Frage von michaelk1994, 89

Ladungsbescheid wegen angetrunken Radfahren, was tun?

Hallo!

War Mitte Dezember bei der Party und bin dort mit dem Rad hingefahren, wollte anfangs nichts trinken, jedoch wurden es dann ein paar Bier! Bin dann frühzeitig von der Party gegangen weil ich am nächsten Tag noch was für die Uni machen wollte. Aufjedenfall wollte ich mein Rad bei der Party nicht stehen lassen und bin dann damit heimgefahren! Wie es der Zufall will, hat mich dann die Polizei aufgehalten und blasen lassen, der Alkomat brachte dann ein Ergebnis von 1,21 Promille!

Hab diese Woche einen Ladungsbescheid zu einer mündlichen Verhandlung bekommen! Jetzt wollt ich fragen, ob irgendwer schon mal in einer ähnlichen Situation war bzw. ob sich wer mit dem Sachverhalt auskennt!

Vielen Dank für die Hilfe!

Antwort
von Dommie1306, 19

Hallo,

also ich bin gerade etwas verwirrt. Die Trunkenheit im Straßenverkehr zählt auch für einen Fahrradfahrer.. aber 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen (aber da musst du schon WIRKLICH heftige Schlangenlinien gefahren sein, ansonsten wird das von uns in der Regel nicht angezeigt), oder ab 1,6 Promille.

Du sagst, dass in dem Handalkomaten 1,21 Promille rausgekommen sind. Bist du dir da sicher? Diese Handalkomaten zeigen den Alkoholwert normalerweise in mg/l an. Um hier auf einen Promillewert zu kommen, musst du das Ergebnis mal 2 nehmen. Aber dann hättest du 2,5 Promille gehabt und das ist mit ein paar Bier ja wohl kaum zu erklären :-/

 Des Weiteren: Der Handalkomat ist nicht gerichtsverwertbar. Hierfür braucht es einen Test bei einem sogenannten "Draeger Atemalkoholtest". Dieser ist bis 1,6 Promille geeicht. Das sollten die Kollegen auch wissen, daher versteh ich nicht, wieso sie dich - wenn sie eine Anzeige beabsichtigen - nicht zur Blutentnahme oder zu besagtem gerichtsverwertbaren Atemalkoholtest mitgenommen haben.

Wenn dir natürlich die "relative Fahruntüchtigkeit" unterstellt wird, also eine Alkoholisierung un Kombination mit Ausfallerscheinungen, ist der genaue Promillewert unerheblich. In diesem Fall bekommst du eine Anzeige nach

§ 316 StGB
Trunkenheit im Verkehr

(1) Wer im Verkehr (§§ 315 bis 315d) ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 315a oder § 315c mit Strafe bedroht ist.

Sollte dies vor Gericht enden ist der Regelsatz 60 Tagessätze und 9 Monate Führerscheinentzug+Sperre.

Was für einen Ladungsbescheid hast du bekommen? Zum Gericht oder zur Polizei? Bei der Polizei könntest du Angaben zu Sache machen, wenn sie dich als Beschuldigter führen. Da würd ich zumindest mal hingehen und mir den Schuldvorwurf anhören, du musst dich anschließend ja nicht zur Sache äußern, aber dann weißt du zumindest mal, woran du bist.

Insgesamt kann ich mir aber eine Anzeige nicht wirklich vorstellen. Ich denke eher, dass das Ganze der Fahrerlaubnisbehörde gemeldet wird und du ein paar Stunden "Verkehrserziehung" genießen darfst... das wäre keine große Tragik.

Vielleicht kannst nochmal genauer sagen, von wem die Vorladung kam?

Alles Gute!

Antwort
von Drizzt1977, 20

Puh, irgendwas ist an der Geschichte komisch. Entweder du hattest über den 1.6 Promille für Radfahrer, dann hätte man dich stechen müssen. Hast du nur die 1.21 Promille und du hattest Ausfallerscheinungen, hätte man dich stechen müssen. Ordnungswidrig mit Alkohol und Fahrrad, sodass man nur pusten muss, ist mir nicht bekannt. Was wird dir laut Bescheid vorgeworfen bzw. in welchem Bundesland war das?

