Frage von RedDragon2103, 66

Längeres Praktikum bei der Bundeswehr?

Hallo, ich würde nächstes Jahr nach meinem Realschulabschluss gerne ein längeres Praktikum bei der Bundeswehr machen (sofern dies möglich ist). Ich weiss das die Möglichkeit besteht sich mit 18 für 12 Monate freiwillig zu melden, jedoch werde ich im August nächten Jahres erst 17 und damit fällt diese Möglichkeit weg. Vielleicht hat jemand damit Erfahrung und/oder kann mir helfen. Gruß

Expertenantwort
von navynavy, Community-Experte für Bundeswehr, 60

Du kannst entweder mit 17 (und Einverständnis der Eltern) als Soldat auf Zeit (SaZ) zur Bundeswehr gehen, dabei musst Du Dich aber mindestens 4 Jahre (Mannschaftslaufbahn) verpflichten.

ODER

Du gehst mit 18 Jahren als Freiwillig Wehrdienstleistender (FWDL) zur Bundeswehr, hier kannst Du Dich für eine Dienstzeit zwischen mind. 6 Monaten und max. 23 Monaten entscheiden.

Ab 12 Monaten Verpflichtungszeit musst Du Dich für Auslandseinsätze bereit erklären - egal ob als SaZ oder FWDL.

Kommentar von RedDragon2103 ,

Wie ist das dann mit den Teilstreitkräften? Kann man sich das aussuchen oder wird man einfach dort eingeordnet? Gruß

Kommentar von navynavy ,

Teilstreitkräfte kannst Du Dir bei der Einplanung aussuchen und das wird auch zu 99% funktionieren. Etwas weniger sicher ist die Garantie der gewünschten Verwendung - es gibt sehr beliebte Stellen bei FWDL, die dann auch entsprechend zum Wunschtermin besetzt sein können (ich weiß es z.B. von den FWD-Stellen in den Gebirgsjägerbataillonen, die gehen weg wie warme Semmeln). In einem Logistikbataillon wird das vermutlich mit größerer Wahrscheinlichkeit klappen (ohne den Kameraden zu nahe treten zu wollen :-) ).

Kommentar von RedDragon2103 ,

OK gut zu wissen danke. Gruß

Antwort
von Apfelkind1986, 66

Du kannst mit 17 zur Bundeswehr.

Mindestverpflichtungszeit ist 6 Monate.

Kommentar von RedDragon2103 ,

Danke für die antwort kannst du mir auch sagen wie das geht? Bisher hab ich immer nur mindestalter 18 gelesen und dann aber mindestens 12 Monate.

Kommentar von navynavy ,

Du kannst mit 17 zur Bundeswehr.

Wenn ich den Fragesteller richtig verstanden habe, geht es ihm aber um den Freiwilligen Wehrdienst - und der wiederum ist tatsächlich erst ab 18 möglich.

Kommentar von RedDragon2103 ,

Na ja ob freiwilliger Wehrdienst oder nicht ist mir egal ich möchte mir das einfach mal anschauen über die Zeit eines schülerpraktikums hinaus weil ich mir noch nicht sicher bin ob ich zur Landespolizei oder doch zur Bundeswehr möchte und je nach Entscheidung die Fachhochschule mache oder nicht. Gruß

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Ist das so?

Das würde mich sehr wundern, weil es keinen Sinn ergibt. Aber das würde ja wieder dafür sprechen, dass die Bundeswehr es so macht.

Kommentar von navynavy ,

Ja, das ist tatsächlich so.

Der Sinn ist gar nicht so unlogisch - der FWD "ersetzt" rein rechtlich die ausgesetzte Wehrpflicht. Da diese auch erst ab 18 galt, kann auch der FWD erst ab 18 gelten. Die freiwillige Meldung ab 17 mit Einverständnis der Eltern war bzw. ist hingegen sowohl vor 2011 als auch heute für SaZ möglich.

Kommentar von RedDragon2103 ,

Moment mal ich habe dazu einen Text gefunden von der Bundeswehr: 

Nachdem 2011 die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, können junge Männer und Frauen jetzt bis zu 23 Monaten freiwilligen Dienst in den Streitkräften leisten, wenn sie das 17. Lebensjahr vollendet haben und nicht mehr schulpflichtig sind. Als „Freiwillig Wehrdienstleistender“ – kurz „FWDL“ - erhältst du eine fundierte militärische Ausbildung. Nach der dreimonatigen Grundausbildung folgt meist die einsatzvorbereitende Ausbildung für Konfliktverhütung und Krisenbewältigung. Denn grundsätzlich können auch „FWDL’er“ an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilnehmen.

Also so wie ich das verstehe kann man mit 17 Jahren als FWDL zur Bundeswehr und das zwischen 6 und 23 Monaten oder bin ich da falsch? Gruß

https://treff.bundeswehr.de/portal/a/treff/!ut/p/c4/DcexDYAwDATAWVgg7unYAugc8kYWloNMIOsTXXW00-D86clNq7PRStuhc-6pBURSgTrGCuKpVrjBM-KVJAHtaqYnohe6r2X6AaLNg78!/

Kommentar von navynavy ,

Danke für den Link - interessant, dass sich die Bundeswehr hier selbst widerspricht :-)

In sämtlichen Flyern und Infotexten, die ich zum Thema FWD kenne, ist von 18 Jahren Eintrittsmöglichkeit die Rede. Das Ganze wird oft etwas abgeschwächt durch den Zusatz "...Sie sind 18 Jahre alt (oder werden es bald)". Es ist nämlich rechtlich m.W. möglich, mit 17 Jahren zu Beginn des Monats den Wehrdienst anzutreten, in dem man 18 wird.

Auf dieser Seite

http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK9pPKUVL3ikqLUzJLsosTUtJJUvfLUjKKCtJzM5IwS_YJsR0UApA3igw!!/

gibt es rechts oben ein PDF zum Download, da ist eindeutig von 18 Jahren die Rede.

Der oben erwähnte Zusammenhang zwischen Wehrpflicht und FWD ist nämlich folgender: Im Art. 12a GG ("Wehrpflichtartikel") heißt es eindeutig, dass männliche Deutsche ab 18 Jahren (!) zum Wehrdienst herangezogen werden können. Das darauf Bezug nehmende Wehrpflichtgesetz wurde im Juli 2011 aufgehoben, die - höherstehende - Verfassungsnorm des Wehrdienstalters von 18 blieb aber bestehen. Heißt: Eine Einberufung zum FWD (der ja rein rechtlich nichts anderes ist als die momentan gültige Auslegung des 12a GG) unter 18 wäre verfassungswidrig.

Kommentar von navynavy ,

PS: Du solltest aber diesbezüglich auf jeden Fall einen Karriereberater kontaktieren. Es ist durchaus möglich, dass man mittlerweile - jenseits der "Im-Monat-in-dem-man-18-wird-Regel" - irgendein rechtliches Schlupfloch für FWD mit 17 gefunden hat. Mir wurde es von kompetenter Seite, jedoch schon vor einigen Jahren, so erklärt.

Übrigens als nette Info am Rande: Die Tatsache, dass man in D bereits mit 17 Soldat werden kann, wird der Bundesrepublik regelmäßig von der UNO als "Einziehung von Kindersoldaten" vorgeworfen. 

Kommentar von RedDragon2103 ,

OK dann werde ich mal den Karriereberater kontaktieren mal sehen was der sagt. Hast mir jedenfalls schon mal geholfen. Gruß

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