Frage von Remo9999, 65

Länger krank, verfällt Urlaub?

Mein Kollege ist schon 1,5 Jahre krank geschrieben. Der Arbeitgeber kündigt ihm nicht, vermutlich weil er sonst eine Abfindung zahlen muss. Nun hat mein Kollege schon 10 Wochen Urlaub stehen, und der verfällt Anfang 2017.

Kann er den Urlaub nicht einfach nehmen oder ihn auszahlen lassen? Wenn er ihn nimmt muss er sich ja wieder gesund schreiben lassen, und das gibt Probleme oder?

Was macht man in so einem Fall am besten?

Danke!

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Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 27

Bei Langzeitkrankheit verfällt der Urlaub 15 Monate nach dem Jahr des Urlaubsanspruchs.

Urlaub von 2015 ist nach dem 31. März 2017 verfallen, der Urlaub aus 2016 besteht bis 31. März 2018. Wie Du selbst schreibst, Urlaub kann nicht genommen werden wenn der AN arbeitsunfähig geschrieben ist.

 Das Bundesurlaubsgesetz sagt dass Urlaub der wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann, auszuzahlen ist, von "zwischendrin" ist nicht die Rede. 

Was macht man in so einem Fall am besten?

Was für eine Frage. Bis März 2017  ist noch eine Weile hin, vielleicht wird Dein Kollege bis dort wieder arbeitsfähig und kann dann zuerst mal den Urlaub aus 2015 nehmen. Wenn er weder kündigt noch gekündigt wird und länger als 31. März 2017 arbeitsunfähig ist, ist der Urlaub aus 2015 weg.

Antwort
von Interesierter, 20

Zunächst mal ist dein Kollege im Krankengeldbezug. Während dieser Zeit laufen weiter Urlaubsansprüche auf. Der Urlaubsanspruch aus 2015 würde demnach mit Ablauf des 31.03.2017 verfallen. Der Urlaubsanspruch aus 2016 entsprechend ein Jahr später.

Wenn er krank geschrieben und damit arbeitsunfähig ist kann er keinen Urlaub nehmen, denn er ist eh zuhause.

Im Übrigen ist man entweder krank oder man ist gesund. "Sich gesund schreiben lassen..." hört sich irgendwie so an, als könnte man zwischen diesen beiden Optionen wählen.

Solange dein Kollege krank geschrieben ist, hat der Arbeitgeber kein Problem, denn die Krankenkasse zahlt. Er selbst muss keinen Lohn zahlen.

Grundsätzlich gibt es keinen Rechtsanspruch auf eine Abfindung.

Irgendwann wird die Krankenkasse nicht mehr mitspielen und versuchen, deinen Kollegen an die Rentenkasse weiterzureichen.

Nun wissen wir leider nicht, um was für eine Erkrankung es sich handelt, ob Aussicht auf Besserung besteht und ob der Kollege irgendwann wieder arbeiten können wird. Das alles wird im Endeffekt aber eine große Rolle spielen und dürfte weit wichtiger sein, als ein paar Tage Urlaub.

Antwort
von AnglerAut, 31

Dein Kollege kann den ihm zustehenden Urlaub für 15 Monate ansammeln, alles darüber hinaus verfällt in seiner Situation. Einen Anspruch auf Auszahlung hat er nicht und der Arbeitgeber wird einen Teufel tun und dies freiwillig machen.

Sprich, wenn dein Kollege wieder gesund ist, hat er diesen angesammelten Urlaub und darf ihn nehmen, vorher kann er daraus keine Vorteile ziehen.

Antwort
von Xirain, 35

Wenn eine Krankheit nicht lückenlos dokumentiert wird, verfällt der Anspruch auf Krankengeld.
Das fängt schon an, wenn man nur bis Freitag krank geschrieben ist und sich erst am Montag ab Montag krank schreiben lässt.
Für diese Zeit bekommt man dann kein Krankengeld.

Auch könnte die Krankenversicherung ihm gänzlich das Krankengeld streichen, wenn er undurchsichtig dokumentiert.

Da er eh zu Hause ist, würde ich den Urlaub verfallen lassen.

Antwort
von KleinerEngel18, 32

Man kann seinen Urlaub verfallen lassen und ihn sozusagen dem AG schenken, das werden allerdings die wenigsten Leute machen.

Man kann sich aber auch den Urlaub ausbezahlen lassen, was in dem Fall das sinnvollste wäre. Da er krank geschrieben ist, kann er seinen Urlaub nicht in Anspruch nehmen und kann auch mit einem Freizeitausgleich nichts anfangen.

Das muss aber der Kollege von dir selbst mit dem AG klären.

Kommentar von Familiengerd ,

Man kann sich aber auch den Urlaub ausbezahlen lassen, was in dem Fall das sinnvollste wäre.

Nein, das ist nicht erlaubt!

Urlaub darf nur dann ausgezahlt werden, wenn er in Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr genommen werden kann (Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 Abs. 4).

Kommentar von KleinerEngel18 ,

Natürlich ist das erlaubt! Wenn der Urlaub verfällt, weil man ihn nicht nehmen kann, dann kann man ihn sich ausbezahlen lassen.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist schlicht und einfach falsch!!

Lies doch einfach im Gesetz nach. Der von mir genannte Paragraph des BUrlG beschreibt die einzige Möglichkeit, wann Urlaub ausgezahlt werden darf: wenn er wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr genommen werden kann.

Zwar können Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich auf Auszahlung von Urlaub einigen - wann auch immer, und wo kein Kläger, da kein Richter -, der Arbeitgeber geht aber das Risiko ein, dass der Arbeitnehmer Urlaub, der ihm noch zusteht, trotzdem verlangen kann, weil durch die Urlaubsauszahlung der Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers nicht erfüllt worden ist!

Antwort
von SiViHa72, 24

Urlaub nehmen während krank geht nicht.


Guck mal hier, was da auffällt ist,d ass mehrfach auch von auszahlen geredet wird.

http://www.hensche.de/Urlaub\_Dauerkrankheit\_Urlaub\_bei\_Dauerkrankheit\_verfa...

Also wohl eine Möglichkeit?

Da würde ich mich aber fachmännisch beraten lassen.


Kündigen brauchtd er Ag ind em Sinne eh nicht.. die 6 Wochen, wo er Lohnfortzahlung zu leisten hat, sind ja längst rum. Und er besetzt einfachn eine Parallelstelle.


Antwort
von kenibora, 28

1,5 Jahre krank...!!! Er bekommt doch Krankengeld....Urlaubsanspruch hat er dafür keinen!

Kommentar von Familiengerd ,

Urlaubsanspruch hat er dafür keinen!

Das ist falsch!

Urlaubsanspruch entsteht auch während einer Erkrankung!

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