Frage von oOkeks, 2.688

L-Thyroxin überdosiert und trotzdem Symptome einer Unterfunktion?

Hallo, ich (w23) nehme schon seit ca. 15 Jahren L-Thyroxin. Bis letztes Jahr War ich immer gut Eingestellt, bzw die Dosierung hat sich gut anpassen lassen ohne Probleme. War allerdings bis vor einem Jahr auf L-Thyroxin 200 eingestellt, was ja schon sehr hoch ist. Jetzt innerhalb von einem Jahr bin ich nun mittlerweile auf L-Thyroxin 125 (seit gestern).. ich hab letztes Jahr innerhalb von 3 Monaten 4 Kilo zugenommen aber nach dem Bluttest War klar, dass ich nicht unter- sondern überdosiert bin.. Habe dann dieses Jahr versucht abzunehmen, ohne Erfolg. Hatte Haarausfall, Stimmungsschwankungen, War weinerich, hatte auf nix Lust, leicht depressiv. Nach jeder Blutuntersuchung (alle 8 Wochen) hieß es trotzdem, dass TSH unter 0,0 und FT3 und FT4 an der oberen Grenze liegen. Meine Aktuellen Blutergebnisse (mit L-Thyroxin 150) sind wie folgt:

FT3 4.02 (2.0-4.4) FT4 1.95 (0.90-2.0) TSH 0.06 (0.27-4.2)

Ältere Werte habe ich leider nicht mehr da. Nun hat mir der Arzt 125er verschrieben. Einen Termin bei einem Endo wollte ich machen, da es aber so gut wie unmöglich ist als Neupatient bei irgendwelchen Fachärzten Termine zu bekommen und ich sofort abgewimmelt wurde, kümmert sich nun mein HA drum, hat sich aber noch nicht gemeldet.. Wie kann es denn sein, dass plötzlich von einem Jahr auf den nächsten die Dosis vom 200 auf 125 reduziert werden muss? Und warum leide ich immer noch an Symptomen einer Unterfunktion obwohl schon eher von einer Überfunktion die Rede ist laut Werten?

Vielen Dank schon mal für eure Antworten

Antwort
von Catlyn, 2.225

Hallo,

Dein TSH-Wert ist supprimiert und kann daher für die Einstellung mit Schilddrüsenhormon nicht mehr herangezogen werden. Es gibt viele Menschen, bei denen das TSH supprimiert ist und Du solltest Dir darüber keine Gedanken machen. Der Wert bedeutet nicht, dass Du Dich in einer Überfunktion befindest. Die Einstellung kann bei Dir nur anhand der Werte fT4 und fT3 vorgenommen werden und die finde ich jedoch noch immer zu hoch.

Welche Ursache hat denn Deine Unterfunktion? Die heutzutage häufigste Ursache einer SD-Unterfunktion ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Gerade hier kommt ein supprimiertes TSH häufig vor und könnte sogar die Notwendigkeit der Dosisreduktion erklären. Hat man nämlich einen Schub, wie es bei dieser Erkrankung vorkommen kann, dann benötgt man sehr viel weniger SD-Hormon. Nach dem Schub wird man aber mehr SD-Hormon benötigen.

Es könnte aber auch sein, dass Du eine Mischform von Hashimoto und Basedowscher Erkrankung entwickelt hast. Auch hier könnte man das Ganze erklären.

Deshalb: Dir bleibt nichts anderes übrig, als Dir einen Termin bei einem Endokrinologen geben zu lassen. Wenn es dieses Jahr nicht mehr klappt, dann eben nächstes Jahr. Der Hausarzt kennt sich mit solchen Sachen leider so überhaupt nicht aus. Ich empfehle Dir in der Zwischenzeit das Forum www.ht-mb.de/forum .

Übrigens: Am Morgen vor der Blutentnahme morgens bitte kein SD-Hormon einnehmen, da dies die Werte verfälscht. Du kannst die Tablette ja mit zum Arzt nehmen und nach der Blutentnahme einnehmen.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du schnell einen Termin bei einem guten Endokrinologen bekommst.

Viele liebe Grüße

Catlyn

Kommentar von oOkeks ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort :) Ich werde mir das Forum mal anschauen. Morgen frage ich bei meinem Hausarzt nach, ob er einen Termin bekommen hat, ich selbst hätte gar keinen bekommen, auch nicht nächstes Jahr, weil die wohl Überlaufen sind. Leider ist das auch der Einzige Endokrinologe in der Nähe.. Ich hoffe, dass ich da trotzdem baldmöglichst einen Termin bekomme..

Antwort
von FrageSchlumpf, 1.888

Wie waren denn die - gängigen - Antikörper ?

Mein Verdacht ist, dass man , wie so oft, das naheliegende nicht in Betracht zieht. Die "gängigen" werden mittlerweile recht häufig bestimmt, die Antikörper gegen Schilddrüsenhormone selbst praktisch nie . ( Es heißt immer, die seien so selten, was ja nicht überrascht, da sie ja praktisch nie bestimmt werden. Würde man die regelmäßig bestimmen, wären sie wohl garnicht mehr so selten ).

Das wäre für mich die Maßnahme 1. Wahl. Bestimmung der Antikörper gegen Schilddrüsenhormone. Das kann auch ein Hausarzt machen, wenn er sich dafür interessiert und dahinterklemmt. Ein Endokrinologe sollte das sogar kennen.

Wenn ein Körper bei so hohen freien Werten Symptome einer Unterfunktion zeigt, dann deutet das für mich ganz klar darauf hin, dass von dem "Zeug" , das en masse im Blut ist, wegen der Antikörper nur wenig zu Einsatz kommt....

Antwort
von oOkeks, 1.745

Die Dosis wurde übrigens über das Jahr verteilt in 25er Schritten gesenkt

Antwort
von angy2001, 1.613

Das was du beschreibst an Sypmthomen muss nicht unbedingt durch die Schilddrüsenhormone kommen. Das kann auch andere Gründe wie z.B. eine Depression haben. Hast du da mal drüber nachgedacht?

Kommentar von oOkeks ,

Depressionen kann ich ausschließlich.. ich kenne Leute mit Depressionen, so extrem ist es bei mir dann doch nicht ;) Mein Arzt hätte mich dann vermutlich auch schon mal darauf angesprochen. So gut sollte man sich noch kennen

Antwort
von nixawissa, 1.516

Auch Ärzte und Helfer machen Fehler und vertauschen mal Ergebnisse!

Kommentar von oOkeks ,

Wie meinst du das mit Ergebnisse vertauschen?

Kommentar von nixawissa ,

Das Blutbild wird im KH erstellt und dort können Formulare vertauscht werden wenn Dein Name ähnlich klingt wie andere!

Kommentar von oOkeks ,

mein TSH ist schon seit 1 Jahr so niedrig und ich War alle 8 Wochen da. ich glaube nicht, dass die Werte ständig vertauscht werden

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