Frage von Alex73, 107

Länger als 4 Wochen krankgeschrieben und dann Urlaubstage weg?

Hallo an Alle, ich habe mir den Fuß gebrochen und werde einige Wochen im Betrieb ausfallen. In meinem Vertrag steht dass ab 4 Wochen Krankheit, in den folgenden Wochen je 2 Tage vom Jahresurlaub gestrichen werden. Ist das eigentlich rechtlich in Ordnung ? Ich habe nicht gedacht einmal in eine solche Situation zu kommen deshalb habe ich die Klausel akzeptiert. Danke für Eure Antworten....

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 49

Das ist absoluter Schwachsinn und die Klausel ist wirkungslos.

Der AG muss Dir sechs Wochen Entgeltfortzahlung leisten, dann bezahlt die Krankenkasse.

Dir wegen der Erkrankung Urlaub abziehen wollen geht überhaupt nicht. Das Entgeltfortzahlungsgesetz hat rein gar nichts mit dem Bundesurlaubsgesetz zu tun. Letzteres besagt dass Urlaub zur Erholung da ist. Eine Verrechnung mit Krankheit ist nicht zulässig.

Wenn der AG Krankheit schon "bestrafen" will, so hat er die Möglichkeit nach § 4a Entgeltfortzahlungsgesetz. Das besagt dass der AG für Zeiten der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit Sondervergütungen wie z.B. Weihnachtsgeld kürzen kann. Da darf er aber maximal nur ein Viertel des Tagesverdienstes pro Krankheitstag abziehen. Außerdem muss das so im Arbeitsvertrag, anwendbaren Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt sein.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 36

Urlaub und Krankheit sind zwei Paar Schuhe.

Der Arbeitgeber kann natürlich nicht wegen einer längeren Krankheit den Urlaub nach Gutdünken kürzen.Zumindest gilt das für den gesetzlichen Mindesturlaub.

Im Gegenteil, wenn wegen längerer Erkrankung der Arbeitnehmer den ihm zustehenden Urlaub im laufenden Kalenderjahr nicht nehmen kann, so verfällt er nicht und bleibt bestehen bis zu 15 Monate nach Ende des entsprechenden Kalenderjahres.

Antwort
von Gerneso, 46

In Deutschland ist das meines Wissens nicht möglich, dass der Arbeitgeber dies so handhabt.

Zumal er ja auch nur 6 Wochen Lohnfortzahlung leisten muss. Danach bezahlt ja alles die Krankenkasse.

Antwort
von hauseltr, 57

Bei einer langfristigen Erkrankung eines Mitarbeiters konnte der
Arbeitgeber bisher in Ruhe die Genesung abwarten, weil er außerhalb der
Entgeltfortzahlung kaum Kosten zu erwarten hatte. Aber nach einem Urteil
des Europäischen Gerichtshofs, das Aufsehen erregte, verfällt der
Urlaub auch bei dauerhafter Erkrankung nicht.

http://www.foerderland.de/managen/recht/news/artikel/bei-langer-krankheit-zwingt...

Antwort
von beangato, 45

Das hab ich ja noch nie gehört. Denk auch nicht, dass das zulässig ist.

Du solltest Dich mal an einen Anwalt wenden, wenn Du in keiner Gewerkschaft bist.

Antwort
von myzyny03, 40

Das Problem ist, dass du es unterschrieben hast.

Das ist aber eine wirklich fiese Klausel, und ich gehe davon aus, dass sie nicht dem Gesetz entspricht. (§ 9 Bundesurlaubsgesetz.)

Kommentar von Stadthalle ,

Das Problem ist, dass du es unterschrieben hast.

Warum sollte das ein Problem sein ?

Rechtlich unwirksam.

Aber es könnte ein persönliches Problem werden.

Antwort
von Stadthalle, 30

Diese Klausel ist unwirksam.

Wie du jetzt damit umgehst ,ist deine Sache.

Viel Glück.

Gruß S... .

Antwort
von Wohlfuehlerin, 50

klingt in der tat ungewöhnlich, aber ich bin kein arbeitsrechtler...

Antwort
von DrStrosmajer, 24

Das ist ungesetzlich, siehe Bundesurlaubsgesetz.

Antwort
von Pucky99, 38

Nein ist es nicht.

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