz zu gewährleisten? Es kann doch nicht sein, dass man in seiner eigenen Wohnung permanent störendem Lärm ausgesetzt ist. Wie gesagt, ich vermute dass hier bei der Sanierung gepfuscht wurde, speziell da sich keiner der anderen Nachbarn gestört zu fühlen scheint. Ich wohne übrigens im 3. OG , welches auch zugleich das oberste Stockwerk darstellt.

Als ich die Wohnung bezogen habe, wurde ich noch explizit darauf hingewiesen, dass ich mich leise verhalten solle und nicht zu spät Duschen dürfe, da ich Rücksicht auf die überwiegend älteren Bewohner nehmen müsse.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 17

Bei einer solchen Sanierung der Bausubstanz ist der Vermieter verpflichtet, nach dem aktuellen Stand der Technik zu handeln. Dazu gehört auch eine den aktuellen Bestimmungen angepasste Schalldämmung. Wenn das so nicht gemacht wurde, hast du Anspruch auf Mietminderung. Anders sähe es aus, wenn du in eine unsanierte Wohnung zögest. Dort gälte der Standard zur Zeit der Errichtung der Immobilie (dem damaigen Stand der Tecnik entsprechend).

Du musst also nicht dein Wohnverhalten ändern sondern der Vermieter "nachbessern".

Antwort
von faiblesse, 46

Also ich würde mal sagen, gegen den lauten Fernseher kann man ab 22 Uhr was machen. Der Herr ist vermutlich etwas schwerhörig.
Duschen darf der Herr allerdings auch nachts.. Nur sollte man da auf die Nachbarn Rücksicht nehmen und schnell duschen.
Gegen das husten kannst du wohl auch nichts machen..

Hast du mit deinem Nachbarn nicht mal selbst gesprochen? Gleich den Vermieter einzuschalten, fördert ja auch nicht gerade das Miteinander..

Ich empfehle Ohrstöpsel für die Nacht. Sicherlich eine gute Investition.

Dem alten Herrn kann man ja evtl Kopfhörer schenken, dann ist der Fernseher leiser ;)

Kommentar von newbiker922 ,

Als ich versucht habe, den Nachbarn darauf anzusprechen hat er sofort abgeblockt. Der Herr scheint seine festen Rituale zu haben. Bis spät Nachts fern sehen, dann ins Bad gehen und Schlafen. Das immer zwischen 01:00 und 03:00 Uhr. Ich vermute er hat nicht vor diese Rituale zu ändern. 

bis vor meiner Beschwerde hat er zusätzlich zu noch im Bad ein sehr lautes Klopfen verursacht, was sogar mein direkt neben mir wohnender Nachbar hören konnte und aus Wut an MEINE Wand klopfe, da er davon ausging es käme von mir. Dieses Klopfen tritt zum Glück nur noch selten auf.... 

Er braucht tatsächlich nicht lange im Bad, jedoch reicht der kurze Moment des Wasserrauschens (ca. 5 Minuten) aus um mich aus dem Schlaf zu wecken....Klar kann er da nichts für aber da muss ein Fehler in der technischen Ausführung vorliegen...Weder meine Wasserleitungen, noch die meines direkt neben mir wohnenden Nachbarn ist ansatzweise so laut.

Ich vermute auch, dass ich der einzige bin, der den Fernseher des älteren Herrn so laut hört, andernfalls hätten sich definitiv andere Mieter ebenfalls beschwert.

Antwort
von Idalaura, 44

du kannst den Vermieter nicht zwingen die Wohnung zu isolieren, aber du kannst deine Miete kürzen, da es ein Mietmangel darstellt

google mal Mietminderung

Kommentar von newbiker922 ,

Das Mit der Mietminderung habe ich auch schon in Erfahrung gebracht, jedoch hilft mir das herzlich wenig, da mir die paar gesparten Euros auch nicht die notwendige Nachtruhe bringen, die ich benötige um erfolgreich und gesund mein Studium zu beenden.

Wie wäre es denn, wenn tatsächlich eine unsachgemäß durchgeführte Sanierungsmaßnahme schuld an der Lärmdurchlässigkeit der Wände oder des Bodens sind? Müsste dann die ausführende Firma nicht nachbessern?

Kommentar von Idalaura ,

ich meinte, dass der Vermieter sich vielleicht eher kümmert, wenn es an seine Einnahmen geht, nur er kann prüfen, ob bei der Sanierung gepfuscht wurde

sorry, ist alles ein langer Weg, und es scheint keine einfache Lösung zu geben

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