Antwort
von Thraalu, 37

Also du hast die möglichkeit dorthin zu gehen.

Du sagst, dass du nur ein Bier getrunken hast und das wohl ein Messfehler sei.
Die Atemmessgeräte sind nie ganz genau. Abweichungen und auch Fehler sind möglich.
Daher hätten die Beamten einen Bluttest machen müssen.

Als Radfahrer hast du dich an die StVo zu halten und darfst ebenso nicht alkoholisiert fahren.
Deshalb kann dein Führerschein entnommen, ein MPU angeordnet, ein Aufbauseminar angeordnet oder sogar für den Fall dass du keinen Führerschein hast, dieser vorbelastet werden.

Also ich würde mich da einfach rausreden und sagen, dass du wirklich nur ein Bier hattest und mehr nicht.
(Es sei denn du hast bei den Beamten vor ort andere Angaben gemacht.  Sollten die Beamten zu zweit zugehört haben, stehen deine chancen sehr sehr schlecht.

Solltest du natürlich die wahrheit sagen, kannst du dorthin und alles erzählen.
Rechnen musst du dann mit einer strafanzeige, einem Bußgeldbescheid und ein paar Punkten in flensburg.

Zu der Ladung an sich musst du nicht erscheinen, da eine Ladung bei der Polizei nicht verpflichtend ist.

Antwort
von DevilsRejects, 18

Rechtlich gibt es da eine Promillegrenze bei Fahrradfahrern. Diese liegt zur Zeit bei 1,6 Promille. Doch wie unser tolles Rechtssystem so ist, kann es bereist bei einer deutlich geringeren menge Alkohol am Fahrradlenkrad zu Konsequenzen kommen, und zwar bereits ab 0,3 Promille. Liegt Ihr Promillewert also über 0,3 Promille und unter 1,6 Promille hängt die Konsequenz von Ihrem Verhalten zum Zeitpunkt der Kontrolle ab. Weisen Sie somit ein auffälliges Fahrverhalten auf Ihrem Fahrrad auf, so ist die Polizei sehr wohl dazu berechtigt, Sie anzuhalten, einen Alkoholtest durchführen zu lassen. Bei einem Wert zwischen 0,3 und 1,6 Promille spricht man dabei von einer relativen Fahruntauglichkeit.

Sofern Sie keinen Unfall begangen haben, könnte ich mir somit nur aus dem Grund der womöglich auffallenden Fahrweise eine solche Ladung her reimen.

Antwort
von ToxicWaste, 28

Kam die Ladung von der Polizei oder vom Gericht? Ich würde zur Polizei auf keinen Fall hingehen, denn dazu bist du nicht verpflichtet. Und glaube mir, du redest dich noch tiefer rein.

Ist eine Blutprobe genommen worden oder musstest du nur pusten?


Kommentar von michaelk1994 ,

Die Ladung ist von der Polizei gekommen! Und nein, Bluttest wurde nicht durchgeführt sondern musste 'nur' in den Alkomat blasen 

Kommentar von ToxicWaste ,

Dann auf keinen Fall hingehen.

Genaueres können dir die Experten im Verkehrsportal sagen.

Melde dich dort mal an und stelle deine Frage nochmanls.

http://verkehrsportal.de/

Antwort
von Gerberecht, 38

Was genau steht den drin? Unten genannte Gefährdung des Straßenverkehrs?

Wohin wirst du geladen? Jugendgericht?

Eine Freundin von mir hatte das Problem mal. Sie war da unter 21 und es kam nicht mehr bei raus als so eine Art Kurs zu... Sicherheit im Straßenverkehr. Zu dem Zeitpunkt hatte sie noch keinen Führerschein. Hat man einen, wirkt es sich auch dort aus.

Da die Beweislage recht eindeutig zu sein scheint, dürfte die beste Vorgehensweise die Erläuterung der Geschichte sein + allgemeine Problemerkenntnis und betonen, dass so was sehr unvernünftig ist und du es nicht mehr machst.

Alkomaten haben den Nachteil, nicht wirklich korrekte Ergebnisse zu liefern. Daher rät man eigentlich, auf eine Blutprobe zu bestehen.

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